Stellvertretend für die vielen Regionalmuseen und Stadtarchive, die oft sehr modernen Fragestellungen verpflichteten sind, seien neben den schon angesprochenen Archiven an den Instituten in Frankfurt a. M. und Gelsenkirchen der
Zusammenschluss der Berliner Regionalmuseen sowie die Stadtarchive von
Karlsruhe und
Mannheim erwähnt, die auch stadthistorische Forschungen initiieren. Eine Liste der Stadt- bzw. Kommunalarchive in Deutschland und darüber hinaus bietet, mit Links zu den Einzelarchiven, die Website der
Archivschule Marburg.
Unter den zahlreichen Einrichtungen, die im Grenzbereich zwischen Stadtgeschichte und gegenwartsbezogener Stadtforschung arbeiten, ist zunächst das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) zu nennen, das eine wissenschaftliche Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Städte in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag (DST) ist. Zwar hat das DIFU, das seit den 1960er Jahren einer der Ausgangspunkte der modernen Stadtgeschichtsforschung war, vor einigen Jahren die eigenständige historische Forschung eingestellt, doch verlegt es weiterhin die Zeitschrift Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS). Zudem betreibt das DIFU auch für Historiker interessante gegenwartsbezogene Stadtforschungen und organisiert die jährlichen Kommunalwissenschaftlichen Prämienausschreibungen, einen Preis für Nachwuchswissenschaftler auch im Bereich der Stadtgeschichtsforschung. Aus der Perspektive der Raumplanung werden auch am Institut für Raumplanung der Universität Dortmund (IRPUD) immer wieder historische Themen bearbeitet und einschlägige Publikationen in der von dem Institut herausgegebenen Reihe Dortmunder Beiträge zur Raumplanung (sog. Blaue Reihe) publiziert. Eine der jüngsten Gründungen der modernen Stadtforschung ist das Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung (GSZ) der Humboldt-Universität zu Berlin, das geistes- und sozialwissenschaftliche mit naturwissenschaftlichen Stadtforschungen integriert und u.a. einen Newsletter publiziert.