Hof- und Adresskalender geistlicher Territorien des 18. Jahrhunderts

Von

Weidner, Marcus

"Hof-, Adress- und Staatskalender, so die zeitgenössische Bezeichnung, entstanden als neues Periodikum im 18. Jh. in vielen Territorien des Reichs. Sie sind Resultat des Wandels vom patriarchalischen und damit noch relativ überschaubaren zum bürokratisch und höfisch zunehmend ausdifferenzierten Territorialstaat. Funktion und Struktur dieser Kalendertypen, für die sich der Sammelbegriff "Amtskalender" eingebürgert hat, sind ähnlich. Die Publikationen beginnen typischerweise mit einem Jahreskalender, der häufig weitere Angaben wie Heiligennamen, astronomische Ereignisse, Hof- und Kirchenfeste oder Bauernregeln enthält. Im Zentrum steht ein Personalschematismus, der die offizielle Aufbauorganisation des Hofs und der einzelnen Territorialbehörden, vom Fürsten bis zum Schlossdiener, widerspiegelt. Hieran können sich Personenverzeichnisse weiterer privilegierter Gruppen bzw. Interessengruppen wie Hofchargen, Domkapitel, Landstände oder Orden anschließen. Am Ende der Publikation finden sich mitunter Informationen über Postverbindungen oder Münzkurse, historische Abhandlungen über herausgehobene Ereignisse oder Beschreibungen einzelner Regionen und Städte des Territoriums - kurz: nützliche und unterhaltsame Beigaben zum Kalenderteil. Infolge ihres jährlichen "Verfalls" sind Amtskalender heute sehr selten anzutreffen. Das Projekt "Hof- und Adresskalender geistlicher Territorien des 18. Jhs." macht über 30 dieser Kalender online zugänglich - sozusagen im Rahmen einer Nachnutzung: Von den hier aufgeführten Kalendern aus einer Privatbibliothek sind bereits vor einigen Jahren reine Arbeitskopien, also ohne Absicht einer späteren Publikation und systematische Auswahl, angefertigt worden. Diese überlieferten Papierkopien dienten dann 2009 als Vorlage für diese Digitalisierung, bei der die mitunter schlechte Qualität bzw. Unleserlichkeit abgewogen wurde mit dem Mehrwert einer Online-Präsentation. Da keine Ersatzkopien der schlecht oder gar nicht lesbaren Stellen mehr angefertigt werden können, bitten wir, die Einschränkungen in der Lesbarkeit zu entschuldigen. Es bleibt zu wünschen, dass unleserliche Stellen ausgetauscht und fehlende Exemplare sukzessive ergänzt werden."
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