Robby Geyer / Nicole Merkel: Südasien [PDF-Version]

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Die für die historische Forschung zu Südasien wichtigsten Archive sind die Nationalarchive der südasiatischen Staaten, wie z.B. National Archives of India in New Delhi, National Archives of Pakistan in Islamabad, National Archives and National Library of Bangladesh in Dhaka oder das National Archive Sri Lanka in Colombo. In den Landesarchiven der indischen Bundesstaaten, aber auch in den privaten Sammlungen und Bibliotheken ehemaliger Könige ist umfassendes Quellenmaterial zur Geschichte der Region zu finden.

Außerhalb Indiens ist die Sammlung historischer Dokumente der British Library von überragender Bedeutung. Als ehemalige Kolonialmacht beherbergt sie die Archive der britischen East India Company (bis 1858) und der britisch-indischen Regierung (1858-1947). Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 war das Commonwealth Relations Office für britisch-indische Beziehungen zuständig, deren Archivalia in den National Archives of the UK zu finden sind. Einige Cabinet Papers zur indischen Nationalbewegung sind frei online zugänglich.

Weiterhin ist auch das Staatsarchiv von Nepal von zentraler Bedeutung, da es viele Palmblattdokumente in seiner Sammlung archiviert, die den Alltagsbetrieb von Königshöfen und religiösen Institutionen illustrieren. Verwiesen sei auch auf die Asha Archives in Kathmandu, deren Sammlung über 6.700 Manuskripte zählt, darunter Ritualtexte und Texte zur Astrologie/Astronomie.[1]

Museen

Von der Vielzahl der Museen mit südasiatischen Sammlungen sind von den europäischen besonders hervorzuheben:

  • Staatliche Museen zu Berlin, mit einer der bedeutendsten Sammlungen von Kunstwerken des indo-asiatischen Kulturraums

  • Lindenmuseum, Stuttgart, der Schwerpunkt der Dauerausstellung Südasien liegt auf der Vermittlung von Kenntnissen über die großen indischen Religionen und ihrer gesellschaftlichen Grundlagen vom Altertum bis in die Gegenwart.

  • Musée Guimet, Paris, die Region Südasien ist zum einen durch eine Dauerausstellung zu Indien vertreten, die auf einer umfangreichen Sammlung aus Terrakotta-, Stein-, Bronze- und Holzskulpturen der Frühgeschichte bis zur heutigen Zeit sowie Gemälde und Miniaturen aus der Zeit vom 15. bis 19. Jahrhundert basiert. Zum anderen gibt es eine 1.600 Exponate umfassende Himalaya-Sammlung mit Kunstobjekten aus Nepal und Tibet.

  • Museum Rietberg, Zürich die Indien-Sammlung umfasst hinduistische, buddhistische und jainistische Skulpturen, Terrakotten und Bronzen des 3. bis 16. Jahrhunderts aus Nord- und Südindien und Malerei auf Papier, Stoff und Palmblatt (12.-19. Jahrhundert).

  • British Museum, London, mit der weltweit größten Sammlung von Skulpturen aus Südasien. Neben religiösen Objekten werden auch Zeugnisse früher Hochkulturen und bedeutender Regionalreiche sowie von Stammeskulturen präsentiert.

  • Museum für Völkerkunde, Wien, ca. 20.000 Objekte aus dem Bereich Süd-, Südost-Asien und den Himalayaländern. Die überwiegende Zahl der Objekte stammt aus Indien, deren Bogen sich von buddhistischen Gandhara-Plastiken bis hin zu einer der größten europäischen Sammlungen der Naga in Nordostindien erstreckt.

Auch in Südasien verfügen alle Länder über ‚Nationalmuseen’, die sich hauptsächlich mit der Darstellung der jeweiligen Nationalgeschichte beschäftigen. Die Internetseiten dieser Museen können als Ausgangspunkt einer Recherche zu den jeweiligen Museumslandschaften der Länder dienen, weil auf den entsprechenden Seiten weitere Informationen verfügbar sind:


[1] Die Bibliothek des Südasien-Instituts der Universität Heidelberg besitzt die digitalisierte Sammlung auf DVD.


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