Olivia Griese / Norbert Kunz / Gudrun Wirtz: Osteuropa [PDF-Version]

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Einleitung | Die historischen Regionen Osteuropas | Institutionen und Bestände | Fach- und Regionalportale | Rechercheinstrumente | Elektronische Publikationen | Fachservice: Kommunikation und Information | Weiterführende Literatur

National wie international lassen sich inzwischen die gedruckten und elektronischen Bestände von Informationseinrichtungen im Internet recherchieren. Je nach Interesse ist dazu auch die Kenntnis des Sammelprofils der relevanten Institutionen von Bedeutung.

Wichtigste Anlaufstelle für die Literaturrecherche zur Geschichte des östlichen Europa ist im deutschsprachigen Raum die Bayerische Staatsbibliothek. Seit Anfang der 1950er Jahre erfüllt sie deutschlandweit im Rahmen des durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Systems der verteilten nationalen Forschungsbibliothek die Funktion der Sondersammelgebietsbibliothek für die Länder Ost-, Ostmittel- und Südosteuropas. Die Osteuropasammlung der Bayerischen Staatsbibliothek umfasst ca. 1 Mio. Bände und etwa 5.000 laufende Zeitschriften sowie eine Vielzahl elektronischer Ressourcen und Mikroformen. Sie wächst jährlich um ca. 20.000 weltweit erworbene Bände. Für Ungarn ist die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen die erste Adresse. Das Sondersammelgebiet Baltische Länder wird seit 1998 an der Universitätsbibliothek Greifswald gepflegt. Bis 1998 fiel diese Aufgabe der Bayerischen Staatsbibliothek München zu, die demnach insbesondere für Literatur zum Baltikum bis 1997 zu konsultieren ist.[5]

Hervorragende Literaturbestände finden sich zudem an einer Reihe von Spezialbibliotheken wie den Bibliotheken des Herder-Instituts Marburg (Schwerpunkt Ostmitteleuropa), des Wissenschaftszentrums Ost- und Südosteuropa Regensburg (Schwerpunkt Ost- und Südosteuropa) oder des Collegium Carolinum (Schwerpunkt Tschechien und Slowakei). Für die Erforschung der deutschen Geschichte im östlichen Europa ist darüber hinaus die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne hervorzuheben. Ein fachlich einschlägiges Profil weisen Osteuropabestände von Forschungseinrichtungen wie den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft oder aber des Instituts für Zeitgeschichte in München auf. In der Schweiz sammelt die Schweizerische Osteuropabibliothek Literatur zu Gegenwartsfragen und Zeitgeschichte des europäischen Ostens und der sowjetischen Nachfolgestaaten.

Mindestens die neuere deutschsprachige Literatur zu Osteuropa ist vollständig zu finden in den Sammlungen der Deutschen Nationalbibliothek, der Schweizerischen Nationalbibliothek sowie der Österreichischen Nationalbibliothek, die systematisch die Neuerscheinungen des jeweiligen Landes erwerben. Letztere weist zudem hervorragende Altbestände zu Ostmittel- und Südosteuropa auf. Sehr gute Bestände zur osteuropäischen Geschichte besitzt auch die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.

Zentrale Anlaufstellen zur Recherche von Literatur in osteuropäischen Sprachen und mit inhaltlichen Bezügen sind auch die jeweiligen Nationalbibliotheken osteuropäischer Staaten. Ein Überblick findet sich auf der Website TEL. In vielen osteuropäischen Ländern existieren überdies große Spezialbibliotheken zur Geschichte, so z.B. für Russland die Gosudarstvennaja Publičnaja Istoričeskaja Biblioteka sowie neuerdings die Russische Präsidentenbibliothek. Die einschlägigen osteuropäischen Bibliotheken sind in OstNet, dem Internetressourcenkatalog der ViFaOst, verzeichnet. Auch im nicht osteuropäischen Ausland weisen die Nationalbibliotheken in der Regel zumindest herausragende Bestände in der jeweiligen Landessprache zu Osteuropa aus. Eine ganze Reihe größerer Nationalbibliotheken wie die Library of Congress oder die British Library sammeln in großem Umfang zudem osteuroparelevante Literatur im internationalen Kontext. Zu nennen ist ebenso die New York Public Library.

Trotz der deutschlandweiten Kürzungen von Lehrstühlen und der Verlagerung von ganzen Instituten wird das Fach Osteuropäische Geschichte im deutschsprachigen Raum immer noch an vielen Universitäten gelehrt. Dies spiegelt sich auch in den Beständen vieler Universitäts- oder Seminarbibliotheken wider. Von internationaler Bedeutung sind insbesondere die Bibliotheken der großen amerikanischen Universitäten wie Harvard, Yale u.a.


[5] Einen Überblick über Bibliotheken mit regionalen wie fachlichen Sammelschwerpunkten in Deutschland bietet das Informationssystem Webis: <http://webis.sub.uni-hamburg.de>.


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