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Die
geographische Region Südasien umfasst die Staaten Bangladesch, Bhutan,
Indien, Nepal, Pakistan, Sri Lanka und die Inselgruppe der Malediven.
In der historischen Entwicklung lassen sich auch enge Verbindungen nach
Zentralasien (Tibet), Südostasien (Burma) oder Westasien (Afghanistan)
nachweisen, weshalb diese drei Gebiete gelegentlich auch Südasien
zugerechnet werden.
Eine Epocheneinteilung der südasiatischen
Geschichte ist schwieriger als für andere Weltregionen und wird noch
immer kontrovers diskutiert. Gleiches gilt auch für die südasiatische
Geschichtsschreibung im Allgemeinen.[1]
Dennoch kann auch für Südasien eine Einteilung nach Altertum (500 v.
Chr.-550 n. Chr.), Mittelalter (550-1526) und Neuzeit (ab 1526)
vorgenommen werden. Die Frühgeschichte (ca. 7.000-500 v. Chr.) wird
bestimmt von der Induskultur sowie dem vedischen Zeitalter, während
sich die Neuzeit in die Phasen des Reichs der Großmogule (Frühe
Neuzeit), der britischen Kolonialherrschaft und der Dekolonisation ab
1946/47 aufteilen lässt.[2]
Je
nach Themenschwerpunkt und historischer Epoche, zu der gearbeitet wird,
ergeben sich für Südasien-Historiker vielerlei Anknüpfungspunkte zu
verschiedenen Nachbardisziplinen wie der modernen und klassischen
Indologie, der Ethnologie oder der Politikwissenschaft.
Aktuell stellt das Fach Geschichte Südasiens mit seinen zwei etablierten Lehrstühlen (Seminar für Geschichte und Gesellschaft Südasiens an der Humboldt-Universität zu Berlin und Abteilung Geschichte am Südasien-Institut der Universität Heidelberg)
eher einen Randbereich innerhalb der Geschichtswissenschaft in
Deutschland dar. Ab dem Wintersemester 2009/2010 wurde jedoch eine
weitere Professur für Modern Indian History am Centre for Indian Studies der Universität Göttingen eingerichtet. Mit verschiedenen Projekten zur Geschichte Südasiens kann auch das Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin als wichtige Einrichtung für südasienwissenschaftliche Geschichtsforschung in Deutschland angesehen werden.
Die
auch für die Geschichte zutreffende Vielfältigkeit des südasiatischen
Raums gepaart mit einer Vielzahl von institutionellen, privaten und
kommerziellen Angeboten führt dazu, dass es vermessen erscheinen würde,
wolle man einen vollständigen Überblick der elektronischen und
digitalen Informationsquellen zur südasiatischen Geschichte erstellen.
Daher beschränken wir uns im Folgenden darauf, die aus unserer Sicht
wichtigsten, interessantesten und an Nachhaltigkeit orientierten
Angebote vorzustellen.
Die Autor/-innen:
Robby Geyer, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt “Aufbau
einer Virtuellen Fachbibliothek Südasien”.
Nicole Merkel, M.A., Fachreferentin für Geschichte, Kunst und Neuere
Sprachen Südasiens sowie Koordinatorin des Projekts „Aufbau einer
Virtuelle Fachbibliothek Südasien“.
Zitation: Robby Geyer / Nicole Merkel, Guide Südasien. In: Clio-online, 20.11.2009, <http://www.clio-online.de/guides/suedasien/geyermerkel2009/>
[1] Exemplarisch: Michael Gottlob, Historie und Politik im postkolonialen Indien, Göttingen 2008.
[2] Hermann Kulke, Indische Geschichte bis 1750, München 2005, S. 97-105.