In digitaler Form vorliegende Informationsressourcen erfreuen sich infolge der direkten Zugriffs- und besseren Verarbeitungsmöglichkeiten zunehmend größerer Beliebtheit. Sie stehen im Internet entweder frei zur Verfügung („Open Access“) oder sind lizenzpflichtig. Vielfach haben Informationseinrichtungen für Ihre Angehörigen entsprechende Lizenzen zur Nutzung im eigenen Netz bereits erworben, so dass auch diese Angebote etwa in den Räumlichkeiten der Bibliothek uneingeschränkt genutzt werden können. Publikationen, die frei im Internet zur Verfügung stehen, werden von den zuständigen Sondersammelgebietsbibliotheken teils in ihren Bibliothekskatalogen, teils in eigenen Katalogen für wissenschaftlich relevante Internetressourcen verzeichnet. Der umfangreichste Katalog mit für die Osteuropaforschung relevanten Ressourcen des In- und Auslands ist OstNet mit über 10.000 inhaltlich erschlossenen Links, ca. ein Viertel davon sind elektronische Publikationen.
Elektronische Monographien, Herausgeberwerke oder Zeitschriften entstehen unmittelbar digital oder als „Retrodigitalisat“ von ursprünglich gedruckt vorliegenden Dokumenten. Die Form der Aufbereitung kann dadurch von Material zu Material variieren. Liegt ein Text beispielsweise als bloße Bilddatei (Image) vor, können seine Einzelseiten lediglich als Ganzes betrachtet, ausgedruckt oder gespeichert werden. Bei so genannten elektronischen Volltexten lässt sich dagegen der Textkorpus maschinell z.B. nach Begriffen durchsuchen und abschnittsweise verarbeiten.
Die ViFaOst bietet unter Texte und Materialien einzelne thematisch einschlägige Reihen, Quellen, Hilfsmittel und Einzelberichte allgemein zur osteuropäischen Geschichte und Kultur an. Auf der Plattform Kakanien Revisited kann auf Beiträge, Materialien und Rezensionen zu Mittelost- und Südosteuropa zugegriffen werden. Ein Osteuropa-Fachausschnitt für elektronische Zeitschriften steht über die ViFaOst zur Verfügung. Vielfach führt aber auch die inhaltlich eingeschränkte Suche in fachübergreifenden Volltext-Datenbanken wie JSTOR oder CEEOL zu einer Fülle von brauchbaren Treffern. Weitere für die Osteuropaforschung relevante Einzelpublikationen finden sich zudem verteilt auf einer Vielzahl institutioneller Dokumentenspeicher. An vielen osteuropäischen Nationalbibliotheken, aber auch an kleineren Institutionen, sind aktuell zudem Projekte zur Digitalisierung des eigenen kulturellen Erbes im Gange. Allerdings ist es im Internet bislang fast unmöglich, systematisch etwa nach elektronischen Textdokumenten zu suchen. Zur Optimierung der Recherchemöglichkeiten und dauerhaften Erhaltung (Langzeitarchivierung) der Ressourcen entsteht gegenwärtig die Plattform OstDok („Osteuropa-Dokumente Online“), die als zentraler Anlaufpunkt für fachrelevante elektronische Volltexte dienen soll.