Das Angebot im Netz zum Verhältnis von Geschichte und Literatur kann zwar als groß bezeichnet werden, ist aber aufgrund der Schwierigkeit seiner disziplinären Einordnung gleichzeitig recht unübersichtlich und schwer auffindbar. Denn obwohl die beiden textorientierten Disziplinen Geschichtswissenschaft und Literaturwissenschaft ohne die Befassung mit der Frage etwa nach dem Stellenwert, Wahrheitsgehalt und Möglichkeitssinn von Texten nicht auskommen können, mangelt es im Internet an einem historischen wie systematischen Überblick, wo man sich konkret und direkt über die Problemstellungen, Kontroversen und Diskussionen zum Themenfeld informieren könnte. Wer etwa einen Einblick in die traditionsreiche und sich weiterhin fortsetzende Diskussion über das Verhältnis von Geschichte und Literatur gewinnen will, ist nach wie vor gut beraten, auf die Publikationen aus dem Printbereich zurückzugreifen.Fündiger wird man, wie die Linksammlung zeigt, wenn man themen- bzw. regionenspezifisch recherchiert. Hier finden sich mitunter wissenschaftlich sehr fundierte Informationen, Verweise und Verlinkungen sowie Quellen- und Textsammlungen, die disziplinübergreifend für Geschichte und Literaturwissenschaft von Nutzen sein können. Gleichwohl sei Historiker/innen wie auch Literaturwissenschaftler/innen bei der Recherche zum Thema angeraten, über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinauszuschauen und ihre Suchstrategien interdisziplinär auszurichten. Abschließend sei konstatiert, dass ein Fachportal bzw. ein elektronisches Diskussionsforum, welches die vielfältigen Facetten und Aspekte des Verhältnisses von Geschichte und Literatur miteinander vernetzt, in thematischer Hinsicht mehr als wünschenswert wäre. Denn nicht zuletzt werden die Stärken und Vorteile webbasierter Angebote und Recherchemöglichkeiten anhand eines solchen weit verzweigten und komplexen Themenfeldes besonders augenfällig.