Geschäftsführerin

Jakob-Fugger-Zentrum

Universität Augsburg

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86135 Augsburg

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Forschung und Projekte

Derzeitige Position(en)

Geschäftsführerin des Jakob-Fugger-Zentrums der Universität Augsburg

Aktuelle(s) Projekt(e)

Wissen der Welt - Erbe der Menschheit: Die Geschichte des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO
Die 1970er und 1980er Jahre sind in der Zeitgeschichtsforschung als Zäsur ein heiß diskutiertes Thema. Sie werden als Vorgeschichte der Gegenwart gelesen, zum Initiationsmoment einer globalisierten Welt erklärt oder läuten den ›Abschied vom Nationalstaat‹ ein. Sie werden als Ursprung eines neuen ökologischen Bewusstseins, aber auch als Beginn neuer kultureller Selbstverortungen interpretiert. Das Projekt zur Geschichte des UNESCO Welterbeprogramms schließt an diese Beobachtungen an und macht sie zum Teil seiner Fragestellung: Es nutzt eine spezifische Form des Regierens als Sonde, um Veränderungen von Strukturen, Institutionen und Akteuren, aber auch Wahrnehmungen und Handlungsmöglichkeiten zu analysieren. Das Projekt gewährt so neue Einblicke in die ›Verwandlungen‹ von Staatlichkeit, Politik und Welt sowie von Kultur und Natur, Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Das Weltkultur- und Naturerbe der UNESCO: Kosmopolitisierung des kollektiven Gedächtnisses
Die Zerstörung von Weltkulturerbestätten durch Boko Haram in Mali und den sogenannten Islamischen Staat in Syrien macht den politischen Gehalt des Welterbeprogramms verstörend anschaulich. Ein solcher Gehalt ist allerdings keineswegs neu, wurde die Welterbeliste doch 1972 geschaffen, um den Herausforderungen des Kultur- und Umweltschutzes in einer sich globalisierenden Welt zu begegnen. Das Projekt analysiert vor diesem Hintergrund die Geschichte des Weltkultur- und Naturerbes der UNESCO unter besonderer Berücksichtigung der Konfliktlinien des Kalten Krieges, der Dekolonisation und des Nord-Süd-Konfliktes sowie des Spannungsverhältnisses zwischen Lokalitäten und Globalismen. Der Untersuchungszeitraum beginnt Ende des 19. Jahrhunderts mit den ersten Vorschlägen, ein »gemeinsames Erbe der Menschheit« durch eine kosmopolitische Ordnung zu schützen und endet 1994 mit der Verabschiedung einer globalen Strategie für eine repräsentative und gerechte Welterbeliste. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt in den 1970er und 1980er Jahren auf der Verabschiedung und Implementierung der Welterbekonvention. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, wer warum und wie im Rahmen der UNESCO eine globale Geschichts- und Umweltpolitik verfolgte.

Frühere Position(en)

02.2012- 12.2017
Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz, Abt. Universalgeschichte
08.-10.2016 & 04-06.2017
Visiting Fellow am Europainstitut der Universität Basel
12.2012-06.2013
Junior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Kolleg der Universität Konstanz im Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration"
02.2007-01.2012
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neue und Neueste Geschichte der Universität Mannheim
2009
Promotion an der Eberhard Karls Universität Tübingen im Rahmen der wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe „Regieren im 20. Jahrhundert. Politik in der modernen Industriegesellschaft, 1880-1970“ der Volkswagen Stiftung, geleitet von Prof. Dr. Gabriele Metzler
2002
Magistra Artium (M.A.) an der Ruhr-Universität Bochum
M.A.-Arbeit: Die deutschen Wirtschaftseliten in der öffentlichen Wahrnehmung 1950-1975. Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Magazine „Spiegel“, „Stern“ und „Quick“
2000
Bakkalaurea Artium (B.A.) an der Ruhr-Universität Bochum

Veröffentlichungen

Monographien (und Dissertation)

Rehling, Andrea: Konfliktstrategie und Konsenssuche in der Krise. Von der Zentralarbeitsgemeinschaft zur Konzertierten Aktion (=Historische Grundlagen der Moderne, Bd. 3). Baden-Baden 2011.

Artikel

Möller, Esther/ Rehling, Andrea: Protokollen auf der Spur –Neue Zugänge zu Kommunikation und Kultur in Organisationen, in: Menja Holtz/ Esther Möller/ Franziska Torma (Hg.): Spuren. Zur Materialität kultureller Begegnungen (=Saeculum. Jahrbuch für Universalgeschichte 66/2, 2016). Köln/ Wien/ Weimar 2017, S. 245-268.
Rehling, Andrea: Kosmopolitische Geschichtsschreibung und die Kosmopolitik des UNESCO Weltkultur- und Naturerbes, in: Bernhard Gißibl/ Isabella Löhr (Hg.): Bessere Welten. Kosmopolitismus in den Geschichtswissenschaften. Frankfurt a. M. 2017, S. 373-401.
Rehling, Andrea: Materielles Kultur- und Naturerbe als Objekt und Ressource kultureller Souveränitätsansprüche, in: Gregor Feindt/ Bernhard Gißibl/ Johannes Paulmann (Hg.): Kulturelle Souveränität. Politische Deutungs- und Handlungsmacht jenseits des Staates im 20. Jahrhundert. Göttingen 2017, S. 257-284.
Rehling, Andrea/ Paulmann, Johannes: Historische Authentizität jenseits von "Original" und "Fälschung". Ästhetische Wahrnehmung - gespeicherte Erfahrung - gegenwärtige Performanz, in: Martin Sabrow/ Achim Saupe (Hg.): Historische Authentizität. Göttingen 2016, S. 91-125.
Rehling, Andrea: Demokratie und Korporatismus – eine Beziehungsgeschichte, in: Tim B. Müller/ Adam Tooze (Hg.): Normalität und Fragilität. Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg. Hamburg 2015, S. 133-153.
Rehling, Andrea/ Löhr, Isabella: „Governing the Commons“: Die global commons und das Erbe der Menschheit im 20. Jahrhundert, in: Themenheft "Global Commons im 20. Jahrhundert. Entwürfe für eine globale Welt", hrsg. v. Isabella Löhr und Andrea Rehling. Jahrbuch für Europäische Geschichte/ European History Yearbook, Bd. 15 (2014), S. 3-31.
Rehling, Andrea: "Kulturen unter Artenschutz"? Vom Schutz der Kulturschätze als Gemeinsames Erbe der Menschheit zur Erhaltung kultureller Vielfalt, in: Themenheft "Global Commons im 20. Jahrhundert. Entwürfe für eine globale Welt", hrsg. v. Isabella Löhr und Andrea Rehling. Jahrbuch für Europäische Geschichte/ European History Yearbook, Bd. 15 (2014), S. 109-137.
Rehling, Andrea: Concepts of Time and UNESCO World Heritage, in: Debating Time Blog. Care for the Future: Thinking Forward through the Past (September 2014): http://careforthefuture.exeter.ac.uk/2014/09/concepts-of-time-and-unesco-world-heritage/
Rehling, Andrea: Brüder international: Jugoslawiens Welterbe als Gedächtnis der blockfreien Bewegung, in: Tanja Zimmermann (Hg.): "Brüderlichkeit" und "Bruderzwist": Mediale Inszenierungen des Aufbaus und des Niedergangs politischer Gemeinschaften in Ost- und Südosteuropa. Göttingen 2014, S. 277-299.
Rehling, Andrea: Universalismen und Partikularismen im Widerstreit. Zur Genese des UNESCO-Welterbes, in: Zeithistorische Forschungen Jg. 8 (2011), H. 3, S. 414-436.
Rehling, Andrea: Die Konzertierte Aktion im Spannungsfeld der 1970er Jahre: Geburtsstunde des "Modell Deutschland" und Ende des modernen Korporatismus, in: Nach dem Strukturbruch? Arbeitswelten im Wandel seit den 1970er Jahren, hrsg. v. Ursula Bitzegeio, Jürgen Mittag u. Knut Andresen. Bonn 2011, S. 65-86.
Rehling, Andrea: Die Schlichtungsordnung vom 30. Oktober 1923, in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0129_svo&l=d&l=d.
Rehling, Andrea: Betriebsrätegesetz vom 4. Februar 1920, in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. http://www.1000dokumente.de/index.html/?c=dokument_de&dokument=0133_brg&l=deamp;l=de.
Rehling, Andrea: Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Deutschlands, in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. http://www.1000dokumente.de/index.htm/?c=dokument_de&dokument=0132_zag&l=deamp;l=de.
Rehling, Andrea: Die Konzertierte Aktion: Stabilisierungsstrategie oder Fanal der Unregierbarkeit, in: Die Reformzeit des Erfolgsmodells BRD. Die Nachgeborenen erforschen die Jahre, die ihre Eltern und Lehrer geprägt haben (= Loccumer Protokolle 19/03), hrsg. v. Jörg Calließ. Rehburg-Loccum 2004, S. 355-365.
Rehling, Andrea: Die deutschen Wirtschaftseliten in der öffentlichen Wahrnehmung am Beispiel von „Spiegel", „Stern" und „Quick", in: Akkumulation. Informationen des Arbeitskreises für kritische Unternehmensgeschichte, Nr. 18 (2003), S. 1-14.

Herausgeberschaften und Editionen

"Global Commons im 20. Jahrhundert. Entwürfe für eine globale Welt", hrsg. v. Isabella Löhr und Andrea Rehling. Jahrbuch für Europäische Geschichte/ European History Yearbook, Bd. 15 (2014).
Gelsenkirchener Bibliographie (= Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte Materialien, Bd. 9). Bearbeitet von Andreas Koch. Unter Mitarbeit von Andrea Rehling. Essen 2004.

Publikationsliste (Url)

http://ieg-mainz.academia.edu/AndreaRehling