DFG-Langfristvorhaben “Das moderne Indien in deutschen Archiven, 1706-1989“ (MIDA): Launch des Online-Archivportals

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Prof. Dr. Ravi Ahuja, Centre for Modern Indian Studies, Georg-August-Universität Göttingen / Prof. Dr. Michael Mann, Institute for Asian and African Studies, Humboldt-Universität zu Berlin / Dr. Heike Liebau, Leibniz-Zentrum Moderner Orient (ZMO)

MIDA ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Langfristvorhaben (Beginn 11/2014) unter Beteiligung des Centre for Modern Indian Studies (CeMIS), Göttingen, des Instituts für Asien- und Afrikawissenschaften (IAAW) der Humboldt-Universität zu Berlin sowie des Leibniz-Zentrums Moderner Orient (ZMO) Berlin. Sein Anliegen ist einerseits die Erfassung und Beschreibung von Beständen deutscher Archive zur Geschichte des modernen Indiens und zur deutsch-indischen Verflechtungsgeschichte von der Etablierung der Dänisch-Halleschen Mission in Südindien (1706) bis zum Ende der deutschen Zweistaatlichkeit (1989/90). Parallel dazu wird durch eine Serie von Pilot-Forschungsprojekten und daraus hervorgehenden Monographien sowie Editionen das Potential deutscher Archivressourcen exemplarisch demonstriert, um deren intensivere Erforschung insbesondere durch deutsche und indische Historiker/innen zu fördern. Deutsche Archive bieten ein reichhaltiges Spektrum an Quellen mit Bezug zur Geschichte des modernen Indien und somit die Möglichkeit, durch eine Aufarbeitung der Geschichte indisch-deutscher Verflechtungen neue Forschungsansätze im Bereich der transnationalen Geschichte und des historischen Vergleiches zu entwickeln. Diese Quellen bieten Wissenschaftlern auch die Möglichkeit, neue Forschungsperspektiven, einen neuen Blick für die Beschäftigung mit der modernen indischen Geschichte zu erlangen, indem eben nicht vor allem oder ausschließlich die britischen kolonialen Archive fokussiert werden. Nach mehrjähriger konzentrierter Arbeit in zahlreichen Archiven ist das Archivportal, bestehend aus Datenbank und Archival Reflexicon, seit Freitag, dem 10. Mai 2019 online, was mit einer festlichen Eröffnungsveranstaltung am Leibniz Zentrum Moderner Orient gefeiert wurde. Die Datenbank (https://www.projekt-mida.de/marchiv/#!/suche) will an einem Ort die Informationen zu den Beständen deutscher Archive bereitstellen, die sich unter verschiedensten Aspekten mit der Geschichte des modernen Indiens beschäftigen. Sie vereint Daten aus den vorhandene Online-Datenbanken der bearbeiteten Archive mit denen aus entsprechenden Inhouse-Datenbanken und gedruckten Findbüchern und enthält darüber hinaus von den Mitarbeitern des Projektes erstellte Bestandsbeschreibungen, die die relevanten Bestände unter dem spezifischen Blickwinkel des modernen Indien erfassen. Die Bestände werden außerdem mit Sachschlagworten, geographischen Schlagworten sowie Einträgen in einem Personen- und Körperschaftsindex inhaltlich erschlossen, die gemeinsam mit der Volltextsuche eine gezielte Recherche ermöglichen. Das Archival Reflexicon (https://www.projekt-mida.de/rechercheportal/reflexicon/), das der Online-Datenbank des Projektes zur Seite gestellt ist und dieses ergänzt und erweitert, bietet ein Open-Access-Forum zur reflexiven Auseinandersetzung mit den mannigfaltigen, Indien-relevanten Beständen deutscher Archive. Eines der wichtigsten Ziele des Reflexicons ist es, der Frage nachzugehen, inwiefern die Hinwendung zu verflochtenen transnationalen und globalen Geschichten nicht nur neue theoretische Fragestellungen aufwirft, sondern uns auch mit methodologischen Problemen hinsichtlich der Beziehungen zwischen verflochtenen Geschichten und Archiven konfrontiert. Gleichzeitig bietet es einen Ort, an dem man sich im Hinblick auf spezifische Forschungsfragen einen umfassenden Überblick über die einschlägigen Bestände in deutschen Archiven verschaffen kann. So gibt das MIDA Archival Reflexicon als „reflektierendes Lexikon“ Auskunft darüber, wie man durch die in deutschen Archiven vorhandenen Bestände mit Indienbezug navigieren kann, sich im Hinblick auf bestimmte Themen einen Überblick über diese verschaffen kann, und wie man sich kritisch mit den größeren theoretischen und methodologischen Debatten auseinandersetzen kann, die sich ergeben, wenn man Informationen aufspürt, auflistet, ordnet und indexiert. Sowohl die Datenbank, die im Moment eine schwerpunktmäßige Arbeit an großen staatlichen Archiven sowie Universitätsarchiven widerspiegelt, als auch das Archival Reflexicon, das Beiträge aus den Bereichen der politischen Geschichte des 18. und 20. Jahrhunderts, zur Verflechtung in Botanik und Forstwissenschaft im 19. Jahrhundert sowie etwa zu Verflechtungen in der Geistesgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts aufweist, sind als kontinuierlich wachsende Online-Ressourcen angelegt, die sich in kommenden Jahren unter anderem dem Bereich der Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie der Missionsgeschichte zuwenden werden, um so weitere Forschungsfelder zu erschließen.
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Universität Trier

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