Moderne Stadtgeschichte

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Zeitschriften und Portale

Die moderne Stadtgeschichtsforschung kann sich auf ein breites Netz an Fachzeitschriften stützen. Im deutschen Sprachraum bieten die halbjährlich erscheinenden Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS), mit wechselnden Themenschwerpunkten wie Stadt und Fußball (1/2006) oder Stadt und Verkehr (2/2006) einen Einstieg in einzelne Forschungsgegenstände. Projekt- und Tagungsberichte sowie Konferenzkalender geben einen Überblick über aktuelle Forschungsdebatten und -aktivitäten. Die alte Stadt (ZSSD) als die andere der beiden in Deutschland erscheinenden Zeitschriften legt einen Schwerpunkt auf die disziplinübergreifende Planungs- und Städtebaugeschichte und verfügt über einen Rezensionsteil zu wichtigen Neuerscheinungen. Hinzu kommen die einmal pro Jahr erscheinende österreichische Zeitschrift Pro Civitate Austriae sowie stärker spezialisierte Zeitschriften wie das Jahrbuch für Stadterneuerung, in dem historische Forschungen und praxisbezogene Informationen für Denkmalpflege, Stadtumbau usw. versammelt sind. Weitere wichtige Periodika für stadtgeschichtliche Forschungen sind Zeitschriften mit regionalem Fokus, von denen exemplarisch das Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Osteuropas, das Jahrbuch für Regionalgeschichte sowie das auf das Ruhrgebiet spezialisierte Forum Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur genannt seien.

Für die in der Stadtgeschichtsforschung inzwischen weitgehend selbstverständliche Orientierung an dem internationalen Forschungsstand ist für den englischen Sprachraum die drei Mal pro Jahr in Leicester/GB erscheinende Urban History zu nennen,  die mit einem breiten Aufsatzteil, Rezensionsdienst und einer Jahresbibliografie das Thema epochenübergreifend bearbeitet. Während die Urban History stärker an der europäischen und insbesondere britischen Forschung orientiert ist, dokumentiert das sechs Mal pro Jahr erscheinende Journal of Urban History vorrangig die nordamerikanische Forschung. Neben regelmäßigen Review-Essays bietet es immer wieder Sonderhefte zu ausgewählten Themenschwerpunkten. Einen stärker franco-kanadischen Akzent hat die halbjährlich erscheinende Urban History Review/Revue d’Histoire Urbaine mit Beiträgen in Französisch und Englisch. Für die internationale Planungsgeschichte sind die Planning Perspectives ein wichtiges Forum.

Im französischen Sprachraum bietet den besten Überblick die disziplin- und epochenübergreifend angelegte und auf wissenschaftliche Aufsätze konzentrierte Histoire Urbaine, die seit dem Jahr 2000 dreimal jährlich erscheint. Ebenfalls disziplinübergreifend mit einer stärkeren Ausrichtung auf Gegenwarts- und zum Teil Anwendungsbezüge berichten die Annales de la recherche urbaine. In Italien ist die Zeitschrift Storia Urbana die einschlägige Fachzeitschrift, doch enthält auch die Contemporanea immer wieder Artikel zur Stadtgeschichte. Dezidiert eine länderübergreifende, europäische Sicht verfolgt das Jahrbuch für europäische Verwaltungsgeschichte, das ebenfalls immer wieder stadtgeschichtliche Themen aufgreift.

Die wichtigsten elektronischen Medien sind zweifellos die dem „H-Net“ angehörenden Mailing-Lists. Hier ist vor allem das englischsprachige H-Urban zu nennen, das seit Jahren auf hohem Niveau arbeitende internationale Internet-Portal mit seinen Diskussionsforen, Konferenzankündigungen usw. Hier finden sich, mit einem Schwerpunkt auf dem anglo-amerikanischen Forschungsraum, auch umfangreiche und übersichtlich angelegte Datenbanken zu stadthistorischen Rezensionen, Links, Studiengängen sowie Lehrmaterialien („syllabi“). Auch die „Schwesterseiten“ H-Soz–u-Kult mit ihrem deutlich breiteren Themenspektrum und H-Environment für die umweltgeschichtlichen Themen sind von zentraler Bedeutung. Als Beispiel für die neuen, Internet-basierten Publikations- und Kommunikationsformen in der stadthistorischen Diskussion sei exemplarisch das im Sommer 2006 in H Soz u Kult publizierte Forum zum Thema: Das Ende der Urbanisierung? Wandelnde Perspektiven auf die Stadt, ihre Geschichte und Erforschung genannt.

Ebenfalls von großem Nutzen für stadthistorische Forschungen sind Datenbanken, und hier insbesondere die laufende Bibliografie des Instituts für vergleichende Städtegeschichte in Münster. Hier kann zudem in einer großen Datenbank mit über 100.000 Einträgen auch die ältere Literatur bis zurück zum Jahr 1976 recherchiert werden. Für die internationale Forschung existiert im Netz eine an der kanadischen Universität von Guelph erstellte, nach Epochen und Regionen gegliederte – allerdings nur bis 1997 reichende – Bibliografie. Auch Datenbanken für die gegenwartsbezogene raum-, wohnungs- und planungswissenschaftliche Forschung, wie z.B. RSWB und Orlis können von Nutzen für stadthistorische Studien sein. Teilweise sind diese allerdings nur gegen Gebühr oder in Bibliotheken wie etwa der Senatsbibliothek Berlin zugänglich, deren Kataloge zugleich hervorragende Instrumente auch für das Bibliografieren stadtgeschichtlicher Titel sind. Das gleiche gilt für die von den Landesbibliotheken erstellten Landesbibliografien (zusammengefasst in der Virtuellen Deutschen Landesbibliographie), die z.B. für Brandenburg seit dem Berichtsjahr 1994 und für Baden-Württemberg seit 1986 online recherchierbar sind und u.a. auch Aufsätze erfassen.


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