Institute
Nicht jeder Archivbestand lässt sich über das Internet ausfindig machen und nicht jede Frage beantwortet sich online von selbst. Gerade in Italien kann der Kontakt zu Spezialisten des jeweiligen Forschungsgebietes die Materialsuche ungemein verkürzen, ja, bisweilen erst ermöglichen. Abschließend soll daher auf einige Institute verwiesen werden, die wertvolle Ansprechpartner und „Wegweiser“ vor Ort sein können.
An erster Stelle ist das Deutsche Historische Institut in Rom zu nennen, welches sich zur Aufgabe gesetzt hat, deutsche Wissenschaftler, Studierende und Institutionen bei ihren Forschungen zur italienischen und deutschen Geschichte zu unterstützen. Das bereits im Jahre 1888 gegründete Institut pflegt enge Beziehungen zur italienischen Fachwissenschaft und kann daher nicht nur Wege in die Forschungslandschaft aufzeigen, sondern auch zahlreiche Türen öffnen. Die Internetseite bietet ausführliche Informationen zur musikgeschichtlichen und historischen Bibliothek, zu den Veranstaltungen des Instituts, der Stipendienvergabe sowie der hauseigenen Zeitschrift „Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken“ und den „Bibliographischen Informationen zur italienischen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert“.
Den Beziehungen zwischen deutschsprachigen Ländern und Italien im Rahmen der europäischen Geschichte widmet sich seit 1973 das ITC-isig, das Trienter Institut für deutsch-italienische historische Studien. Die Forschungsinteressen des Instituts reichen von der vergleichenden Verfassungs-, Sozial- und Rechtsgeschichte bis zur Kirchen-, Wissenschafts- und Kulturgeschichte. Neben Auskünften zur Bibliothek, zu Tagungen und Studienseminaren liefert die Seite Informationen über Forschungsstipendien und Publikationen des ITC-isig. Sie steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung.
Weitere Ansprechpartner findet man im italienischen Verband der Neuzeithistoriker SISSCO – Società Italiana per lo Studio della Storia Contemporanea. Die Vereinigung, die im Jahre 1990 gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, fern aller politisch-ideologischen Flügelkämpfe die zeitgeschichtliche Forschung in Italien zu fördern. Allgemein zugänglich stehen auf der Internetseite die aktuellen Hinweise zu Veranstaltungen, Projekten, Publikationen und Stipendien. Rezensionen und eine Online-Version des Jahrbuches sind angekündigt, eine Mailing-Liste soll die Mitglieder des Vereins miteinander verbinden. Zwar funktionieren noch nicht alle diese Dienste wie geplant und auch die Aktualität der Veranstaltungshinweise ist nicht gewährleistet. Doch ist die Seite allein aufgrund der Adressenliste ihrer Mitglieder zur Kontaktaufnahme schon jetzt von Nutzen.
Zum Schluss sei daran erinnert, dass dieser Leitfaden nur eine Auswahl der vorhandenen Projekte vorstellt. Eines der Auswahlkriterien war die Funktionalität und der Perfektionsgrad, ein anderes das wissenschaftliche Niveau der jeweiligen Seite. Der Leser sollte sich zudem vor Augen halten, dass es sich bei einem Artikel wie diesem nur um einen Zwischenbericht handeln kann – einen Zwischenbericht, der in einem frühen Stadium verfasst wird. Internetprojekte entstehen, scheitern und boomen im Augenblick in großer Geschwindigkeit. Im Netz leisten viele Historiker gerade Pionierarbeit und beschreiten mit ihren Digitalisierungsprojekten, Datenbanken und Suchmaschinen zum Teil völliges Neuland. In einem Zeitalter omnipräsenter Technologie, in dem wir uns daran gewöhnt haben, dass technische Geräte funktionieren, und wir sogar der Wettervorhersage trauen können, vergisst man bisweilen, was es heißt, neue Wege zu beschreiten. Es darf daher nicht wundern, wenn mancher sich mit seinem Projekt übernimmt, ein anderer in Details verliert und einem dritten auf der Hälfte des Weges das Geld ausgeht. Die Möglichkeiten der Nutzbarmachung werden gerade erst entdeckt, hier wie in Italien. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.