Institutionelle Förderer

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Bayerische Staatsbibliothek, München

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin

Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln

Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Franz Steiner Verlag GmbH, Stuttgart

Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv der sozialen Demokratie, Bonn

Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig

Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

Hamburger Edition, Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München

Historisches Institut, FernUniversität in Hagen

Historisches Institut, Universität der Bundeswehr München

Historisches Institut, Universität Mannheim

Historisches Institut, Universität Paderborn

Historisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Historisches Seminar, Johann Wolfgang Goethe-Universität

Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover

Historisches Seminar, Universität Luzern

Historisches Seminar, Universität Siegen

Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

IFK - Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien

IGK Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive, Humboldt-Universität zu Berlin

infoclio.ch, Fachportal für die Geschichtswissenschaften der Schweiz, Bern

Institut für Geschichte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien

Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

Institut für Geschichte, Eidgenössische Hochschule Zürich

Institut für Geschichte, Universität Graz

Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg

Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin

Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Karl-Lamprecht-Gesellschaft Leipzig e.V.

Klartext Verlag. Jakob Funke Medien Beteiligungs GmbH & Co. KG, Essen

Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) e.V.

Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, Bonn

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Peter Lang GmbH - Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main

Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Ditzingen

Seminar für Alte Geschichte, Universität Heidelberg

Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Dresden

Stiftung Hamburger Institut für Sozialforschung

Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Verlag C.H. Beck, München

Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, Paderborn

Verlag Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt am Main

Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster

Wallstein Verlag, Göttingen

Waxmann Verlag GmbH, Münster

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V., Potsdam

Klaus Gantert: Bibliotheken [PDF-Version]

B.3 Informationsmittel zur Zeitschriftenliteratur und zu DatenbankenEinzelseiten Modus

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B.3 Informationsmittel zur Zeitschriftenliteratur und zu Datenbanken

Bei den Informationsmitteln zur Zeitschriftenliteratur lässt sich unterscheiden zwischen (1) Zeitschriftenverzeichnissen, die nur die Titel der Zeitschriften nachweisen, (2) Zeitschrifteninhaltsverzeichnissen, die auch die Titel der in den Zeitschriften publizierten Aufsätze verzeichnen, und (3) Volltextdatenbanken, die auch die Volltexte der nachgewiesenen Zeitschriftenaufsätze enthalten.

B.3.1 Zeitschriftenverzeichnisse

Die wichtigsten Zeitschriftenverzeichnisse des deutschsprachigen Raums sind die Zeitschriftendatenbank und die Elektronische Zeitschriftenbibliothek. Indem sie den Gesamtbestand aller enthaltenen Zeitschriften unabhängig vom Bestand (bzw. von einer Lizenzierung) einzelner Bibliotheken nachweisen, die Bibliotheken mit Bestandsnachweisen (bzw. Lizenz) jedoch anzeigen, vereinen beide Verzeichnisse die Funktionen von Bibliothekskatalogen und Bibliographien.

a) Zeitschriftendatenbank

Die Zeitschriftendatenbank (ZDB) verzeichnet Zeitschriften und andere Arten fortlaufender Sammelwerke (z.B. Jahrbücher, Schriftenreihen, Zeitungen) von 1500 bis zur Gegenwart. Mit mehr als 1,6 Millionen Titel- und rund 13 Millionen Besitznachweisen ist sie weltweit die umfassendste Datenbank ihrer Art. Betrieben wird die ZDB von der Staatsbibliothek zu Berlin, die Titeldaten stammen von ca. 4400 deutschen Bibliotheken. Zu jedem Zeitschriftentitel wird – sortiert nach der Reihenfolge der deutschen Leihverkehrsregionen – eine Liste der Bibliotheken angezeigt, die die entsprechende Zeitschrift besitzen. Auch nach Besitznachweisen für einen einzelnen Jahrgang kann recherchiert werden. Auf die Titel von Vorgänger- und Nachfolgezeitschriften wird verwiesen bzw. verlinkt. Ein Zugriff auf die Zeitschriften zur Geschichtswissenschaft ist über eine Anzeige der Fachgebiete möglich. Hier lassen sich z.B. die Zeitschriften zur Klassischen Altertumswissenschaft (ca. 1000), zur Geschichte Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (ca. 4300) und zur allgemeinen Geschichte (ca. 2100) anzeigen. Insgesamt sind für den Fachbereich Geschichte über 20.000 Zeitschriften verzeichnet.

b) Elektronische Zeitschriftenbibliothek

Die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) weist nur Zeitschriften nach, deren Inhalte in elektronischen Volltexten kostenfrei oder lizenzpflichtig zur Verfügung stehen (E-Journals). Insgesamt umfasst die EZB rund 76 000 Zeitschriftentitel aus mehr als 620 Bibliotheken mit Informationen zur Zugänglichkeit. Die Zugänglichkeit der einzelnen Zeitschriften ist durch ein Ampelsystem gekennzeichnet: Das grüne Symbol bedeutet, dass die Zeitschrift kostenlos angeboten wird und daher ortsunabhängig zur Verfügung steht (Open Access). Das gelbe Symbol bedeutet, dass die Zeitschrift lizenzpflichtig ist, die lokale Bibliothek diesen Titel jedoch lizenziert hat. Der Zugang kann hierbei über die Rechner der lizenzierenden Bibliothek erfolgen oder in vielen Fällen auch ortsunabhängig, wenn sich der Nutzer mit der Nummer des Bibliotheksausweises und einem Passwort identifizieren kann (Remote Access). Kein Zugriffsrecht besteht auf E-Journals mit dem roten Symbol. Diese Zeitschriften sind kostenpflichtig und werden von der lokalen Bibliothek nicht lizenziert. Bei der Recherche kann die lokale – oder auch eine andere – Bibliothek ausgewählt werden oder der Gesamtbestand (in diesem Fall wird nur zwischen kostenfrei zugänglichen und nicht zugänglichen E-Journals unterschieden). Auch in der EZB steht eine Fächerliste zur Verfügung; zur Geschichte sind rund 3400 elektronische Zeitschriften nachgewiesen.

Ausschließlich kostenfrei zugängliche E-Journals verzeichnet das Directory of Open Access Jorunals (DOAJ) über das rund 10.000 Zeitschriften inklusive der elektronischen Volltexte direkt zugänglich sind.

B.3.2 Zeitschrifteninhaltsverzeichnisse

Zeitschrifteninhaltsverzeichnisse weisen nicht nur die Titel der Zeitschriften, sondern auch die der darin enthaltenen Aufsätze nach. Besonders wichtige Zeitschrifteninhaltsverzeichnisse für die Geschichtswissenschaft sind der Periodicals Index Online (PIO) die Internationale Bibliographie der geistes- und sozialwissenschaftlichen Zeitschriftenliteratur sowie die Online Contents Geschichte, die Online Contents Zeitgeschichte und die Online Contents Altertumswissenschaften.

Der Periodicals Index Online ist nicht auf die Geschichtswissenschaften beschränkt, allerdings weist er einen Schwerpunkt im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften auf und ist mit mehr als 20 Millionen verzeichneten Aufsätzen sehr umfangreich (allein zur allgemeinen Geschichte sind rund 1,6 Millionen Aufsatztitel nachgewiesen).

Ebenfalls nicht auf die Geschichtswissenschaft beschränkt ist die Internationale Bibliographie der geistes- und sozialwissenschaftlichen Zeitschriftenliteratur (IBZ). Sie weist mehr als 3,2 Millionen Zeitschriftenaufsätze aus ca. 11.500 Zeitschriften der Jahre 1983ff. nach. Rund 450.000 Aufsätze betreffen das Fachgebiet Geschichte.

Für die Online Contents Geschichte (auch OLC SSG Geschichte) werden rund 1000 wissenschaftliche Zeitschriften aus allen Bereichen der Geschichtswissenschaften ausgewertet, meist reicht der Berichtszeitraum bis 1993 zurück. Nachgewiesen sind mehr als eine Million Aufsätze und Rezensionen zur Geschichte und den angrenzenden Disziplinen. Dieselbe Struktur weisen auch die (OLC SSG Zeitgeschichte, rund 260 Zeitschriften und 290.000 Zeitschriftenbeiträge)Online Contents Zeitgeschichte und die Online Contents Altertumswissenschaften (OLC SSG Altertumswissenschaften, rund 330 Zeitschriften und 150.000 Zeitschriftenbeiträge) auf.

B.3.3 Zeitschriftenarchive

Die Inhalte aktueller E-Journals werden – gemeinsam mit der monographischen Literatur (E-Books) – von den großen Zeitschriftenverlagen und Medienkonzernen meist auf eigenen Internetplattformen angeboten. Zugänglich sind die Inhalte nur, wenn die lokale Bibliothek das jeweilige Angebot lizenziert hat oder eine Nationallizenz vorliegt.

Datenbanken mit den Volltexten älterer Fachzeitschriften werden zumeist als Zeitschriftenarchive bezeichnet. Für die Geschichtswissenschaften sind hierbei vor allem das Periodicals Archive Online und das Zeitschriftenarchiv DigiZeitschriften zu erwähnen.

Das Periodicals Archive Online (PAO) umfasst die Volltexte eines Teils der im Periodicals Index Online verzeichneten Titel. Insgesamt umfasst PAO rund 4 Millionen Zeitschriftenartikel im Volltext, was ca. 15 Millionen Druckseiten entspricht. Die enthaltenen Aufsätze reichen gewöhnlich von der Gründung der Zeitschriften bis ins Jahr 2000. Für die Fachgruppe Geschichte stehen mehr als 350.000 Artikel zur Verfügung.

Eine Besonderheit der Zeitschriftenarchive JSTOR und DigiZeitschriften ist das Prinzip der Moving Wall, also der beweglichen Wand, zwischen dem aktuellen Jahrgang einer Zeitschrift und dem letzten in der Datenbank enthaltenen Band. Beträgt dieser Abstand, der zwischen dem Verleger der Zeitschrift und dem Zeitschriftenarchiv vereinbart wird, beispielsweise fünf Jahre, so wird 2015 der Band 2010 in das Angebot des Zeitschriftenarchivs übernommen, 2016 der Band 2011 usw. Mit dem Deutschen Archiv zur Erforschung des Mittelalters, Historia, der Historischen Zeitschrift und dem Historischen Jahrbuch enthält DigiZeitschriften die Volltexte einiger der wichtigsten deutschsprachigen Zeitschriften zur Geschichte. Einen deutlich größeren Bestand weist JSTOR auf, allerdings liegt der Schwerpunkt hier auf englischsprachigen Zeitschriften.

B.3.4 Datenbankverzeichnisse

Fast alle umfassenden Informationsressourcen – Bibliothekskataloge, Bibliographien, biographische Verzeichnisse, Online-Lexika etc. – sind heute in Form von Datenbanken aufgebaut. Ein verlässlicher Überblick über die allgemeinen und fachbezogenen Datenbanken ist daher für den Erfolg einer Informationsrecherche unerlässlich.

Das wichtigste Verzeichnis für wissenschaftliche Datenbanken, die von Bibliotheken des deutschsprachigen Raums angeboten werden, ist das Datenbank-Infosystem (DBIS)DBIS weist den Datenbankbestand von rund 300 Bibliotheken nach, insgesamt sind ca. 11.000 Datenbanken verzeichnet. Da es sich bei einem Großteil der verzeichneten Datenbanken um lizenzpflichtige Angebote handelt, unterscheidet sich die lokale Zugänglichkeit der einzelnen Datenbanken von Bibliothek zu Bibliothek. Aus diesem Grund können Nutzer bei der Recherche in DBIS die Oberfläche ihrer lokalen Bibliothek auswählen, dann erhalten sie neben den Beschreibungen zu den einzelnen Datenbanken auch Informationen über die lokale Verfügbarkeit. Wird DBIS auf den Rechnern einer Bibliothek bzw. einer Hochschule benutzt, sind deren Datenbankauswahl und ihre Verfügbarkeiten voreingestellt (erkennbar am Logo und Namen der Bibliothek in der Kopfzeile), wird DBIS von einem privaten Rechner benutzt, wird der Gesamtbestand angezeigt. In jedem Fall kann die vorliegende Einstellung beliebig verändert werden. Der Bestand an Fachdatenbanken für die Geschichtswissenschaften, der in DBIS verzeichnet wird, umfasst mehr als 1600 Titel, darunter zahlreiche Fachbibliographien, Volltextdatenbanken, Fachportale, Faktendatenbanken, biographische Datenbanken und Nachschlagewerke.

B.3.5 Elektronische Texte und Digitale Bibliotheken

Aufgrund der vielfältigen Vorteile dieser Publikationsform (orts- und zeitunabhängiger Zugriff, Volltextdurchsuchbarkeit, Verlinkungsmöglichkeiten etc.) wird heute ein immer größerer Anteil der wissenschaftlichen Texte in digitaler Form veröffentlicht. Bereits heute geben viele wissenschaftliche Bibliotheken den größten Teil ihres Erwerbungsetats für elektronische Publikationen aus. Wenn E-Books die medialen Möglichkeiten der elektronischen Publikationsform nutzen und mit Filmen, Audiofiles, Bildergalerien und 3D-Objekten angereichert sind, spricht man von Enhanced E-Books. Beständig erweitert wird das Angebot an digital zugänglichen Texten auch durch die sehr umfänglichen Aktivitäten vieler Bibliotheken und kommerzieller Anbieter im Bereich der Retrodigitalisierung. Hierbei werden gedruckte Texte nachträglich, zum Teil mit Hilfe von speziellen Robotern, gescannt und elektronisch angeboten. Wo die Typographie der Druckausgaben dies erlaubt, werden die Digitalisate in der Regel mit einer speziellen OCR-Software (Optical Character Recogniton) bearbeitet und stehen dann in maschinenlesbarer Schrift auch für die Volltextsuche zur Verfügung. Während einige Bibliotheken nur einzelne Werke oder spezielle Sammlungen in digitaler Form präsentieren, stellen andere umfassende Digitale Bibliotheken zusammen. Allerdings erhöht gerade die Vielzahl von Digitalisierungsprojekten unterschiedlicher Bibliotheken oft die Schwierigkeiten bei der Recherche nach den für die eigene Fragestellung relevanten Dokumenten. Verschiedene Projekte bemühen sich daher, die bestehenden Angebote in übergreifenden Informationsressourcen zu bündeln und zugänglich zu machen.

a) Nationale Projekte

Deutsche Digitale Bibliothek

Eines der wichtigsten nationalen Portale für Kultur und Wissenschaft in Deutschland ist die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) Aktuell präsentiert die DDB Bestände aus mehr als 100 deutschen Wissenschaftseinrichtungen, vor allem aus Bibliotheken, Archiven, Museen, Denkmalämtern, Mediatheken und Universitäten (insgesamt verfügt die DDB über mehr als 2100 Projektpartner). Derzeit weist die Sammlung einen Bestand von rund acht Millionen digitalen Objekten auf. Vor allem die Vielfalt der Objekte – berücksichtigt werden Bücher und Aufsätze ebenso wie Karten, Bilder, Archivalien, Audiodateien, Kunstwerke und 3D-Objekte – machen die Deutsche Digitale Bibliothek zu einem hervorragenden Ausgangspunkt für die Informations- und Quellenrecherche von Historikern, die sich mit der deutschen Geschichte beschäftigen. Thematisch wird die gesamte kulturelle Überlieferung des Landes berücksichtigt. Die Inhalte der DDB werden auch über Europeana angeboten. Vergleichbare nationale Projekte anderer Länder sind beispielsweise Gallica in Frankreich und American Memory in den USA; stärker als bei der DDB konzentrieren sich diese Angebote jedoch auf die Bestände der jeweiligen Nationalbibliothek.

Zentrales Verzeichnis Digitaler Drucke

Ziel des 2005 begründeten Zentralen Verzeichnis Digitalisierter Drucke (ZVDD) ist der Nachweis aller in Deutschland digitalisierten Drucke von 1501 bis zur Gegenwart, die kostenfrei im Internet angebotenen werden. Aufgenommen werden in erster Linie umfassende thematische Sammlungen einzelner Bibliotheken. Derzeit weist das ZVDD rund 1,2 Millionen Datensätze unterschiedlichen Umfangs nach, darunter auch viele für die Geschichte und Kulturgeschichte relevante Dokumente.

recensio.net

Ein besonders umfangreiches und innovatives Angebot im Bereich der geschichtswissenschaftlichen Rezensionen bildet recensio.net, das von der Bayerischen Staatsbibliothek gemeinsam mit weiteren Projektpartnern angeboten wird. Hier finden sich neben den Rezensionen geschichtswissenschaftlicher Werke aus zahlreichen Zeitschriften (ca. 15.000) auch Präsentationen, in denen die Autoren historischer Forschungsarbeiten ihre eigenen Publikationen vorstellen. Indem den Autoren die Möglichkeit gegeben wird, Stellung zu einzelnen Rezensionen zu beziehen (worauf die Rezensenten ihrerseits wieder antworten können), ist recensio.net nicht nur eine Rezensions-Aggregator, sondern eine lebendige Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs im Bereich der Geschichtswissenschaften.

b) Internationale Projekte

The European Library

Zugang zu den – analogen und digitalen – Sammlungen zahlreicher europäischer Nationalbibliotheken ermöglicht The European Library (TEL) In die Metasuche sind sowohl die digitalen Sammlungen als auch die Bibliothekskataloge der 48 teilnehmenden Nationalbibliotheken eingebunden. Auf diese Weise stehen Datensätze von rund 25 Millionen digitalen und ca. 150 Millionen konventionellen Objekten für die Suche zur Verfügung.

Europeana

Ausschließlich digitale Angebote präsentiert Europeana ein anderes europäisches Projekt, in dem die digitalen Angebote von mehr als 2.300 Projektpartnern aus 36 Ländern – zumeist Bibliotheken, Archive und Museen – recherchiert werden können. Neben Texten werden hier auch Bilder, Audio-Dateien, Filmsequenzen und andere Medienformen angeboten. Derzeit ermöglicht Europeana den Zugriff auf mehr als 30 Millionen digitale Objekte. Wie die Deutsche Digitale Bibliothek bildet Europeana für Historiker eine wichtige Ressource nicht nur bei der Suche nach Literatur, sondern auch für die Quellenrecherche.

Für Geschichtswissenschaftler von besonderem Interesse sind auch einige Einzelprojekte von Europeana, beispielhaft zu nennen sind hier vor allem Europeana 1914-1918 und Europeana 1989. Europeana 1914-1918 bietet den Zugang zu mehr als 800.000 digitalen Objekten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (u.a. Postkarten und Briefe, Tagebücher, Fotos und Filme). Zum Teil stammen diese aus den beitragenden Institutionen aus 20 Ländern, zum Teil wurden in mehreren großen Aktionen auch rund 100.000 Erinnerungsstücke aus Privatbesitz digitalisiert. Stärker auf das Sammeln persönlicher Erinnerungen aus der Zeit der Wende und des Falls des eisernen Vorhangs ausgerichtet ist das Projekt Europeana 1989. Hier unterstützt ein bibliothekarisches Projekt die Erhebung, Präsentation und Archivierung von Quellen im Bereich der Oral History. Schon seit Längerem etabliert als bibliothekarisches Projekt zur Unterstützung der Oral History ist die 2000 begründete Plattform Veterans History Project der Library of Congress.

World Digital Library

Herausragende Kulturgüter aus der ganzen Welt bietet die World Digital Library. Die Inhalte stammen von rund 200 internationalen Partnerorganisationen. Präsentiert werden Bücher, Zeitschriften, Handschriften, Karten, Bilder, Filme und Audio-Files. Mit rund 10.000 digitalen Objekten ist der Bestand der World Digital Library derzeit zwar noch gering, allerdings sind alle Objekte sehr gut erschlossen.

Google Books und HathiTrust

Die umfassendste Sammlung von Büchern und Zeitschriften in digitaler Form bietet derzeit Google Books, 2014 umfasste das ständig wachsende Angebot mehr als 20 Millionen Bücher, die sich im Volltext durchsuchen lassen. Auch wenn diese Digitale Bibliothek von einem kommerziellen Betreiber angeboten wird, entstand sie in Kooperation mit zahlreichen Bibliotheken, darunter der Bibliotheken der Universitäten von Oxford, Harvard und Princeton sowie der Bayerischen Staatsbibliothek. Urheberrechtsfreie Werke und Werke, bei denen Google eine Übereinkunft mit dem jeweiligen Verlag geschlossen hat, können vollständig angezeigt und heruntergeladen werden. Urheberrechtsgeschützte Werke lassen sich lediglich in Ausschnitten bzw. Auszügen anzeigen. Von jedem Titel verweisen Links auf Online-Buchhandlungen und Bibliotheken, die den entsprechenden Titel anbieten.

Ein vergleichbares Angebot US-amerikanischer Bibliotheken bildet HathiTrust, auch hier können urheberrechtsfreie und urheberrechtsgeschützte Bücher über eine Suchoberfläche recherchiert werden, ein Zugriff zu den Volltexten ist jedoch nur bei den urheberrechtsfreien Texten möglich. Derzeit umfasst das Angebot von HathiTrust rund 5,8 Millionen Titel.

c) E-Books-on-Demand

Liegt ein gewünschter Text noch nicht in digitaler Form vor, so besteht für jeden Nutzer die Möglichkeit, die Digitalisierung des Werkes bei einer Bibliothek, die diesen Service anbietet, kostenpflichtig als E-Book-on-Demand zu bestellen. In Frage kommen hierfür – soweit der Wert und der Zustand des gewünschten Titels eine Digitalisierung zulassen – alle urheberrechtsfreien Werke (angeboten wird zumeist die Digitalisierung von Werken zwischen 1500 und 1920). Im deutschsprachigen Bereich wird dieser Service, der meist als E-Books-on-Demand oder Digitalisation on Demand (EoD, DoD) bezeichnet wird, von zahlreichen National-, Staats- und Universitätsbibliotheken angeboten. Bestellt werden können die gewünschten Titel über einen Link direkt aus dem jeweiligen Bibliothekskatalog heraus, dort wird auch der Preis angezeigt, der vom Umfang des Werkes abhängt. Die Lieferung ist als CD/DVD oder über einen Download möglich.

B.3.6 Fachportale und Virtuelle Fachbibliotheken

Da immer mehr relevante Informationen online dezentral angeboten werden, nimmt auch die Bedeutung von Fachportalen, die wichtige Informationen fachbezogen bündeln und zentrale Einstiegspunkte zu den wichtigen Informationsressourcen eines Faches bilden, immer mehr zu. Aus diesem Grund erarbeiten viele Bibliotheken Fachportale und Virtuelle Fachbibliotheken zu einzelnen Disziplinen. Mit Propylaeum, historicum.net und Clio-Online haben sich für die Geschichte mehrere Angebote etabliert.

a) Propylaeum

Propylaeum ist die Virtuelle Fachbibliothek für Altertumswissenschaften. Vertreten sind die Fächer Ägyptologie, Alte Geschichte, Altorientalistik, Byzantinistik, Klassische Archäologie, Klassische Philologie, Mittel- und Neulateinische Philologie sowie Vor- und Frühgeschichte. Propylaeum bietet Links und Informationen zu fachlich wichtigen Bibliothekskatalogen, Fachzeitschriften und Aufsatzdatenbanken, Fachdatenbanken und Neuerwerbungslisten sowie digitalen Sammlungen und Internetressourcen. Über eine integrierte Suche lassen sich viele dieser Ressourcen gemeinsam absuchen. Weitere Angebote von Propylaeum bestehen in einem E-Doc-Server, auf dem einschlägige Arbeiten publiziert werden können, einem Fachservice, der u.a. auf Stellenausschreibungen, Tagungen und Dissertationsvorhaben hinweist, und Themenportalen, über die auf besondere Angebote zu den entsprechenden Themenbereichen verlinkt wird. Betrieben wird Propylaeum u.a. von der Bayerischen Staatsbibliothek und den Universitätsbibliotheken Heidelberg und Tübingen.

b) historicum.net

historicum.net versteht sich als Netzwerk für die Geschichtswissenschaften, wobei der thematische Schwerpunkt auf dem Bereich der Geschichte der Neuzeit liegt. Angeboten wird eine Vielzahl von Links, Informationsressourcen und Originalbeiträgen zu einzelnen Ländern und historischen Themen. Unter der Rubrik „Didaktik“ finden sich umfassende Informationen und zahlreiche Publikationen der Konferenz für Geschichtsdidaktik. Umfassende Informationen zu allen Fragen des digitalen Arbeitens für Historiker finden sich im Themenbereich eSTUDIES, u.a. gibt es hier E-Tutorials, einen virtuellen Raum für den Austausch graduierter Nachwuchshistoriker sowie eine Plattform für die Publikation von modular aufgebauten Texten im Bereich der Geschichtswissenschaften. Das wichtigste Instrument für die Literatur- und Informationsrecherche von historicum.net bildet die Suchmaschine Chronicon, über die eine Vielzahl von geschichtswissenschaftlich relevanten Katalogen, Bibliographien und Webverzeichnissen durchsucht werden kann. Betrieben wird historicum.net von der Bayerischen Staatsbibliothek, der Deutschen Nationalbibliothek, den Historischen Seminaren verschiedener Universitäten sowie von weiteren Projektpartnern.

c) Clio-Online

Durch seine Online-Verzeichnisse, Informations- und Rechercheangebote bietet Clio-Online einen effizienten Zugang zu den vielfältigen Online-Ressourcen der Geschichtswissenschaften. In verschiedenen Rubriken finden sich hier Verzeichnisse u.a. zu Institutionen, Historikern sowie Online-Guides zu thematischen, regionalen und übergreifenden Aspekten der Geschichtswissenschaften. Weiterführende Recherchemöglichkeiten bietet eine Metasuche in verschiedenen Typen von Informationsressourcen (Bibliothekskatalogen, Bibliographien, Aufsatzdatenbanken, Bilder- und Kartendatenbanken etc.) und innerhalb einer Rezensiondatenbank, in der die Rezensionen zahlreicher Rezensionsjournale und Fachzeitschriften nachgewiesen sind. Besonders hinzuweisen ist auf den sehr gut erschlossenen Webkatalog, in dem rund 8000 qualitätskontrollierte Internetressourcen verzeichnet und beschrieben sind. Getragen wird das Projekt von einer Vielzahl von Projektpartnern, darunter die Humboldt Universität zu Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin, die Bayerische Staatsbibliothek und die SUB Göttingen.

Neben den hier aufgeführten Fachportalen und Virtuellen Fachbibliotheken existiert noch eine Vielzahl weiterer fachlicher Angebote, die für Historiker relevant sind. Zu nennen sind vor allem die Virtuellen Fachbibliotheken zu einzelnen Kulturräumen, z.B. die Library of Anglo-American Culture & History (Lib ACC) für Großbritannien, Irland, Kanada, USA, Australien, Neuseeland, die vifa nord für Nordeuropa und den Ostseeraum und MENALIB für den Vorderen Orient. Eine umfassende Übersicht über alle fach- und regionalbezogenen Informationsangebote bietet Webis

B.3.7 Navigations-, Auskunfts- und Kommunikationssysteme

a) Navigationssysteme

Nicht nur die Anzahl der Dokumente, die in elektronischer Form zur Verfügung stehen, auch die Zahl und die Komplexität der allgemeinen und fachspezifischen Informationsressourcen haben sich in den letzten Jahren entscheidend erhöht. Um Studenten und Fachwissenschaftlern den Überblick und die Orientierung im immer weiter wachsenden Angebot der Informationsressourcen zu erleichtern, werden vielfach spezielle Navigationssysteme angeboten. Das wichtigste Navigationssystem für den Wissenschaftsbetrieb im deutschsprachigen Raum ist LOTSE (Library Online Tour and Self-Paced Education), ein von Bibliotheken entwickeltes System, das einen fachspezifischen Überblick über alle für das wissenschaftliche Arbeiten, Forschen und Lehren relevanten Themen bietet. Auf der Oberfläche von LOTSE lässt sich das gewünschte Fach sowie ggf. die lokale Bibliothek einstellen. Unter Berücksichtigung dieser Informationen wird dann ein Informationsangebot erstellt, das dem Nutzer die wichtigsten Angebote, Hilfsmittel und Informationen zu folgenden Bereichen vorstellt: Literatur recherchieren und beschaffen, Fakten suchen und nachschlagen, Arbeiten schreiben und veröffentlichen, Adressen und Kontakte finden und Auf dem Laufenden bleiben.

b) Kommunikationssysteme

Der wissenschaftlichen Kommunikation und dem Austausch von Fachinformationen dient eine Vielzahl computergestützter Kommunikationssysteme. Die zur Unterstützung der Kommunikation verwendete Software wird vielfach als Social Software bezeichnet. Die am häufigsten verwendeten Techniken der wissenschaftlichen Kommunikation sind Newsletter, Mailinglisten, Internetforen, Wikis und wissenschaftliche Weblogs. Während die Nutzer solcher Informationsdienste zum Teil aktiv auf die angebotenen Informationen und Datenbestände zugreifen müssen (pull), erhalten sie diese zum Teil auch automatisch zugestellt (push).

Das wichtigste elektronisch unterstützte Kommunikationssystem für Historiker ist H-Soz-Kult (Humanities: Sozial- und Kulturgeschichte). H-Soz-Kult ist ein Fachforum und eine moderierte Informations- und Kommunikationsplattform, es bietet u.a. eine Stellenbörse, eine Projektdatenbank, in der auf laufende wissenschaftliche Projekte hingewiesen wird, Tagungsberichte, einen Terminkalender sowie Verzeichnisse fachwissenschaftlicher Zeitschriften und Websites. Ausführlichere Auseinandersetzungen mit einzelnen Themenkomplexen ermöglichen die Foren, in denen Originalveröffentlichungen und Diskussionsbeiträge zu Fachthemen publiziert werden. Alle Beiträge, Berichte, Rezensionen, Stellenangebote etc. sind auf der Website von H-Soz-Kult recherchierbar oder können über E-Mail oder RSS bezogen werden.

c) Auskunftssysteme

Nach wie vor spielt die individuelle Auskunft in Bibliotheken eine große Rolle, allerdings wird dieser Bereich zunehmend von elektronischen Systemen unterstützt. Häufige Formen sind der Chat, der Chatbot und kooperative Auskunftsdienste.

Bei der Chat-Auskunft sind der Nutzer und der Auskunft gebende Bibliothekar zeitgleich (synchron) über eine räumliche Distanz hinweg miteinander verbunden. Fragen, Rückfragen, Konkretisierungen und Antworten können sich im Chat daher wesentlich besser entfalten als in der herkömmlichen schriftlichen Auskunft, allerdings ist der Chat an gewisse Zeiten gebunden. Praktiziert wird in Bibliotheken zumeist der Text-Chat, allerdings bieten auch immer mehr Bibliotheken ihren Nutzern einen Video-Chat an.

Eine völlig automatisierte Form des Chats bildet der Chatbot (auch Bot, Chat-Roboter, Chatterbot). Bei dieser Form der Auskunft gibt der Benutzer seine Frage in natürlicher Sprache in eine Eingabezeile ein, die Antwort wird dann aufgrund einer Analyse der Daten vollautomatisch produziert und – zum Teil ergänzt durch Links auf die entsprechenden Angebote der Bibliothek – ausgegeben. Chatbots stehen den Nutzern rund um die Uhr zur Verfügung, meist beherrschen sie auch einfache Formen des Smalltalks. Die bekanntesten Chatbots des deutschen Bibliothekswesens sind (SuB Hamburg) und ASKademicus (TUB Dortmund).

Immer häufiger kooperieren Bibliotheken auch bei der Auskunftserteilung. Ein weltweit von Bibliotheken eingesetzter Auskunftsdienst ist Question-Point Hier unterstützt eine Software die Verwaltung der eingegangenen Frage (Eingangsbestätigung, Prüfung der Frage in einer zentralen Wissensdatenbank) und erlaubt die Weiterleitung an eine Partnerbibliothek, die für die Beantwortung dieser Frage besonders kompetent ist.


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