| Informationsressourcen: VI. Navigations-, Auskunfts- und Kommunikationssysteme |  |
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a) Navigationssysteme
Nicht
nur die Anzahl der Dokumente, die in elektronischer Form zur Verfügung
stehen, auch die Zahl und die Komplexität der allgemeinen und
fachspezifischen Informationsressourcen haben sich in den letzten
Jahren entscheidend erhöht. Um Studenten und Fachwissenschaftlern den
Überblick und die Orientierung im immer weiter wachsenden Angebot der
Informationsressourcen zu erleichtern, werden vielfach spezielle
Navigationssysteme angeboten. Das wichtigste Navigationssystem für den
Wissenschaftsbetrieb im deutschsprachigen Raum ist LOTSE
(Library Online Tour and Self-Paced Education), ein von Bibliotheken
entwickeltes System, das einen fachspezifischen Überblick zu allen für
das wissenschaftliche Arbeiten, Forschen und Lehren relevanten Themen
bietet. In der Oberfläche von LOTSE lässt sich die lokale Bibliothek,
das gewünschte Fach sowie der Grad der eigenen Vorkenntnisse (Anfänger
oder Experte) einstellen. Unter Berücksichtigung dieser Informationen
wird dann ein Informationsangebot erstellt, das dem Nutzer – eingeteilt
in sieben Lernpfade – die wichtigsten Angebote, Hilfsmittel und
Informationen zu folgenden Bereichen vorstellt: Bibliothek benutzen,
Lernen & forschen, Literatur suchen, Literatur beschaffen, Kontakte
finden & pflegen, Auf dem Laufenden bleiben und Fakten suchen.
b) Kommunikationssysteme
Der
wissenschaftlichen Kommunikation und dem Austausch von
Fachinformationen dient eine Vielzahl computergestützter
Kommunikationssysteme. Die zur Unterstützung der Kommunikation
verwendete Software wird vielfach als Social Software bezeichnet. Die
am häufigsten verwendeten Techniken der wissenschaftlichen
Kommunikation sind Newsletter, Mailinglisten, Internetforen, Wikis und
wissenschaftliche Weblogs. Während die Nutzer solcher
Informationsdienste zum Teil aktiv auf die angebotenen Informationen
und Datenbestände zugreifen müssen (pull), erhalten sie diese zum Teil
auch automatisch zugestellt (push).
Das wichtigste elektronisch unterstützte Kommunikationssystem für Historiker ist H-Soz-u-Kult
(Humanities Sozial- und Kulturgeschichte). H-Soz-u-Kult ist ein
Fachforum und eine moderierte Informations- und
Kommunikationsplattform, es bietet u.a. eine Stellenbörse, eine
Projektdatenbank, in der auf laufende wissenschaftliche Projekte
hingewiesen wird, Tagungsberichte, einen Terminkalender, sowie
Verzeichnisse fachwissenschaftlicher Zeitschriften und Websites.
Ausführlichere Auseinandersetzungen mit einzelnen Themenkomplexen
ermöglichen die Foren, wo Originalveröffentlichungen und
Diskussionsbeiträge zu Fachthemen publiziert werden. Alle Beiträge,
Berichte, Rezensionen, Stellenangebote etc. sind auf der Website von
H-Soz-u-Kult recherchierbar oder können über E-Mail oder RSS bezogen
werden.
c) Auskunftssysteme
Nach wie vor spielt die
individuelle Auskunft in Bibliotheken eine große Rolle, allerdings wird
auch dieser Bereich zunehmend von elektronischen Systemen unterstützt.
Häufige Formen sind der Chat, der Chatbot und kooperative
Auskunftsdienste.
Bei der Chat-Auskunft sind der Nutzer und der
Auskunft gebende Bibliothekar zeitgleich (synchron) über eine räumliche
Distanz hinweg miteinander verbunden. Fragen, Rückfragen,
Konkretisierungen und Antworten können sich im Chat daher wesentlich
besser entfalten als in der herkömmlichen schriftlichen Auskunft,
allerdings ist der Chat an gewisse Zeiten gebunden. Praktiziert wird in
Bibliotheken meist nur der reine Text-Chat, Audio- und Video-Chats
werden kaum angeboten.
Eine völlig automatisierte Form des Chats
bildet der Chatbot (auch Bot, Chat-Roboter, Chatterbot). Bei dieser
Form der Auskunft gibt der Benutzer seine Frage in natürlicher Sprache
in eine Eingabezeile ein, die Antwort wird dann aufgrund einer Analyse
der Daten vollautomatisch produziert und – zum Teil ergänzt durch Links
auf die entsprechenden Angebote der Bibliothek – ausgegeben. Chatbots
stehen den Nutzern rund um die Uhr zur Verfügung, meist beherrschen sie
auch einfache Formen des Smalltalks. Die bekanntesten Chatbots des
deutschen Bibliothekswesens sind Stella und ASKademicus, Angebote der SuB Hamburg und der TUB Dortmund.
Immer
häufiger kooperieren Bibliotheken auch bei der Auskunftserteilung. Ein
weltweit von Bibliotheken eingesetzter Auskunftsdienst ist Question-Point.
Hier unterstützt eine Software die Verwaltung der eingegangenen Frage
(Eingangsbestätigung, Prüfung der Frage in einer zentralen
Wissensdatenbank) und erlaubt die Weiterleitung an eine
Partnerbibliothek, die für die Frage aus fachlichen Gründen besonders
kompetent ist.