Institutionelle Förderer

Institutionelle Förderer

Bayerische Staatsbibliothek, München

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin

Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln

Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Franz Steiner Verlag GmbH, Stuttgart

Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv der sozialen Demokratie, Bonn

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO), Leipzig

Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig

Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

Hamburger Edition, Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München

Historisches Institut, FernUniversität in Hagen

Historisches Institut, Universität der Bundeswehr München

Historisches Institut, Universität Mannheim

Historisches Institut, Universität Paderborn

Historisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Historisches Seminar, Johann Wolfgang Goethe-Universität

Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover

Historisches Seminar, Universität Luzern

Historisches Seminar, Universität Siegen

Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

IFK - Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien

IGK Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive, Humboldt-Universität zu Berlin

infoclio.ch, Fachportal für die Geschichtswissenschaften der Schweiz, Bern

Institut für Geschichte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien

Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

Institut für Geschichte, Eidgenössische Hochschule Zürich

Institut für Geschichte, Universität Graz

Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg

Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin

Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Karl-Lamprecht-Gesellschaft Leipzig e.V.

Klartext Verlag. Jakob Funke Medien Beteiligungs GmbH & Co. KG, Essen

Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz

Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, Bonn

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Peter Lang GmbH - Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main

Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Ditzingen

Seminar für Alte Geschichte, Universität Heidelberg

Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Dresden

Stiftung Hamburger Institut für Sozialforschung

Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Verlag C.H. Beck, München

Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, Paderborn

Verlag Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt am Main

Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster

Wallstein Verlag, Göttingen

Waxmann Verlag GmbH, Münster

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V., Potsdam

Alte Geschichte

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Einleitung

Icon zum Guide Alte Geschichte

Die Alte Geschichte beschäftigt sich hauptsächlich mit schriftlichen Quellen aus dem griechisch-römischen Kulturkreis und denen der Kulturen, die mit diesem in unmittelbarem Kontakt standen. Sie beginnt bei ersten schriftlichen Aufzeichnungen der alten Hochkulturen der Sumerer, Kreter und Ägypter ab 2000 v. Chr. und geht im allgemeinen bis zum 6. Jh. n. Chr. Das geographische Gebiet, mit dem sich die Alte Geschichte beschäftigt, ist das, welches zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan Anfang des 2. Jh. n. Chr. von den Römern beherrscht worden war. Das Gebiet umfasst neben Italien und Griechenland auch die Nordafrikanische Küste, Ägypten, die Gebiete Süd- und Westeuropa, des südlichen Mittel- und Osteuropas, sowie den Nahen Osten, das Gebiet der heutigen Türkei und das Zweistromland. Griechen und Römer nahmen eine wichtige Stellung im Mittelmeerraum ein und prägten den europäischen Kulturkreis geistig und kulturell. Sie entwickelten eine Geschichtsschreibung, die es ermöglicht, das Geschehen aus diesen Epochen genau zu rekonstruieren. Aus diesem Grund bilden die schriftlichen Quellen den klassischen aber nicht ausschließlichen Zugang zur Antike. Bei dem Umgang mit den antiken Quellen ist jedoch Vorsicht geboten, da sie mit moderner wissenschaftlicher Geschichtsschreibung nicht viel gemeinsam haben. Anders als beim heutigen Ideal der Geschichtsschreibung ging es den antiken Autoren nicht darum, ein objektives Bild des Geschehenen zu vermitteln. Die Quellen sind situationsabhängig gefärbt, das Denken und die äußeren Einflüsse nicht mit heutigen Maßstäben zu messen. Die Aufgabe des modernen Historikers ist es, diese Quellen kritisch zu untersuchen und die Zusammenhänge offen zu legen, welche die Gestaltung der Quellen beeinflussten. Daher sind Informationen über den Autor, Entstehungszeitraum, Darstellungsabsichten und das Zielpublikum notwendig. Wichtige Erkenntnisse liefert auch die Beschäftigung mit den Hilfswissenschaften Numismatik, Epigraphik und Papyrologie, bei denen es um die Untersuchung von Münzen, Inschriften und Papyri geht.

Die Beschäftigung mit dem klassischen Altertum erlebte im 19. Jh. einen Aufschwung, als die antiken Werte und Zustände als das zu erstrebende Ideal angesehen wurden. Dies führte dazu, dass zum Anfang des 20. Jh. die Beschäftigung mit der Alten Geschichte ihre Blütezeit erlangte. Bekannte Historiker waren Johann Gustav Droysen, Theodor Mommsen, Leopold von Ranke und Julius Beloch, um nur einige anzuführen.

Heutzutage erfreuen sich die Publikationen zur Alten Geschichte in Verbindung mit jeder Art von elektronischen Medien zunehmender Beliebtheit.

Autoren

von Mark Beck und Christoph Schäfer. Prof. Dr. Christoph Schäfer ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Trier.

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Portale

Das umfassendste Portal für die Alte Geschichte ist der Katalog der Internetressourcen für die Klassische Philologie aus Berlin, genannt KIRKE, von Ulrich Schmitzer. KIRKE bietet Links zu allen Bereichen der Alten Geschichte, wie etwa zu Bibliographien, Online-Zeitschriften, Hilfswissenschaften, Seiten zu antiken Autoren, Enzyklopädien, sowie zu historischen Stätten und Museen, um nur einige wenige zu nennen. Die Links sind übersichtlich gegliedert und führen jeweils zu einer umfassenden Liste von ebenfalls gegliederten Links zu den einzelnen Themenbereichen. KIRKE bietet auch Hilfe bei der Suche nach weiteren altertumswissenschaftlichen Angeboten im Internet und hat eine eigene Suchfunktion für alle Seiten von KIRKE. Das Angebot richtet sich auch an die altgeschichtlich versierten Benutzer, die gezielt nach bestimmten Themenbereichen suchen und bietet einen hervorragende Einstiegsmöglichkeit ins weltweite Netz. An dieser Stelle soll noch darauf hingewiesen werden, dass Ulrich Schmitzer auf dieser Seite speziell zu Ovid eine Fülle an Material einschließlich Texten und Übersetzungen in vorbildlicher Weise zusammengestellt hat.

Ein ebenfalls reichhaltiges Angebot bietet die Homepage der Alten Geschichte der Humboldt Universität zu Berlin unter der Redaktion von Udo Hartmann. Die Seite listet geordnet und übersichtlich Werkzeuge für Althistoriker auf. Die Hauptgebiete untergliedern sich in Suchmaschinen und Literaturrecherche, Institutionen, Hilfswissenschaften, Texte, Antike Geschichte, Linksammlungen und Nachschlagewerke sowie weitere Tipps. Jeder dieser Bereiche ist alphabetisch unterteilt. Die einzelnen Links sind kurz und prägnant kommentiert, jeder Unterbereich ist wieder mit dem Inhaltsverzeichnis verlinkt, was die Navigation einfach und die Struktur übersichtlich macht. Somit wird eine ausgezeichnete Startposition für die Altertumswissenschaften geboten, wovon sowohl gestandene Altertumswissenschaftler als auch Neueinsteiger profitieren.

Ein weiteres Portal, wenn auch nicht annähernd so umfassend wie KIRKE oder das der HU Berlin, ist The Classics Page at Ad Fontes Academy. Das Portal der christlichen Schule aus Virginia ist übersichtlich in die folgenden Bereiche gegliedert: Latin Texts, Classical Links of General Interest, Classical Associations & Groups, Classical Journals, Special Sites and Homepages, Discussion Lists, Images of the Ancient World, Latin Ressources und Books & Software. Die Links führen fast ausschließlich auf englischsprachige Seiten. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Benutzer, die sich eher einen Überblick verschaffen möchten und nicht althistorisch versiert sind. Lobenswert hervorzuheben ist der direkte Link auf eine zur Schulseite gehörige lateinische Online-Bibliothek, wobei die Texte der Autoren allerdings ausschließlich auf Latein zur Verfügung stehen.

Ebenfalls hervorzuheben ist das Portal des Seminars für Alte Geschichte der Philipps-Universität Marburg. Die Seite bietet übersichtliche Links zu Instituten und Personen zur Alten Geschichte in Deutschland, weiteren Einstiegsportalen, antiken Textsammlungen, Datenbanken und Literaturrechereche, sowie Zeitschriften und Reihen, Seiten zur Fachdidaktik und Varia.

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Datenbanken

Die Universität Bologna und die Humboldt Universität zu Berlin betreiben das Projekt Teledidaktik und Multimediaverwendung auf dem Gebiet des klassischen Altertums, des frühen Christentums, des Alten Orients und der Spätantike (TELEMACO/TELEMACHOS). Bei diesem von der Europäischen Union geförderten Projekt geht es darum, möglichst alle Multimedia-Produkte aus den Bereichen der Klassischen Antike und des Alten Orients, die in den Ländern der Europäischen Union entstanden sind, in einer Datenbank zusammenzuführen. Hierbei soll die Entwicklung von didaktischen Strategien im Vordergrund stehen. Auf die Datenbank kann der Benutzer wahlweise mit einer Index- oder einer freien Suche zugreifen, die Bezeichnungen sind sowohl in italienisch als auch deutsch angegeben. Die Indexsuche ist übersichtlich nach Rubriken geordnet. Bei der freien Suche können nach Autor, Titel, Stich- und Schlagwörtern, der Sprache des Produktes, der Sektion (wie etwa Atlas oder Zeitschrift) und dem Abschnitt (beispielsweise Internet oder CD-ROM) gesucht und die Ergebnisse nach verschiedenen Kriterien geordnet werden. Die einzelnen Datensätze enthalten den Titel, den Autor, die URL, die Sprache des Produktes sowie die Angabe, unter welchen Abschnitt und welche Sektion die Produkte fallen. Ebenfalls angeführt sind eine kurze Beschreibung der Inhalte, eine Bewertung der Nutzbarkeit, das Zielpublikum (Gymnasium, Universität, Erwachsenen- und Fortbildung), Hard- und Softwareanforderungen und bei kommerziellen Produkten eine Bezugsadresse sowie die Anschaffungskosten. Die Datenbank ist übersichtlich gegliedert und auf Grund der breitgefächerten Zielgruppe für jeden Benutzer geeignet.

Bibliographien sind wegen ihrer einheitlichen Datenorganisation für den Aufbau von Datenbanken wie geschaffen. Aus diesem Grund werden inzwischen die wichtigsten Bibliographien zumindest teilweise in elektronischer Form präsentiert. Eine bibliographische Datenbank bietet die Online-Version der Zeitschrift Gnomon. Bei dieser Version steht eine begrenzte Anzahl von Titeln aus den letzten drei Jahren kostenlos zur Verfügung, die Vollversion ist als CD käuflich erwerbbar und umfasste beispielsweise im Jahr 2005 etwa 330.000 Titel. Ein Update der Online-Version findet wöchentlich statt. Für die Erfassung der einzelnen Titel werden die bibliographische Beilage des Gnomon, die einschlägigen Zeitschriften und Reihen sowie die Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek München und der Katholischen Universität Eichstätt verwendet. Für die Suche steht eine in drei Bereiche untergliederte Volltextsuche mit einer Suchmaske, einem Thesaurus und einem Personenregister zur Verfügung. Die Suchmaske erlaubt wahlweise die allgemeine Suche nach Schlagwörtern, eine Suche nach Personen, Jahr und Titel oder eine Expertensuche, bei der der Benutzer genauere Einschränkungen vornehmen kann. Personenregister und Thesaurus sind alphabetisch geordnet. Alle drei Suchmöglichkeiten sind wie auch die Ergebnislisten übersichtlich und leicht verständlich.

Eine weitere bibliographische Datenbank ist die Tables of contents of Journals of Interest to Classicists (TOCS-IN). Die Datenbank wurde 1992 gegründet und wertet etwa 185 altertumswissenschaftliche Zeitschriften mit über 45.000 Artikeln aus. Das Suchwerkzeug umfasst lediglich ein Freitextfeld, genauere Erläuterungen, mit welchen Sonderzeichen welche Wirkung zu erzielen ist, sind vorhanden. Ein Benutzer sollte sich erst einlesen, bevor er eine Suche startet. Dafür kann er aber seine Suche besser spezialisieren. Ein benutzerfreundlicheres Suchwerkzeug wäre dennoch wünschenswert. Die Suchergebnisse werden alphabetisch nach Zeitschriftenname und Erscheinungsjahr geordnet. Im weltweiten Netz vorhandene Artikel oder Abstracts sind verlinkt.

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Zeitschriften

Es existiert eine Fülle von Zeitschriften zum Themengebiet der Alten Geschichte, die über die Portale KIRKE und die Homepage der Alten Geschichte der Humboldt Universität zu Berlin zu erreichen sind. Besonders hervorzuheben sind hierbei zwei Zeitschriften, weil sie in ihrer Erscheinungsform auf die frei zugängliche Publikation im Netz hin ausgelegt sind. Hierbei handelt es sich um die Bryn Mawr Classical Review und das Göttinger Forum für Altertumswissenschaften. Der große Vorteil solcher Zeitschriften liegt in der schnellen Veröffentlichung der Rezensionen für ein breites Publikum.

Die Bryn Mawr Classical Review (BMCR) ist die zweitälteste online publizierte Zeitschrift in den Sozialwissenschaften und seit 1990 im Betrieb. Die Zeitschrift hat sich inzwischen als wichtigste Online-Rezensionszeitschrift durchgesetzt. Sie wird nicht zusätzlich noch konventionell gedruckt, sondern erscheint ausschließlich online. Die einzelnen Rezensionen sind über eine übersichtliche Suche zu finden. Der Benutzer kann sich die einzelnen Jahrgänge oder einen alphabetischen Index der Rezensenten bzw. der Autoren anzeigen lassen sowie nach Stichwörtern suchen. Des Weiteren kann der Benutzer festlegen, wie er die griechischen Schriftzeichen dargestellt haben möchte, um Probleme bei der Anzeige zu vermeiden.

Das Göttinger Forum für Altertumswissenschaften (GFA) veröffentlicht seit 1998 Rezensionen und Aufsätze zur griechisch-römischen Antike, wobei die Schwerpunkte in den Bereichen der Alten Geschichte, der klassischen Philologie und der Archäologie liegen. Im Gegensatz zur BMCR wird jedes Jahr eine Monographie mit den besten Beiträgen gedruckt, die einzelnen Jahrgänge sind auf CD-ROM erhältlich. Bei den einzelnen Jahrgängen werden die Aufsätze und Rezensionen überschaubar in zwei Spalten angeordnet.

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Epigraphik

Für das wissenschaftliche Arbeiten können inzwischen eine ganze Reihe von elektronischen Inschriftensammlungen genutzt werden. Einen großen Bestand an griechischen Inschriften enthält die vom Packard Humanities Institut  herausgegebene CD-ROM PHI 7, auf der nahezu alle wichtigen Editionen gespeichert sind. Diese kann beim Institut angefordert werden (300 Second Street, Suite 200, Los Altos, CA 94022, USA, email: phi@packhum.org). Eine kontinuierlich erweiterte Datenbank wird von dem Institut auch online angeboten. Sie enthält inzwischen fast alle Inschriften der CD-ROM, lediglich die christlichen wurden bisher (Oktober 2007) noch nicht integriert. Inzwischen ist der Bestand der Online-Datenbank größer als derjenige der CD-ROM, weil in ihr auch Inschriften erfasst werden, die nicht auf der CD-ROM enthalten sind. In der Online-Datenbank sind die Inschriften nach Region gegliedert. Eine Suchfunktion ist vorhanden.

Für die lateinische Epigraphik spielt die von Manfred Clauss betreute kostenlose Epigraphische Datenbank Clauss – Slaby eine herausragende Rolle, da in ihr inzwischen über 390.000 Datensätze aus über 640 Publikationen für mehr als 17.300 Orte aufgenommen sind. In ihr sind weitestgehend alle lateinischen Inschriften erfasst und sie bietet damit online den größten Bestand. Es wird eine übersichtliche statistische Aufschlüsselung über die Bände und die Zahl der aus ihnen erfassten Inschriften geboten sowie eine Angabe darüber, ob die Bände vollständig erfasst sind. Die Texte wurden geprüft, gegebenenfalls nachgebessert und aufgelöst, die Verwendung der Sonderzeichen wurde auf ein Minimum beschränkt. Ein Abkürzungsverzeichnis mit Querverweisen auf andere epigraphische Datenbanken ist ebenfalls vorhanden. Die Inschriften in der Datenbank wurden nach bestimmten Normen erfasst und sind im Volltext recherchierbar. Das integrierte Suchsystem sorgt für einen effizienten Zugang zu dem archivierten Material. Eine gut eingrenzbare Suche wird durch die Kriterien Beleg, Provinz, Ort sowie zwei durch logische Operatoren verknüpfte Suchfelder ermöglicht. Umfangreiche Sucherläuterungen sind ebenfalls vorhanden. Die Ergebnisdarstellung ist übersichtlich und kann wahlweise nach Belegstelle oder Provinz geordnet werden.

Eine weitere kostenlose epigraphische Datenbank, die Inscriptiones Latinae Eystettenses (IlatEyst), bietet die Universität Eichstätt zum kostenlosen Download an. Die Datenbank kann mit dem Programm ConcEyst (Eichstätter Konkordanzprogramm zur griechischen und lateinischen Epigraphik), das ebenfalls zum kostenlosen Download angeboten wird, auf dem Rechner des Benutzers installiert und ausgeführt werden. ConcEyst bietet aktuelle Textbestände von griechischen, vor allem kleinasiatischen, und lateinischen Inschriften im Konkordanzformat und eine der weltweit umfangreichsten epigraphischen Datenbanken mit griechischen und lateinischen Inschriften. Erfasst sind momentan 130 Publikationen. Der Benutzer kann sich wahlweise alle Bücher auflisten lassen und bekommt in einer Spalte alle Inschriften eines Buches angezeigt, die zudem kommentiert sind. Nach Wunsch kann das Recherchewerkzeug auch in allen oder ausgewählten Publikationen suchen. Bei der Suche kann der Benutzer unterscheiden, ob er bestimmte Items finden oder sich bestimmte Bereiche anzeigen lassen möchte. Die Suchergebnisse der Konkordanzrecherche werden nach dem Keyword-In-Context (KWIC)-Schema ausgegeben, die Folgewörter eines mehrfach erfassten Stichwortes sind ihrerseits alphabetisch sortiert. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass ConcEyst in der Lage ist, „reverse-index“, also Wörter in rückläufig sortierter Folge und beliebige Strings einschließlich Leerzeichen zu suchen. Auch die den epigraphischen Texten vorgestellten Kommentare können durchsucht werden. Zudem können griechische Textbestände durch den Export im Unicode-Format ohne Probleme in andere Programme kopiert werden. ConcEyst ist somit ein übersichtliches und äußerst benutzerfreundliches Programm. Die Tatsache, dass es auf den lokalen Rechner installiert werden kann, ist positiv hervorzuheben. Die Universität Eichstätt bietet ungefähr alle drei Monate einen aktualisierten Datensatz zum Download an. Der Benutzer ist dadurch zwar nicht immer auf dem neuesten Stand, wie es bei einer Online-Datenbank der Fall ist, dieser Nachteil wird jedoch durch die viel kürzeren Such-, Darstellungs- und Zugriffszeiten mehr als wettgemacht.

Ebenfalls zu erwähnen ist die Epigraphische Datenbank Heidelberg (EDH). In ihr sind hauptsächlich lateinische Inschriften aus dem Imperium Romanum erfasst und in kleiner Auswahl auch griechische Inschriften. Der Bestand umfasst zurzeit etwa 42.000 Inschriften, die im KWIC-Schema erfasst sowie überprüft und korrigiert sind. Neben der Epigraphischen Datenbank gehören zur EDH noch eine Epigraphische Bibliographie und eine Epigraphische Fotothek, die untereinander verknüpft sind (auf letztere kann noch nicht separat zugegriffen werden, eine Suchfunktion ist aber in der Entstehung begriffen). So werden neben den Texten auch Informationen zu den Inschriften, den Inschriftenträgern, Fund- und Aufbewahrungsort angeführt sowie zeichnerische und fotographische Dokumentationen und bibliographische Angaben gegeben. Dadurch entsteht eine umfassende Informationsbasis, die das erklärte Ziel hat, auch hohen wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen. Das Suchwerkzeug unterteilt sich in ein einfaches und ein erweitertes, wobei zusammengehörige Felder zur erhöhten Übersichtlichkeit farblich gekennzeichnet werden. Ebenfalls vorhanden ist eine noch nicht ausgereifte Suche für Experten. Darüber hinaus gibt die EDH Links zu anderen interessanten epigraphischen Angeboten an. Darunter findet sich beispielsweise die vollständige Bilddokumentation des Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL II2), wobei der Benutzer zu bestimmten Regionen Spaniens selbst unveröffentlichtes Bildmaterial einsehen kann.

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Numismatik

Eine leicht zu verstehende Einführung in die Numismatik aus Sammlersicht bietet die Seite Ancient Greek & Roman Coins: An Educational Site on Roman Coins, Greek Coins and other Ancient Coins von Doug Smith. Das Themengebiet wird in Münzen aus römischen Epochen sowie in Münzen aus Griechenland, dem Byzantinischen Reich und den östlichen Königreichen unterteilt. Behandelt wird eine Fülle Aspekten, beispielsweise wird eine allgemeine Einführung in die Numismatik und das Vokabular angeboten, außerdem wird erklärt, wie man Fälschungen erkennen kann und wie man Münzen am besten fotografiert. Die Seite ist reich bebildert und betextet, übersichtlich strukturiert, erhebt keinen Anspruch auf Fehlerfreiheit und Vollständigkeit. Sie richtet sich an Laien, die sich einen ersten Eindruck und einen Überblick über die Numismatik verschaffen möchten.

Eine Sammlung hochaufgelöst fotografierter Münzen stellt die Numismatische Bilddatenbank Eichstätt (NBE) zur Verfügung. Sie enthält über 4.500 Münzen aus den Sammlungen des Lehrstuhls für Alte Geschichte der Universität Eichstätt-Ingolstadt, des Seminars für klassische Philologie der Universität Erlangen, des Seminars für klassische Archäologie der Universität Regensburg sowie aus den Beständen der Auktionshäuser Gorny & Mosch (München), Leu Numismatics (Zürich), Münzen & Medaillen (Basel) und Numismatik Lanz (München). Der Zugang zur Datenbank kann über verschiedene Optionen erfolgen: Der Benutzer kann eine Volltextsuche über alle Felder ausführen oder aus einer kontrollierten Schlagwortliste sowie einem Thesaurus Suchbegriffe auswählen. Des Weiteren kann er über Legenden zugreifen oder direkt über einzelne Felder. Die Ergebnisse können entweder systematisch nur mit Objektnummern, als Bildergalerie, als Kurzliste mit Bildern oder mit allen Feldern angezeigt werden. Die NBE ist übersichtlich gestaltet und strukturiert und auf Grund der umfassenden Zugangsmöglichkeiten äußerst benutzerfreundlich. Die Bilder sind von hervorragender Qualität.

Hingewiesen werden soll auch auf den Münzkatalog des Perseus-Project, der im Text weiter unten [anchor bei den exemplarischen Sites und der Behandlung des gesamten Projektes genauer erläutert wird.

Ganz auf die wissenschaftliche Beschäftigung mit kleinasiatischen Münzen ausgerichtet ist das Informationssystem zur Erfassung Griechischer Münzen (ISEGriM). Die an der Universität Düsseldorf angesiedelte Datenbank enthält etwa 60.000 Münzen, die vom 7. Jh. v. Chr. bis zum 3. Jh. n. Chr. geprägt worden sind. Die Erschließung erfolgte auf der Basis der einschlägigen Corpora und Zeitschriftenaufsätze sowie allen größeren Sammlungen kleinasiatischer Münzen. Der Zugang zu ISEGriM erfolgt erst, wenn der Benutzer einen kurzen Online-Fragebogen ausfüllt. Die Zugangsdaten werden anschließend innerhalb weniger Tage mitgeteilt.

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Papyrologie

Unentbehrlich für die wissenschaftliche Recherche auf dem Gebiet der Papyrologie ist wie für die Epigraphik die CD-ROM PHI 7 des Packard Humanities Institut  (für den Erwerb: 300 Second Street, Suite 200, Los Altos, CA 94022, USA, email: phi@packhum.org). Auf ihr sind in der Duke Data Bank of Documentary Papyri (DDBDP) nahezu alle lateinischen und griechischen Papyri, Ostraka, Pergamente von historischem Interesse sowie Holz- und Wachstafeln aus Ägypten vom 4. Jh. v. Chr. bis zum 7. Jh. n. Chr. erfasst. Die Internetversion ist über das Perseus-Project zugänglich und wird mit dem gesamten Projekt bei den exemplarischen Sites genauer erläutert.

Hierbei sei auch noch einmal auf die Online-Datenbank des Packard Humanities Institut  hingewiesen, die, bis auf die christlichen, fast alle Inschriften der CD-ROM PHI 7 enthält und dazu auch noch welche, die nicht auf der CD-ROM sind.

Im Heidelberger Gesamtverzeichnis der griechischen Papyrusurkunden Ägyptens (HGV) unter Leitung von Dieter Hagedorn sind alle bisher veröffentlichten Papyri, Ostraka u.ä. Ägyptens erschlossen. Ziel des HGV ist es, auf dem Feld der Papyrologie zu einer Informationszentrale für alle Internet-Aktivitäten zu werden. Die Datenbank ist seit 2000 vollständig erschlossen, so dass nur noch neue Publikationen aufgenommen werden müssen. Sie enthält über 51.600 Datensätze, die den 580 erschlossenen Publikationsbänden entnommen sind. Besonderes Augenmerk wurde auf die Entstehungsdaten der Urkunden gelegt, so dass die o.g. Duke Data Bank of Documentary Papyri für die Datierung regelmäßig auf das HGV verweist. Der Benutzer kann wahlweise eine ausführliche Suche im Hauptregister der Datenbank über diverse Felder oder eine Liste der Publikationen vornehmen sowie in einer zweiten Datenbank mit dem Titel „Erwähnte Daten“ nach Datierungen suchen, die in Urkunden erwähnt, jedoch nicht ihr Abfassungsdatum sind. Auszüge aus den Datenbanken werden dem Benutzer übersichtlich als chronologisch geordnete Listen präsentiert. Die einzelnen Datensätze umfassen Informationen zur Publikation, Datierung, Ort, Titel, Material, Bemerkungen und Inhalt. Ein Link auf Abbildungen ist genauso gegeben wie einer auf den Originaltext in der DDBDP, wobei der Benutzer sich wahlweise für den Server in Sommerville oder Berlin entscheiden kann.

Informationen zu Papyri, Ostraka, Holztafeln u.ä. liefert auch das Advanced Papyrological Information System (APIS), in dem Teile der Bestände von 20 Universitäten und Instituten, wie etwa der Columbia University, dem Duke Papyrus Archive, der Princeton University Library, der University of California at Berkeley: The Tebtunis Papyri Collection at the Bancroft, der University of Michigan Papyrus Collection und der Yale Papyrus Collection erfasst sind. APIS enthält sowohl veröffentlichte als auch bisher noch unveröffentlichte Texte, wobei die Informationen zu den unveröffentlichten Papyri oftmals noch rudimentärer Natur sind. Nach Texten kann entweder gezielt über diverse Felder gesucht werden, oder es kann ein Browse-Werkzeug mit der Auswahl von Schlagwörtern oder Kategorisierungen verwendet werden. Die Ergebnisse enthalten physische Beschreibungen des Materials, bibliographische Informationen, englische Übersetzungen der Texte und Links zu Abbildungen. Ebenfalls angegeben ist ein Link zu dem jeweiligen Text im Original, meist in der DDBDP. APIS ist übersichtlich und benutzerfreundlich, und da in ihm institutionenübergreifend nach Texten gesucht werden kann, überaus nützlich. Die in APIS erfassten Bestände werden laufend erweitert.

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Exemplarische Sites

Die Universität Zürich bietet mit ihrem "Antiquit@s-Projekt"  eine grundlegende Einführung in die Themenfelder der Alten Geschichte an. Die Antiquit@s-Umgebung besteht aus verschiedenen Modulen, die vom Benutzer ausgewählt werden können. Die Module unterteilen sich ein drei Bereiche. Der erste befasst sich mit einer grundlegenden Einführung in die Alte Geschichte und die Chronologie. Der zweite liefert eine Einführung in die Methoden der Numismatik sowie der griechischen und lateinischen Epigraphik. Ebenfalls vorhanden sind thematische Module, die sich mit ausgewählten Bereichen der ägyptischen, griechischen und römischen Antike befassen, wie etwa der griechischen Demokratie, der römischen Armee der Kaiserzeit oder dem heidnischen und christlichen Senatsadel in spätrömischer Zeit, um nur einige zu nennen. Die einzelnen Module sind übersichtlich und leicht verständlich aufgebaut. Sie sind in Hauptkapitel unterteilt, für die Thema und Lernziel explizit definiert und deren Unterkapitel verlinkt sind. In jedem Unterkapitel erfolgt eine übersichtliche Erklärung des Stoffes. Relevante Quellen, Bilder, Notizen und Links sind zu jedem Thema angegeben.

Jedes Kapitel verfügt darüber hinaus über einen interaktiven Teil. Dieser kann beispielsweise relevante Karten oder ein Quiz zum Abprüfen des Gelernten enthalten. Jedes Modul bietet die Möglichkeit, Begriffe in einem Lexikon nachzuschlagen, einen virtuellen antiken Atlas sowie verschiedene Listen zur antiken Chronologie und weiterführende Recherchemöglichkeiten über ausgewählte Internetdatenbanken. Des Weiteren sind alle für das Modul relevanten Quellen, Bilder und Links aus den Unterkapiteln noch einmal zusammen angegeben.

Die Antiquit@s-Module richten sich inhaltlich an Einsteiger in die Alte Geschichte und geben einen guten, leicht verständlichen Überblick. Gerade die Einführung in die Methoden der Alten Geschichte ist positiv hervorzuheben. Die Module sind übersichtlich aufgebaut, bieten dem Benutzer viele Hilfestellungen und sorgen dafür, dass er den Überblick nicht verliert. Mit zahlreichen weiterführenden Verlinkungen wird das Medium Internet gut genutzt und dem Benutzer die Möglichkeit gegeben, die Themen zu vertiefen. Bilder, Karten, Quellentexte und Inschriften lockern die Module auf und flankieren sinnvoll die Texte. Alles in allem handelt es sich um eine gut umgesetzte und benutzerfreundliche Einführung in die Alte Geschichte. Perspektivisch ließe sich die Anzahl der Module erhöhen, um dem Benutzer noch mehr Spezialinformationen zu einzelnen Bereichen anbieten zu können.

Die Homepage von Markus Sehlmeyer bietet ausgewählte Informationen zum EDV-Einsatz in der Alten Geschichte. Sehlmeyer, ein ausgewiesener Experte auf diesem Sektor, weist auf ausgewählte Informationsquellen hin. Die Seite zeichnet sich besonders durch die umfassende Zusammenstellung altertumswissenschaftlicher CD-ROMs aus. Diese werden übersichtlich gegliedert und mit kompetenten Kommentaren erläutert. Des Weiteren werden Bezugsquellen und Preis angegeben sowie, falls vorhanden, ausführliche Rezensionen zu den einzelnen CDs verlinkt.

Eine Sammlung von Texten bietet, neben der bereits bei den Portalen erwähnten Latin Library der Ad Fontes Academy, die Bibliotheca Augustana. Diese graphisch höchst ansprechend aufbereitete Textsammlung gliedert ihren Bestand, der wie bei der Latin Library nicht auf die Antike beschränkt ist, sondern auch Autoren bis zur Neuzeit enthält, in folgende Teile: Bibliotheca Latina, Bibliotheca Graeca, Bibliotheca Germanica, Bibliotheca Anglica, Bibliotheca Gallica, Bibliotheca Italica und Bibliotheca Hispanica. Alle Texte sind ausschließlich in den Originalsprachen zugänglich, Übersetzungen stehen nicht zur Verfügung. Die einzelnen Teilbibliotheken sind für den Benutzer chronologisch nach Jahrhunderten oder alphabetisch aufrufbar, wobei die einzelnen Jahrhunderte ihren Epochen zugehörig gegliedert werden. Wählt der Benutzer ein Jahrhundert aus, werden alle Autoren dieser Zeit angegeben, wobei in den frühen Jahrhunderten ebenfalls mit Bildern unterlegte Inschriften und überlieferte Lieder mit angeführt werden. Zu den einzelnen Autoren wird eine ebenfalls bildlich unterlegte kurze Beschreibung gegeben, eine Liste ihrer Werke angeführt und eine Bibliographie aller ihrer Werke verlinkt. Selbstverständlich sind auch bei der Bibliotheca Augustana nicht alle Opera eines jeden Autoren vorhanden. Die Startseite verlinkt auch die Auxiliaria der Bibliotheca Latina. Hier sind Links auf Wörterbücher, Grammatiken, Bibliographien, einen Kalenderumrechner und Allgemeines, wie etwa Google latinus oder die lateinische Encyclopaedia Vicipaedia angeführt. Ebenfalls von der Startseite aus zu erreichen ist eine Bildergalerie, die einige weltweit ausgewählte Funde aus den Epochen von 35.000 bis 1.000 v. Chr. zeigt. Die Bibliotheca Augustana ist äußerst übersichtlich gegliedert, benutzerfreundlich und genügt graphisch höchsten Ansprüchen. Als Zielgruppe kommen nur User in Frage, die der von den Autoren benutzten Sprachen mächtig sind. Für diese Nutzer steht jedoch ein umfangreicher Fundus an Werken zur Verfügung.

Das Perseus-Project der Tufts University in Massachusetts ist eine digitale Bibliothek, die den Benutzern eine breit gefächerte Menge von Quellenmaterial zugänglich macht und unterschiedliche Quellengattungen wie Texte, Bilder, Münzen u.ä. zu einem Thema miteinander verlinkt. Perseus ist sowohl für Spezialisten als auch für Neulinge gleichermaßen gedacht und hat sich als Ziel gesetzt, unterschiedliche Quellengattungen disziplinübergreifend miteinander zu kombinieren. Dadurch ist ein reichhaltiges und umfassendes Informationssystem für die Altertumswissenschaften entstanden, welches die Vorzüge von Datenbank und Webverzeichnis gekonnt vereint. Die Sammlung startete ursprünglich mit visuellen und Textquellen zur archaischen und klassischen Periode Griechenlands. Inzwischen wurde sie auch auf die römische Welt ausgedehnt. Sie enthält Texte antiker Autoren im Original und in Übersetzung, weiterführende Literatur sowie ca. 60.000 Abbildungen. Perseus hat eigene Kataloge für Münzen, Skulpturen, Vasen, historische Stätten, Gebäuden und Gemmen, die mit der Unterstützung zahlreicher Museen zusammengetragen wurden. Alle Stücke sind auch nach der Zugehörigkeit zu den Museen zugänglich. Der Benutzer kann sich zudem alle Orte, die im Text erwähnt werden, auf einer Karte anzeigen lassen. In den Texten der antiken Autoren sind Orte und Personen mit Links auf zugehörige Bilder und Texte versehen, die kurz und prägnant erläutert werden und wiederum auf genauere Erläuterungen verlinken. Zusätzlich gibt es noch eine Suchfunktion, die den Bestand von Perseus nach zugehörigen Materialien durchsuchen kann. Bei den griechischen und lateinischen Texten können alle Wörter für eine genauere Analyse ausgewählt werden. Der Benutzer erhält eine kurze Definition, Informationen über die Form des Wortes und Links zu Lexikonartikeln sowie dem Worthäufigkeits-Chart.

Perseus verfügt über die Internetversion der Duke Data Bank of Documentary Papyri (DDBDP), in der fast alle lateinischen und griechischen Papyri und Ostraka sowie historisch interessante Pergamente und auch Wachs- und Holztafeln aus Ägypten vom 4. Jh. v. Chr. bis zum 7. Jh. n. Chr. mit Abbildungen im Original erfasst sind. Für die Texte bestehen dieselben Analyse- und Recherchemöglichkeiten wie bei den antiken Autoren. Da jedoch die wissenschaftlichen Kommentare zu den einzelnen Texten fehlen, werden die zugrunde liegenden Editionen durch die Internetversion nicht ersetzt.

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Exemplarische Sites (fortgesetzt...)

Der Perseus Coin Catalog enthält zahlreiche Münzen aus verschiedenen Sammlungen, zu denen kurze Kommentare und die wichtigsten Daten angegeben sind. Auch hier sind alle bedeutenden Begriffe verlinkt. Der Bestand kann beispielsweise nach Münztyp, Region oder Zeitstellung sortiert werden und ist besonders für das Selbststudium oder die Lehre geeignet.

Das Perseus-Project bietet daher weit mehr als nur eine herkömmliche Quellensammlung. Es vereint disziplinübergreifend Materialien, um dem Benutzer ein besseres Verständnis zu ermöglichen. Es ist äußerst benutzerfreundlich, umfassend, gut strukturiert, intuitiv verständlich und schöpft die Möglichkeiten des Mediums Internet aus. Davon können nicht nur Spezialisten sondern auch Laien profitieren, außerdem stellt es mit seinem umfangreichen Material die mit Abstand größte Sammlung von Ressourcen für den Unterricht dar. Besonders lobenswert ist, dass ein solch umfassendes Projekt kostenfrei ist, was nicht zuletzt durch die Kooperation der Museen und Institutionen ermöglicht wurde, die Bilder ihrer Exponate zur Verfügung gestellt haben.

Eine Fülle an Bildern, Rekonstruktionen, Bibliographien und Informationen zum antiken Rom gibt die Seite Le Plan de Rome, die Benutzern wahlweise auch auf Englisch zugänglich ist. Ausgangspunkt der Seite ist das ca. 70 m2 große Modell der Stadt Rom zur Zeit Konstantins des Großen, welches von dem Architekten Paul Bigot um die Wende zum 19. Jh. entwickelt worden ist. Forscher des Centre for Research in Social Sciences (MRSH) haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur das Modell virtuell zu rekonstruieren, sondern auch Rom in verschiedenen Stadien seiner Evolution. Ziel ist es, nicht nur ein Werkzeug für Althistoriker und Archäologen zu schaffen, mit dessen Hilfe ein besseres Verständnis der römischen Urbanisation und Typologie der Monumente erreicht werden kann, sondern auch Schülern und Studenten eine bildliche und lebhafte Vorstellung des antiken Rom und seiner urbanen Realität zu vermitteln. Die Tour durch Bigots Modell kann nach fünf verschiedenen Herangehensweisen erfolgen: geografisch, historisch, thematisch, virtuell und über den antiken Stadtplan, wovon vor allem die Benutzer ohne Vorkenntnisse profitieren. Grundsätzlich werden dem Benutzer zu jedem historischen Bauwerk oder geographischen Ort die zugehörigen Bilder des Modells gezeigt, der Punkt auf einem Stadtplan markiert sowie Links auf eine zugehörige Bibliographie und, falls möglich, heutige Fotos und die virtuelle Rekonstruktion in Form von Bildern und Videos angegeben. Damit werden die Möglichkeiten des Mediums Internet hervorragend ausgeschöpft. Außerdem werden Eigenschaften und historische Entwicklung der einzelnen Bauwerke und Orte beschrieben. Die Seite ist übersichtlich und durch die verschiedenen Ausgangsmöglichkeiten für die virtuellen Touren sehr strukturiert und benutzerfreundlich aufgebaut. Dem Benutzer wird ein ausgezeichneter und visuell umfassender Eindruck darüber zu Teil, wie die einzelnen Bauwerke ausgesehen haben, wo sie lokalisiert waren und wie sie sich in das Gesamtbild der Stadt eingefügt haben. Gerade die bunten virtuellen Rekonstruktionen vermitteln ein lebhaftes und eindrucksvolles Bild zum Hineinversetzen und eignen sich daher besonders für Schüler.

Kaum weniger berühmt als Rom, erreicht auch Pompeji ein hohes Niveau in der virtuellen Darstellung. Der Plan von Pompeji Kantonsschule Züricher Unterland zeigt einen Stadtplan von Pompeji, der dem Benutzer eine Vielzahl von Links auf Gebäude und Bezirke bietet. Zu jedem Gebäude und Bezirk bekommt der Benutzer einen Grundriss und eventuell Rekonstruktionszeichnungen präsentiert, dazu den Namen und die Größe. Sind für ein Objekt verschiedene Bauphasen nachweisbar, werden sie in chronologischer Reichenfolge dargestellt. Auf einer kleineren Karte der abgebildeten Grundrisse existieren Links auf zahlreiche Fotos von den Gebäudeteilen oder interessanten Details, wobei auch die Perspektiven der Fotos mit angegeben sind. Alle Fotos sind von guter Qualität und können auf Wunsch in großer Auflösung angezeigt werden. Enthalten ist auch ein Link auf Arbeitsmaterialien, die beispielsweise griechische und lateinische Texte, begleitende Bilder und auch einen Plan derselben Machart von Herculaneum mit einschließen. Das Angebot richtet sich vor allem an die Schüler der Kantonsschule, ist aber für jeden althistorisch interessierten Benutzer ein großer Gewinn. Die Darstellung ist übersichtlich, die Bilder von guter Qualität. Der Benutzer erhält einen interessanten Eindruck von Pompeji (und wahlweise Herculaneum), sowie von interessanten Details antiker Bauweise und Städten im Allgemeinen.

Multi Page Mode

Fazit

Angebote zu allen Bereichen der Alten Geschichte sind im Internet zahlreich vorhanden, divergieren jedoch in ihrer Qualität und Performanz. Die vorgestellten Portale, Datenbanken, Zeitschriften, exemplarische Sites und die Angebote zu den Hilfswissenschaften sind allesamt von guter Qualität und liefern einen hervorragenden Beitrag, die Bereiche der Alten Geschichte für Benutzer aller Art leichter zugänglich und übersichtlicher zu machen. Die Infrastruktur der Alten Geschichte im Netz ist hervorragend ausgeprägt. Gerade dieses elektronische Medium trägt mit seinen Möglichkeiten viel dazu bei, disziplinübergreifende Verknüpfungen zu realisieren, wodurch ein besseres Verständnis sowie neue Einsichten ermöglicht werden. Besonders das Perseus-Project ist hierfür ein ausgezeichnetes Beispiel. Auch die Nutzung der Computergraphik leistet einen nicht zu unterschätzenden Beitrag. Die Zusammenarbeit verschiedener Institute führt dazu, dass Materialsammlungen aller Art zusammengeführt und –gefasst werden können, was einen besseren Überblick und somit große Zeitersparnis für den Benutzer zur Folge hat.

Weiterführende Literatur

Freitag, Klaus; Ruffing, Kai (Hrsg.), Beiträge zu E-Learning und Geo-Information in den Geschichtswissenschaften (Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft Geschichte und EDV (AAGE), Band 1), St. Katharinen 2005

Krüpe, Florian; Schäfer, Christoph (Hrsg.), Digitalisierte Vergangenheit. Datenbanken und Multimedia von der Antike bis zur frühen Neuzeit (Philippika. Marbuger altertumskundliche Abhandlungen, Band 5), Wiesbaden 2005

Meier, Angelika; Schäfer, Christoph (Hrsg.), Computer und antike Texte. Wortrecherche, Konkordanz- und Indexerstellung mit Volltextdatenbanken, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage (Computer und Antike, Band 1), St. Katharinen 2003

Müller, Matthias, Alte Geschichte online. Probleme und Perspektiven althistorischen Wissenstransfers im Internet (Computer und Antike, Band 6), St. Katharinen 2003

Schäfer, Christoph, Vernetztes Wissen, in: Wirbelauer, Eckhard (Hrsg.), Antike, München 2004, S. 481-492

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