Robby Geyer / Nicole Merkel: Südasien [PDF-Version]

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Die geographische Region Südasien umfasst die Staaten Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan, Sri Lanka und die Inselgruppe der Malediven. In der historischen Entwicklung lassen sich auch enge Verbindungen nach Zentralasien (Tibet), Südostasien (Burma) oder Westasien (Afghanistan) nachweisen, weshalb diese drei Gebiete gelegentlich auch Südasien zugerechnet werden.

Eine Epocheneinteilung der südasiatischen Geschichte ist schwieriger als für andere Weltregionen und wird noch immer kontrovers diskutiert. Gleiches gilt auch für die südasiatische Geschichtsschreibung im Allgemeinen.[1] Dennoch kann auch für Südasien eine Einteilung nach Altertum (500 v. Chr.-550 n. Chr.), Mittelalter (550-1526) und Neuzeit (ab 1526) vorgenommen werden. Die Frühgeschichte (ca. 7.000-500 v. Chr.) wird bestimmt von der Induskultur sowie dem vedischen Zeitalter, während sich die Neuzeit in die Phasen des Reichs der Großmogule (Frühe Neuzeit), der britischen Kolonialherrschaft und der Dekolonisation ab 1946/47 aufteilen lässt.[2]

Je nach Themenschwerpunkt und historischer Epoche, zu der gearbeitet wird, ergeben sich für Südasien-Historiker vielerlei Anknüpfungspunkte zu verschiedenen Nachbardisziplinen wie der modernen und klassischen Indologie, der Ethnologie oder der Politikwissenschaft.

Aktuell stellt das Fach Geschichte Südasiens mit seinen zwei etablierten Lehrstühlen (Seminar für Geschichte und Gesellschaft Südasiens an der Humboldt-Universität zu Berlin und Abteilung Geschichte am Südasien-Institut der Universität Heidelberg) eher einen Randbereich innerhalb der Geschichtswissenschaft in Deutschland dar. Ab dem Wintersemester 2009/2010 wurde jedoch eine weitere Professur für Modern Indian History am Centre for Indian Studies der Universität Göttingen eingerichtet. Mit verschiedenen Projekten zur Geschichte Südasiens kann auch das Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin als wichtige Einrichtung für südasienwissenschaftliche Geschichtsforschung in Deutschland angesehen werden.

Die auch für die Geschichte zutreffende Vielfältigkeit des südasiatischen Raums gepaart mit einer Vielzahl von institutionellen, privaten und kommerziellen Angeboten führt dazu, dass es vermessen erscheinen würde, wolle man einen vollständigen Überblick der elektronischen und digitalen Informationsquellen zur südasiatischen Geschichte erstellen. Daher beschränken wir uns im Folgenden darauf, die aus unserer Sicht wichtigsten, interessantesten und an Nachhaltigkeit orientierten Angebote vorzustellen.


Die Autor/-innen:

Robby Geyer, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt “Aufbau einer Virtuellen Fachbibliothek Südasien”.

Nicole Merkel, M.A., Fachreferentin für Geschichte, Kunst und Neuere Sprachen Südasiens sowie Koordinatorin des Projekts „Aufbau einer Virtuelle Fachbibliothek Südasien“.

Zitation: Robby Geyer / Nicole Merkel, Guide Südasien. In: Clio-online, 20.11.2009, <http://www.clio-online.de/guides/suedasien/geyermerkel2009/>

[1] Exemplarisch: Michael Gottlob, Historie und Politik im postkolonialen Indien, Göttingen 2008.

[2] Hermann Kulke, Indische Geschichte bis 1750, München 2005, S. 97-105.


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