Institutionelle Förderer

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Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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IGK Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive, Humboldt-Universität zu Berlin

infoclio.ch, Fachportal für die Geschichtswissenschaften der Schweiz, Bern

Institut für Geschichte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien

Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

Institut für Geschichte, Eidgenössische Hochschule Zürich

Institut für Geschichte, Universität Graz

Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg

Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin

Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Karl-Lamprecht-Gesellschaft Leipzig e.V.

Klartext Verlag. Jakob Funke Medien Beteiligungs GmbH & Co. KG, Essen

Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) e.V.

Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, Bonn

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Peter Lang GmbH - Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main

Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Ditzingen

Seminar für Alte Geschichte, Universität Heidelberg

Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Dresden

Stiftung Hamburger Institut für Sozialforschung

Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Verlag C.H. Beck, München

Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, Paderborn

Verlag Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt am Main

Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster

Wallstein Verlag, Göttingen

Waxmann Verlag GmbH, Münster

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V., Potsdam

Robby Geyer / Nicole Merkel: Südasien [PDF-Version]


Einleitung
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Die geographische Region Südasien umfasst die Staaten Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan, Sri Lanka und die Inselgruppe der Malediven. In der historischen Entwicklung lassen sich auch enge Verbindungen nach Zentralasien (Tibet), Südostasien (Burma) oder Westasien (Afghanistan) nachweisen, weshalb diese drei Gebiete gelegentlich auch Südasien zugerechnet werden.

Eine Epocheneinteilung der südasiatischen Geschichte ist schwieriger als für andere Weltregionen und wird noch immer kontrovers diskutiert. Gleiches gilt auch für die südasiatische Geschichtsschreibung im Allgemeinen.[1] Dennoch kann auch für Südasien eine Einteilung nach Altertum (500 v. Chr.-550 n. Chr.), Mittelalter (550-1526) und Neuzeit (ab 1526) vorgenommen werden. Die Frühgeschichte (ca. 7.000-500 v. Chr.) wird bestimmt von der Induskultur sowie dem vedischen Zeitalter, während sich die Neuzeit in die Phasen des Reichs der Großmogule (Frühe Neuzeit), der britischen Kolonialherrschaft und der Dekolonisation ab 1946/47 aufteilen lässt.[2]

Je nach Themenschwerpunkt und historischer Epoche, zu der gearbeitet wird, ergeben sich für Südasien-Historiker vielerlei Anknüpfungspunkte zu verschiedenen Nachbardisziplinen wie der modernen und klassischen Indologie, der Ethnologie oder der Politikwissenschaft.

Aktuell stellt das Fach Geschichte Südasiens mit seinen zwei etablierten Lehrstühlen (Seminar für Geschichte und Gesellschaft Südasiens an der Humboldt-Universität zu Berlin und Abteilung Geschichte am Südasien-Institut der Universität Heidelberg) eher einen Randbereich innerhalb der Geschichtswissenschaft in Deutschland dar. Ab dem Wintersemester 2009/2010 wurde jedoch eine weitere Professur für Modern Indian History am Centre for Indian Studies der Universität Göttingen eingerichtet. Mit verschiedenen Projekten zur Geschichte Südasiens kann auch das Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin als wichtige Einrichtung für südasienwissenschaftliche Geschichtsforschung in Deutschland angesehen werden.

Die auch für die Geschichte zutreffende Vielfältigkeit des südasiatischen Raums gepaart mit einer Vielzahl von institutionellen, privaten und kommerziellen Angeboten führt dazu, dass es vermessen erscheinen würde, wolle man einen vollständigen Überblick der elektronischen und digitalen Informationsquellen zur südasiatischen Geschichte erstellen. Daher beschränken wir uns im Folgenden darauf, die aus unserer Sicht wichtigsten, interessantesten und an Nachhaltigkeit orientierten Angebote vorzustellen.


Die Autor/-innen:

Robby Geyer, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt “Aufbau einer Virtuellen Fachbibliothek Südasien”.

Nicole Merkel, M.A., Fachreferentin für Geschichte, Kunst und Neuere Sprachen Südasiens sowie Koordinatorin des Projekts „Aufbau einer Virtuelle Fachbibliothek Südasien“.

Zitation: Robby Geyer / Nicole Merkel, Guide Südasien. In: Clio-online, 20.11.2009, <http://www.clio-online.de/guides/suedasien/geyermerkel2009/>

[1] Exemplarisch: Michael Gottlob, Historie und Politik im postkolonialen Indien, Göttingen 2008.

[2] Hermann Kulke, Indische Geschichte bis 1750, München 2005, S. 97-105.


Herausragende thematische Websites und digitale Publikationen
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Umfangreiche Informationen zur südasiatischen Geschichte sind auf der Webseite Manas verfügbar, die von Vinay Lal, Associate Professor of History an der University of California, als privates Projekt seit 1998 betrieben wird. Ein Online-Dossier zu Indien - unter anderem mit Beiträgen von Joachim Betz, Dietmar Rothermund und Michael Mann zur indischen Geschichte – gehört sicherlich zu den nennenswerten deutschsprachigen Einzelangeboten.

Für die alte Geschichte des indischen Subkontinents sind darüber hinaus die umfangreichen Internetseiten des Archaeological Survey of India von Bedeutung. Eine weitere erwähnenswerte institutionelle Homepage ist die des Indian Council of Historical Research.

Wegen seines in Südasien bisher einmaligen Forschungsschwerpunktes kann auch das South Asian Centre for Advertisement, Journalism and Cartoons (SARCAJC), welches die Mediengeschichte in Südasien erforscht, hier genannt werden. Für Medizinhistoriker von besonderem Interesse ist das Portal der National Library of Scotland Medical History of British India, welches Informationen und historische Quellen zu Krankheiten und zur staatlichen Gesundheitspolitik in Indien während der britischen Kolonialherrschaft zur Verfügung stellt.

Mit History of Bengal exisiert eine Internetquelle, die sich mit historischen Orten und Ausgrabungen in Bengalen beschäftigt. Besonders erwähnenswert ist auch die Webseite des Vijayanagara Research Project, welches zahlreiche Informationen zu diesem südindischen Königreich online bereit stellt. Informationen zu allen Epochen auf dem Gebiet des heutigen Pakistans sowie zu historisch bedeutenden Stätten bietet die Internetseite des National Fund for Cultural Heritage.

Eine Vielzahl von Online-Ausstellungen sind über die Webseite Asian Art verfügbar. Neben historischen Aspekten werden auch die Bereiche Kunstgeschichte und Religionen thematisiert.

Je nach Interessens- und Forschungsschwerpunkt könnten hier weitere zahlreiche Beispiele aufgeführt werden. Alle im weiteren Verlauf vorgestellten Internetquellen und Online-Angebote erfüllen aus unserer Sicht das Kriterium, für die Geschichtswissenschaft Südasiens von besonderem Interesse zu sein.


Digitale Informationsressourcen: Portale
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Die meisten Fachportale zu Südasien bzw. südasiatischen Ländern und Regionen sind fächerübergreifend konzipiert: SARAI (South Asian Resource Access on the Internet), ein Angebot der Columbia University Libraries, Digital South Asia Library (DSAL), ein Projekt des Center for Research Libraries und der University of Chicago sowie Savifa, die Virtuelle Fachbibliothek Südasien, als Gemeinschaftsprojekt des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg und der Universitätsbibliothek Heidelberg. Während die ersten beiden ausschließlich (retro-)digitale und elektronische Ressourcen nachweisen, bietet Savifa unter einer zentralen Einstiegsoberfläche verschiedene Dienste an, neben Datenbanken und E-Journals z.B. auch die parallele Recherche zu digitalen und gedruckten Medien oder mit SavifaDok ein Online-Repositorium für die Südasienwissenschaften.

Zwei wichtige regional ausgerichtete Portale sind Digital Himalaya und Tibetan and Himalayan Digital Library. Ein besonders für Historiker interessantes Portal ist das Internet Indian History Source Book, welches eine Vielzahl von elektronischen Quellen zu allen Epochen der indischen und teilweise auch zur südasiatischen Geschichte nachweist. Länderspezifisch, jedoch fachübergreifend sind die Virtual Library of Sri Lanka, die Pakistan Virtual Library, Tibetan Studies WWW Virtual Library von T. Matthew Ciolek sowie die Kashmir Virtual Library, welche einen Schwerpunkt auf die neueste Geschichte dieser zwischen Indien und Pakistan umstrittenen Region legt.


Digitale Informationsressourcen: Fachbibliographien und Fachkataloge
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Von zentraler Bedeutung ist für die Geschichte Südasiens das kostenpflichtige Angebot der Bibliography of Asian Studies. Eine bibliographische Recherche für Südasien-Historiker kann auch in den Datenbanken Periodicals Index Online (PIO) bzw. Historical Abstracts sehr gewinnbringend sein, wenngleich diese Datenbanken alle geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer abdecken bzw. regionen- und epochenübergreifend sind. Über eine Nationallizenz ist der Zugriff auf PIO deutschlandweit kostenfrei. Die Datenbank (SARDS) verzeichnet unselbständig erschienene südasienwissenschaftliche Fachliteratur für den Zeitraum 1797 bis 2000 und ist damit ein wichtiges Recherchetool für die Suche nach Zeitschriftenaufsätzen oder Beiträgen aus Sammelbänden. Für Historiker, die sich mit alter Geschichte beschäftigen, ist der ABIA: South and Southeast Asian Art and Archaeology Index von Interesse. Die Recherche ist bei diesem Angebot generell kostenfrei.

Eine Basisbibliographie zur Neueren Geschichte Südasiens stellt die Abteilung Geschichte am Südasien-Institut der Universität Heidelberg online zur Verfügung. Eine sehr umfangreiche Online-Bibliographie mit dem Titel Bibliography of India[n] History up to 1750 von Hermann Kulke wurde auf dem Dokumentenserver von Savifa veröffentlicht. Weiterhin erwähnenswert ist die Bibliographie British ruled India, 1757-1947 von David Steinberg. Der Autor hat seinen Schwerpunkt auf das 20. Jahrhundert gelegt und verweist bei manchen Titeln auch auf Rezensionen.

Eine Bibliographie zu den Arbeiten der ‚Subaltern Studies Group’, die einen neuen Weg der Geschichtsschreibung über Südasien beschritten hat, ist online zugänglich als Subaltern Studies: Bibliography of articles and reviews.

Als weitere empfehlenswerte Online-Bibliographie sei noch erwähnt Aspects of Social Change in South Asia, c. 1860 to the present. Insgesamt gibt es eine Vielzahl von Online-Bibliographien, die zumeist auf einen bestimmten Themenbereich beschränkt sind und daher hier nicht einzeln aufgeführt werden sollen. Stattdessen sei auf die Übersicht Bibliographies on South Asian Topics verwiesen.

Fachkataloge zu Websites und digitalen Medien

Für eine umfassendere Recherche nach weiteren Internetressourcen zur Geschichte Südasiens empfiehlt sich als Einstieg der SavifaGuide, eine Datenbank, in der ca. 3.500 ausgewählte Internetquellen, wie Webseiten von Institutionen, bibliografische Quellen oder thematische Websites nachgewiesen sind. Darüber hinaus bietet das thematisch und geographisch strukturierte Portal to Asian Internet Resources (PAIR) Zugang zu Online-Ressourcen, die die Geschichte Südasiens abdecken. Ein vergleichbares Angebot stellt das fach- und regionenübergreifende Portal Intute dar, mit ca. 700 nachgewiesenen Internetquellen zu Südasien. Zugang zu Online-Ressourcen, die besonders für die Geschichte Südasiens interessant sind, bietet World History Archives. Ein eigener Menüpunkt weist – sortiert nach Ländern und Regionen Südasiens – Internetquellen nach. Den Schwerpunkt bilden Quellen, die eine marxistische oder nicht-eurozentrierte Ausrichtung haben.


Digitale Informationsressourcen: Bibliotheken und Bibliothekskataloge
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Den zentralen Einstieg in die Literaturrecherche zur Geschichte Südasiens stellt die Bibliothek des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg dar, die seit 2005 in Kooperation mit der UB Heidelberg das Sondersammelgebiet Südasien betreut. Die Bestände sind im Heidelberger Online-Katalog HEIDI nachgewiesen und stehen auch für die nationale und internationale Fernleihe zur Verfügung. Die Bestände der UB Tübingen (bis 2004 Sondersammelgebiet Südasien) sind für die Südasienforschung ebenfalls von zentraler Bedeutung vor allem auch im Hinblick auf ihren umfangreichen Altbestand. Darüber hinaus verfügen sowohl die Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz als auch die München aufgrund einer langen Sammeltradition über Literatur auch in südasiatischen Sprachen, aus und über Südasien. Ergänzt werden die Bestände dieser beiden Bibliotheken durch umfangreiche Sammlungen südasiatischer Handschriften.

Für die Recherche nach Zeitschriftenartikeln und Rezensionen bietet sich die Datenbank Online Contents – SSG Südasien (OLC-SSG Südasien) an. Sie enthält derzeit ca. 172.000 Aufsätze und Rezensionen aus 273 Fachzeitschriften, ab Erscheinungsjahr 1993. OLC-SSG Südasien ist in die Virtuelle Fachbibliothek Südasien – Savifa eingebunden und erfordert für private Nutzer eine kostenlose Registrierung.[1]

Im europäischen Ausland sind vor allem die Bibliotheken der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien zu nennen, die umfangreiche Bestände zur Geschichte Südasiens besitzen – die British Library Oriental and India Office Collections, die SOAS Libraryund die National Library of Scotland

Weltweit gehört die Library of Congress zu den Bibliotheken mit den umfassendsten Beständen zu Südasien.

Ein sehr hilfreiches Verzeichnis für die Suche nach (Spezial-)Bibliotheken in Südasien stellt das noch im Aufbau befindliche Wiki Libraries & Archives in South Asia dar, mit Informationen zu Sammlungsschwerpunkten und -umfang, Kontaktinformation sowie Links auf die Websites der Institutionen.

Der Online-Zugriff auf Bibliothekskataloge in Südasien selbst ist leider immer noch unbefriedigend, so bietet z.B. die National Library of India keine OPAC-Recherche an und das Bibliothekskonsortium DELNET gestattet nur registrierten Mitgliedsbibliotheken die Suche in ihrem Verbundkatalog. Zumindest teilweise können jedoch die jeweiligen Nationalbibliotheken als Ausgangspunkt für weiterführende Informationsrecherchen genutzt werden:


[1] <http://www.savifa.uni-hd.de/olc.html>. Eine Zugangsnummer und Passwort können auf dieser Webseite über ein Online-Formular kostenlos angefordert werden.



Digitale Informationsressourcen: Archive und Museen
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Die für die historische Forschung zu Südasien wichtigsten Archive sind die Nationalarchive der südasiatischen Staaten, wie z.B. National Archives of India in New Delhi, National Archives of Pakistan in Islamabad, National Archives and National Library of Bangladesh in Dhaka oder das National Archive Sri Lanka in Colombo. In den Landesarchiven der indischen Bundesstaaten, aber auch in den privaten Sammlungen und Bibliotheken ehemaliger Könige ist umfassendes Quellenmaterial zur Geschichte der Region zu finden.

Außerhalb Indiens ist die Sammlung historischer Dokumente der British Library von überragender Bedeutung. Als ehemalige Kolonialmacht beherbergt sie die Archive der britischen East India Company (bis 1858) und der britisch-indischen Regierung (1858-1947). Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 war das Commonwealth Relations Office für britisch-indische Beziehungen zuständig, deren Archivalia in den National Archives of the UK zu finden sind. Einige Cabinet Papers zur indischen Nationalbewegung sind frei online zugänglich.

Weiterhin ist auch das Staatsarchiv von Nepal von zentraler Bedeutung, da es viele Palmblattdokumente in seiner Sammlung archiviert, die den Alltagsbetrieb von Königshöfen und religiösen Institutionen illustrieren. Verwiesen sei auch auf die Asha Archives in Kathmandu, deren Sammlung über 6.700 Manuskripte zählt, darunter Ritualtexte und Texte zur Astrologie/Astronomie.[1]

Museen

Von der Vielzahl der Museen mit südasiatischen Sammlungen sind von den europäischen besonders hervorzuheben:

  • Staatliche Museen zu Berlin, mit einer der bedeutendsten Sammlungen von Kunstwerken des indo-asiatischen Kulturraums

  • Lindenmuseum, Stuttgart, der Schwerpunkt der Dauerausstellung Südasien liegt auf der Vermittlung von Kenntnissen über die großen indischen Religionen und ihrer gesellschaftlichen Grundlagen vom Altertum bis in die Gegenwart.

  • Musée Guimet, Paris, die Region Südasien ist zum einen durch eine Dauerausstellung zu Indien vertreten, die auf einer umfangreichen Sammlung aus Terrakotta-, Stein-, Bronze- und Holzskulpturen der Frühgeschichte bis zur heutigen Zeit sowie Gemälde und Miniaturen aus der Zeit vom 15. bis 19. Jahrhundert basiert. Zum anderen gibt es eine 1.600 Exponate umfassende Himalaya-Sammlung mit Kunstobjekten aus Nepal und Tibet.

  • Museum Rietberg, Zürich die Indien-Sammlung umfasst hinduistische, buddhistische und jainistische Skulpturen, Terrakotten und Bronzen des 3. bis 16. Jahrhunderts aus Nord- und Südindien und Malerei auf Papier, Stoff und Palmblatt (12.-19. Jahrhundert).

  • British Museum, London, mit der weltweit größten Sammlung von Skulpturen aus Südasien. Neben religiösen Objekten werden auch Zeugnisse früher Hochkulturen und bedeutender Regionalreiche sowie von Stammeskulturen präsentiert.

  • Museum für Völkerkunde, Wien, ca. 20.000 Objekte aus dem Bereich Süd-, Südost-Asien und den Himalayaländern. Die überwiegende Zahl der Objekte stammt aus Indien, deren Bogen sich von buddhistischen Gandhara-Plastiken bis hin zu einer der größten europäischen Sammlungen der Naga in Nordostindien erstreckt.

Auch in Südasien verfügen alle Länder über ‚Nationalmuseen’, die sich hauptsächlich mit der Darstellung der jeweiligen Nationalgeschichte beschäftigen. Die Internetseiten dieser Museen können als Ausgangspunkt einer Recherche zu den jeweiligen Museumslandschaften der Länder dienen, weil auf den entsprechenden Seiten weitere Informationen verfügbar sind:


[1] Die Bibliothek des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg besitzt die digitalisierte Sammlung auf DVD.


Digitale Informationsressourcen: Kommunikationslisten und Blogs
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Mittlerweile existieren aus und über Südasien eine Vielzahl von Weblogs, die zumeist aktuelle Ereignisse und Entwicklungen thematisieren. Für Historiker von besonderer Bedeutung ist die Diskussions- und Kommunikationsplattform H-Asia, die sich allerdings in ihrer Ausrichtung auf die Geschichte des gesamten asiatischen Raumes bezieht. Von deutschen Südasien-Historiker wird auch die Informationsplattform H-Soz-u-Kult genutzt, um über Neuerscheinungen zu berichten oder Veranstaltungen anzukündigen.

Mittlerweile bieten einige Fachvereinigungen wie zum Beispiel die British Association of South Asian Studies oder die South Asian Archive and Library Group aktuelle Informationen im Blog-Format an. Mit South Asia Masala betreibt auch die Research School of Pacific and Asian Studies an der Australian National University einen Südasien spezifischen Blog. Der Weblog South Asian Idea wird von mehreren weltweit tätigen Südasienwissenschaftlern betrieben und widmet sich neben historischen auch politischen und gesellschaftlichen Themen.

Einen Südasien spezifischen, aber interdisziplinären Blog bietet das deutschsprachige Informationsportal südasien.info an. Von Interesse ist auch der Blog Indologica, der Informationen zu Neuerscheinungen Südasien relevanter Themen veröffentlicht und eine gezielte Suche nach geschichtswissenschaftlichen Werken anbietet.

Zwei nennenswerte regionenspezifische Blogs sind His-Story, ein Blog zur indischen Geschichte, die dabei auch in den weltgeschichtlichen Kontext eingeordnet wird und Early Tibet, ein Blog zur tibetische Geschichte vom 7. bis zum 10. Jahrhundert, auf dem auch historische Quellen vorgestellt, übersetzt und kommentiert werden.


Digitale Publikationen: Hilfsmittel, Nachschlagewerke, Wikis
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Als Hilfsmittel, um sich mit den Besonderheiten der Geschichte Südasiens vertraut zu machen, empfiehlt sich der Reader zur Einführung in Grundlagen und Methoden der Geschichtswissenschaft und der Geschichte Südasiens von Georg Berkemer.

Eine umfangreiche Sammlung zu Wörterbüchern, statistischen Datensammlungen aus der Zeit der britischen Kolonialherrschaft und historisches Kartenmaterial sowie umfangreiche Bildbestände verschiedener Institute und Archive ist über die Digital Library South Asia (DLSA) zugänglich. Für den Zeitraum der britischen Kolonialherrschaft ist für Historiker auch das Online Image Archive der GandhiServe Foundation interessant.

Bildmaterial sowohl zur alten Geschichte Südasiens, insbesondere der Indus-Zivilisation, aber auch zur neueren Geschichte ist über die private Webseite Harappa online zugänglich. Neben Photographien von Ausgrabungsstätten und Fundstücken sind zum Beispiel auch historische Filmaufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert online.

Im Rahmen des Projektes Historical Atlas of South India, welches am French Institute of Pondicherry realisiert wird, ist ein multimedialer Atlas zur südindischen Geschichte entstanden, bei dem Informationen aus bereits gedruckt vorhandenen Atlanten digital aufbereitet wurden.

Bildmaterial zur historischen Architektur Asiens ist über die Webseite Asian Historical Architecture verfügbar. Geschichtliches Bildmaterial zu Sri Lanka bietet die Internetquelle Lankapura. Dazu gehören auch einige historische Filmaufnahmen.

Für Bangladesch gibt es mit Banglapedia, eine Online-Nationalenzyklopädie, die sowohl in Englisch als auch Bengali zur Verfügung steht.


Digitale Publikationen: Quellensammlungen und Retrodigitalisierungen
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Für Historiker, die zum Kolonialismus in Südasien forschen, ist die Volltextdatenbank Empire Online von Interesse, die deutschlandweit durch eine Nationallizenz frei zugänglich ist. Periodical Archive Online (PAO) ist ebenfalls ein Angebot, bei dem der Zugang über eine Nationallizenz geregelt ist. Mit über 500 digitalisierten Zeitschriften, die für den Zeitraum 1802 bis 2000 im Volltext zugänglich sind, ist PAO für alle Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler eine Fundgrube für Zeitschriftenaufsätze. Das Oxford Journals Digital Archive ermöglicht ebenfalls den Volltext-Zugriff auf 165 Zeitschriften aus allen Wissenschaftsdisziplinen.

Die British Library stellt eine Sammlung von über 15.000 Bildern und Photographien vom späten 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, der Zeit der britischen Kolonialherrschaft in Südasien, online zur Verfügung. Dokumente zu dieser historischen Epoche sind auch über das australische Gemeinschaftsprojekt Digital Colonial Documents (India) verfügbar.

In Indien bietet das Indira Gandhi National Centre for the Arts (IGNCA) eine umfangreiche digitale Sammlung von Bildern, Manuskripten und Büchern an, die den Schwerpunkt auf Kunstgeschichte, Archäologie und Kulturwissenschaften legt. Mittlerweile befindet sich in Indien auch eine digitale Bibliothek im Aufbau, die von mehreren Instituten getragen und finanziell von der indischen Regierung unterstützt wird.

GRETIL e-Library ist ein Projekt an der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, bei dem indologische Quellen und Sekundärliteratur digitalisiert werden. Bei Literatur zu Südasien – digital wird im Rahmen der Virtuellen Fachbibliothek Südasien (Savifa) Literatur aus und über Südasien digitalisiert. Schwerpunkte liegen auf indologischen, religionswissenschaftlichen und kunsthistorischen Werken sowie Reisebeschreibungen aus der Zeit zwischen dem 18. und frühen 20. Jahrhundert.

Für Südasien-Historiker ist auch das Digital Archive of Toyo Bunko Rare Books interessant. Im Rahmen von Retrodigitalisierungen wurden u.a. Reise- und Expeditionsberichte von Marc Aurel Stein oder den Gebrüdern Schlagintweit digitalisiert.

Historische Quellen, Karten und Bilder zu allen Epochen Südasiens, die in erster Linie für den Einsatz in der wissenschaftlichen Lehre vorgesehen sind, stellt das Project South Asia, angesiedelt an der South Dakota State University, zur Verfügung.

Maps of South Asia ist eine Sammlung von Karten zu unterschiedlichen Perioden der südasiatischen Geschichte, die von Frances W. Pritchett, Professorin an der Columbia University, zusammengestellt wurde und auch Karten anderer Internetquellen einbezieht.


Digitale Publikationen: Elektronische Zeitschriften
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Reine Online-Journals zur südasiatischen Geschichte gibt es nur wenige. In der Regel handelt es sich um elektronische Parallelausgaben von gedruckten Zeitschriften. Einen Überblick über Südasien relevante E-Journals bietet der EZB-Fachausschnitt Südasien von Savifa. Eine fachliche Gliederung ermöglicht dabei einen direkten Browsingeinstieg zu elektronischen Zeitschriften zur Geschichte und Archäologie Südasiens.

Die überwiegende Zahl der hier genannten E-Journals sind entweder in ihrer Ausrichtung interdisziplinär oder beziehen sich auf einen größeren geographischen Rahmen, dennoch gehören sie zu den Standardzeitschriften des Faches Geschichte Südasiens:

Zu den digital zugänglichen Zeitschriften, die sich überwiegend mit der Geschichte Südasiens befassen gehören:


Digitale Publikationen: Elektronische Publikationen
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Das eigenständige elektronische Publizieren ist im Fachgebiet Geschichte Südasiens noch nicht weit verbreitet. Einzelne Dokumente wie Zeitschriftenaufsätze oder Arbeits- und Forschungspapiere, die online zugänglich sind, finden sich verteilt im WordWideWeb. Einige Wissenschaftler und Einrichtungen stellen zunehmend ihre Veröffentlichungen auch online zur Verfügung, ohne dass dabei jedoch von einem systematischen elektronischen Publizieren gesprochen werden kann.

Das fachliche Repositorium SavifaDok enthält mittlerweile an die 70 Online-Dokumente mit geschichtswissenschaftlichem Bezug. Hier ist man bemüht, Südasien-Historiker und geschichtswissenschaftliche Einrichtungen, die sich mit Südasien beschäftigen, dauerhaft für das elektronische Publizieren zu gewinnen.

In diesem Zusammenhang kann besonders auf die zwei Schriftenreihen Elektronische Veröffentlichungen zur Geschichte Südasiens bzw. Internet Publications on South Asian History verwiesen werden, die von der Abteilung Geschichte Südasiens am Südasien-Institut der Universität Heidelberg herausgegeben werden. Seit 2006 werden Vorträge, Aufsätze, aber auch herausragende Magister- und Studienarbeiten veröffentlicht, die sich mit der Geschichte Südasiens befassen. Hinzu kommt die Reihe Lectures on South Asian History, in der Mitschnitte von Vorträgen veröffentlicht werden.

Eine übergreifende und umfassende Suche nach elektronischen Dokumenten zur Geschichte Südasiens ermöglicht der Metakatalog OAIster, in dem die bibliografischen Daten von mehr als 1.100 Repositorienbetreibern eingespielt sind.

Online verfügbare Dokumente, die von Südasienhistorikern erarbeitet wurden und an der SOAS tätig sind, können über SOAS Research Online gefunden werden. Dies gilt mit der Einschränkung, dass nicht alle darin nachgewiesenen Texte auch tatsächlich online verfügbar sind. Für Pakistan gibt es das fächerübergreifende Pakistan Research Repository, das auch geschichtswissenschaftliche Beiträge enthält. Der Schwerpunkt dieses Repositoriums liegt auf der Veröffentlichung von Dissertationen und hochwertigen Abschlussarbeiten. Elektronische Bestände zur Geschichte Bhutans können über die National Digital Library of Bhutan recherchiert werden. Zudem veröffentlicht eines der zentralen Forschungseinrichtungen Bhutans, das Centre for Bhutan Studies, den Großteil seiner Publikationen mittlerweile auch in elektronischer Form. Einige wenige Online-Veröffentlichungen zur Geschichte der Malediven sind über die Homepage des National Centre for Linguistic and Historical Research verfügbar.


Fazit
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Unbestreitbar hat sich das Internet in rasanter Weise zu einem Hilfsmittel der wissenschaftlichen Literatur- und Informationsbeschaffung entwickelt. Diese Feststellung gilt ohne Abstriche auch für die Geschichtswissenschaft, die sich mit der Region Südasien beschäftigt.

Es existiert bereits ein vielfältiges Angebot an Internetquellen sowie digitalen und elektronischen Publikationen, wenngleich dabei von Vollständigkeit keine Rede sein kann. Der Schwerpunkt dieses Guides liegt auf institutionellen Angeboten, private Initiativen wurden dann aufgenommen, wenn eine gewisse Nachhaltigkeit gegeben scheint. Auch die Online-Angebote von Verlagen spielen eine immer größere Rolle, sodass auf zentrale Dienstleistungen verwiesen wurde, die zumeist deutschlandweit über Nationallizenzen zugänglich sind.

Die drei zentralen Portale SARAI, Digital South Asia Library (DSAL) und Virtuelle Fachbibliothek Südasien (Savifa) decken einerseits die Region Südasien in ihrer ganzen Spannbreite ab, zum anderen bieten sie Zugriff auf (retro-)digitalisierte sowie elektronische Ressourcen und Recherchemöglichkeiten für das gesamte fachspezifische Internetangebot.

Festzustellen ist, dass zur indischen Geschichte einerseits sowie zur Neueren und Neuesten Geschichte andererseits die meisten Angebote verfügbar sind. Besonders zur Geschichte der britischen Kolonialherrschaft auf dem indischen Subkontinent gibt es zahlreiche Online-Ressourcen. Die anderen (historischen) Regionen Südasiens sind hin-gegen schwach vertreten. Hier liegt also noch ein enormes Entwicklungspotenzial. Die Tendenzen der letzten Jahre lassen vermuten, dass diese Lücke nicht restlos geschlossen werden kann, aber doch weitere wertvolle Ressourcen das Licht der Internetwelt erblicken werden.


Literatur
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Literaturhinweise zur Geschichte Südasiens

Crispin Bates, Subalterns and the Raj. South Asia since 1600, London 2007.

Sugata Bose / Ayesha Jalal, Modern South Asia: history, culture, political economy, 2. Aufl., New York 2004.

Hermann Kulke, Indische Geschichte bis 1750, München 2005.

Michael Mann, Geschichte Indiens. Vom 18. bis zum 21. Jahrhundert, Paderborn 2005.

Literaturhinweise zur Geschichtsschreibung Südasiens

Stephan Conermann (Hrsg.), Die muslimische Sicht (13. bis 18. Jahrhundert), Frankfurt am Main 2002.

Michael Gottlob (Hrsg.), Historisches Denken im modernen Südasien (1786 bis heute), Frankfurt am Main 2002.

Michael Mann, Sinnvolle Geschichte: Historische Repräsentationen im neuzeitlichen Südasien, Heidelberg 2009.

Literaturhinweise für die Recherche zu Südasien

Nicole Merkel / Robby Geyer, Südasien digital: Savifa – Die virtuelle Fachbibliothek Südasien. In: Periplus: Jahrbuch für außereuropäische Geschichte 18.2008, S. 199-202.

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