Aufgabe und Anspruch eines Web-Portals ist die Bündelung von Online-Angeboten unter einer bestimmten thematischen Eingrenzung und ihre Erschließung durch verschiedene Suchfunktionen, wobei die angebotenen Ressourcen von ausgewiesenen Fachleuten in Wissenschaft und Bibliotheken ausgewählt werden und somit deren Qualität sowie die Erschließung nach bibliothekarischen Standards gewährleistet wird. Das Profil kann sowohl fachlich als auch regional strukturiert sein.
Bei einigen Portalen sind beide Zugriffsmöglichkeiten miteinander verknüpft, so stellt die Virtuelle Fachbibliothek Osteuropa (ViFaOst) ein Regionalportal zur osteuropäischen Geschichte dar, dessen Materialien zugleich für verschiedene Fachgebiete relevant sind. Dabei liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf der Geschichte Osteuropas, was auch dem Arbeits- und Forschungsschwerpunkt der beteiligten Kooperationspartner entspricht. Die ViFaOst vereint das Angebot von Bibliotheken, Forschungsinstitutionen und der Universität, wodurch der Transfer von Informationsanbietern zu den Vertretern von Forschung und Lehre und umgekehrt integraler Bestandteil des Portals ist. Daher sind neben bibliothekarischen Modulen wie elektronischen Bibliothekskatalogen (OPACs), Neuerwerbungen, Zeitschriften- und Fachdatenbanken[6] auch verschiedene Angebote rund um Studium und Lehre wie ein Verzeichnis von Hochschulschriften oder ein digitales Handbuch zu aktuellen Forschungsthemen vorhanden. Neben eigenen Datenbanken präsentiert die ViFaOst auch die Angebote externer Partner, zum Teil auch solcher, die ihren Schwerpunkt nicht in der Osteuropaforschung haben, wie der Friedrich-Ebert-Stiftung oder des Zentralinstituts für Kunstgeschichte[7].
Die ViFaOst kooperiert darüber hinaus mit einer Reihe von weiteren regional und thematisch benachbarten Fachportalen wie beispielsweise dem Regionalportal vifanord, das einen Einstieg zu Geschichte und Kultur der baltischen Länder bietet und eine Metasuche über Bibliothekskataloge, Zeitschriftendatenbanken und Internetressourcen bereitstellt.
Osteuropa-wissenschaften.ch, das Portal zu den osteuropawissenschaftlichen Institutionen der Schweiz, ist an der Schweizer Osteuropabibliothek angesiedelt und bietet neben verschiedenen Übersichten über die Aktivitäten der nationalen Osteuropaforschung Zugang zu einer Datenbank von Internetressourcen mit einfachen Suchmöglichkeiten.
Das österreichische Projekt Kakanien revisited versteht sich als Plattform für interdisziplinäre Forschung im Bereich Mittel-Ost- bzw. Zentral- und Südosteuropa mit regionalem und inhaltlichem Schwerpunkt auf dem ehemaligen Habsburgerreich. Geboten werden vor allem zahlreiche Volltexte in verschiedenen Rubriken sowie Weblogs für die wissenschaftliche Kommunikation und E-Rooms als Arbeitsplattformen für Projekte.
[6] Vgl. dazu die verschiedenen Angebote unter <http://www.vifaost.de>.
[7] <http://www.zikg.eu>. Das ZIK bietet seine Neuerwerbungen zum Sammelschwerpunkt osteuropäische Kunst im Modul Neuerwerbungen an: <http://www.vifaost.de/neuerwerbungen/>.