Institutionelle Förderer

Institutionelle Förderer

Bayerische Staatsbibliothek, München

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin

Böhlau Verlag GmbH & Cie, Köln

Campus Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Franz Steiner Verlag GmbH, Stuttgart

Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv der sozialen Demokratie, Bonn

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO), Leipzig

Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig

Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf

Hamburger Edition, Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München

Historisches Institut, FernUniversität in Hagen

Historisches Institut, Universität der Bundeswehr München

Historisches Institut, Universität Mannheim

Historisches Institut, Universität Paderborn

Historisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Historisches Seminar, Johann Wolfgang Goethe-Universität

Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover

Historisches Seminar, Universität Luzern

Historisches Seminar, Universität Siegen

Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

IFK - Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien

IGK Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive, Humboldt-Universität zu Berlin

infoclio.ch, Fachportal für die Geschichtswissenschaften der Schweiz, Bern

Institut für Geschichte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Universität Wien

Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

Institut für Geschichte, Eidgenössische Hochschule Zürich

Institut für Geschichte, Universität Graz

Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Kulturwissenschaften, Universität Leipzig

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., Dresden

Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte, Universität Flensburg

Institut für Zeitgeschichte, München-Berlin

Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Karl-Lamprecht-Gesellschaft Leipzig e.V.

Klartext Verlag. Jakob Funke Medien Beteiligungs GmbH & Co. KG, Essen

Leibniz Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz

Max Weber Stiftung - Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland, Bonn

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt am Main

Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Peter Lang GmbH - Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main

Philipp Reclam jun. Verlag GmbH, Ditzingen

Seminar für Alte Geschichte, Universität Heidelberg

Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Dresden

Stiftung Hamburger Institut für Sozialforschung

Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Verlag C.H. Beck, München

Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG, Paderborn

Verlag Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt am Main

Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster

Wallstein Verlag, Göttingen

Waxmann Verlag GmbH, Münster

Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V., Potsdam

Technikgeschichte

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Einleitung


Die Technikgeschichte analysiert die gesellschaftlichen Voraussetzungen, Bedingungen und Folgen von Technik und des technischen Wandels, vor allem in industriellen Gesellschaften. Dabei beschäftigt sich die Technikgeschichte tendenziell mit der Gesamtheit der materiellen Kultur und nimmt, stärker als andere historische Disziplinen, auch Objekte in den Blick. Sie untersucht die Entstehung, Entwicklung und Prozesse der Durchsetzung von Artefakten und komplexen Sachsystemen. Sie erforscht technische Handlungen und Vorstellungen von Akteuren, Wissensformen sowie den Gebrauch und die Aneignung von Artefakten durch NutzerInnen in allen Lebensbereichen.

 

Die Technikgeschichte in ihrer jetzigen Form gehört zu den jüngeren historischen Teildisziplinen. Als institutionalisierte Wissenschaft entstand sie allerdings bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einem ingenieurwissenschaftlichen Kontext. Ingenieure hatten sich zu dieser Zeit um gesellschaftliche Anerkennung ihrer Arbeit als „Kulturleistung“ bemüht und die Geschichte der Technik als ein Instrument hierfür entdeckt. Weitere Impulse für eine Technikgeschichtsschreibung kamen aus der Soziologie und der Historischen Schule der Nationalökonomie, vor allem von Werner Sombart und Joseph Schumpeter, die sich mit Technik als Teil von „Wirtschaftssystemen“ und mit Innovationsprozessen beschäftigten.

       

Die frühe Technikgeschichte stellte vornehmlich eine „internalistische“ Beschreibung technischer Entwicklungen dar und war an den Technikwissenschaften orientiert. In Deutschland entwickelte sie sich seit den 1970er Jahren zu einer historischen Disziplin. Wegweisend für diesen Prozess war unter anderem die 1975 erschienene Publikation „Moderne Technikgeschichte“ von Karin Hausen und Reinhard Rürup, mit der sich die Technikgeschichte der Gesellschaftsgeschichte und den Sozialwissenschaften annäherte. Diese neue „Sozialgeschichte der Technik“ stellte die Idee des „technischen Forschritts“ als Leitmotiv der Forschung grundsätzlich in Frage. Stattdessen hat sich heute der technische und (damit verbunden) soziale, wirtschaftliche und kulturelle „Wandel“ als Untersuchungsgegenstand durchgesetzt. Damit wird der gesellschaftlichen Ambivalenz der technischen Entwicklung Rechnung getragen und Raum für die Analyse der Verlierer des technologischen Wandels und der zahlreichen gescheiterten Innovationen gelassen, die historisch genauso aufschlussreich sind wie die Erfolgsgeschichten. Auch die unintendierten Folgen und „Nebenwirkungen“ von Technik werden thematisiert.

       

Technikgeschichte wird in enger Verflechtung und in vielfältigen Überschneidungen mit anderen historischen Teildisziplinen betrieben, wie etwa der Alltags- und der Konsumgeschichte, der Stadt- und der Umweltgeschichte und der Genderforschung. Die Verbindungen zur Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte sowie zur Sachkulturforschung der Volkskunde waren von jeher eng. Seit ca. ein bis zwei Dekaden lässt sich eine Hinwendung zu kulturgeschichtlichen Ansätzen verzeichnen.Das deutschsprachige Internetangebot zur Technikgeschichte, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, ist relativ überschaubar. Bislang lassen sich vor allem Informationen zu Institutionen, Fachgesellschaften, Archiven und Museen sowie erste digitalisierte Quellenbestände und einige wenige – allerdings englischsprachige – Forschungsberichte finden. Für ein deutschsprachiges Internetportal zur Technikgeschichte sind erste Anfänge gemacht. Im Folgenden werden zunächst die wichtigsten Fachgesellschaften, deren Internetdienste und -angebote und schließlich Linksammlungen, die sich als Portalseiten eignen, genannt. Weiterhin werden bibliografische, museale und Archive betreffende Online-Ressourcen vorgestellt sowie Digitalisierungsprojekte, die einen Internetzugriff auf historische Quellen ermöglichen, beschrieben. Abschließend werden drei Webseiten exemplarisch behandelt.

 

 
Autorinnen
 

Prof. Dr. Martina Heßler, Hochschule für Gestaltung, Schloßstr. 31, 63065 Offenbach.

Dr. (des.) Anne Sudrow ist derzeit Scholar-in-Residence am Münchner Zentrum für Wissenschafts- und Technikgeschichte (Deutsches Museum).

Dr. Heike Weber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin innerhalb der Technikgeschichte der TU Berlin.



Stand:Februar 2009

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Institutionenlandschaft

 

Die wichtigste deutschsprachige Fachgesellschaft, die Gesellschaft für Technikgeschichte (GTG), wurde 1991 gegründet. Auf der Homepage der Gesellschaft für Technikgeschichte  finden sich Hinweise auf Tagungen, call for papers, Stellenausschreibungen, Preisausschreiben, Hinweise auf Studienmöglichkeiten der Technikgeschichte, Museen der Technikgeschichte etc. Zentrale Fachzeitschrift ist die Technikgeschichte, deren Register (Aufsatzregister und ab 1965 auch Rezensionen) online recherchierbar sind. Eine zweite Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik (DGGMNT, gegr. 1901) repräsentiert neben der Technikgeschichte auch die Naturwissenschafts- und Medizingeschichte. Daneben besteht ein Bereich Technikgeschichte im Verein Deutscher Ingenieure, der wie die Fachgesellschaften jedes Jahr eine technikhistorische Jahrestagung ausrichtet und auch regionale Arbeitskreise zur Technikgeschichte unterhält. Zur industrie- und unternehmensgeschichtlichen Seite hin orientiert ist die Georg-Agricola-Gesellschaft  zur Förderung der Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik (gegr. 1926).

Die universitären Institute sowie die weiteren Forschungseinrichtungen der Technikgeschichte sind zusammen mit jenen der Wissenschaftsgeschichte auf den Seiten der DGGMNT als knappe Institutsberichte alphabetisch nach Ort aufgelistet. Soweit die jeweiligen Institute Informationen zur Verfügung stellten, sind hier Angaben zum wissenschaftlichen Personal, zum Studium und zu den Forschungsschwerpunkten der einzelnen Einrichtungen zu finden.

 

Der enge Bezug der Technikgeschichte zu materiellen Quellen verbindet sie außerdem mit dem Denkmalschutz, den zahlreichen und vielfältigen industriekulturellen und handwerksgeschichtlichen Museen sowie mit der Industriearchäologie. Zu erwähnen sind hier für den deutschsprachigen Bereich der Gesprächskreis Technikgeschichte, der einmal im Jahr an einem industriegeschichtlich bedeutsamen Ort ein Arbeitstreffen veranstaltet, diverse regionale und überregionale Aktivitäten und Stiftungen im Bereich der Industriearchäologie, das weltweite International Committee for the Conservation of Industrial Heritage (TICCIH) sowie die Zeitschrift Industrie-Kultur.

 

Große Bedeutung haben die internationalen Fachgesellschaften, darunter vor allem SHOT und ICOHTEC: Die Society for the History of Technology (SHOT) in den USA gibt die Zeitschrift Technology and Culture heraus, deren Inhaltsverzeichnisse und Artikel-Abstracts ab 1998 frei, ganze Artikel allerdings nur über den akademischen Zeitschriftendienst JSTOR oder Project Muse verfügbar sind. Da zahlreiche europäische TechnikhistorikerInnen Mitglieder bei SHOT sind, fungiert die Gesellschaft gewissermaßen als Weltorganisation der Technikgeschichte. Alle vier Jahre tagt sie in Europa. Das europäische International Committee for the History of Technology (ICOHTEC), das 1968 gegründet wurde, um west- und osteuropäischen Forschern ein gemeinsames Forum zu bieten, veröffentlicht die Ergebnisse seiner Kongresse im Jahrbuch ICON. Sowohl SHOT als auch ICOHTEC halten auf ihren Homepages aktuelle „Newsletter“ zu Neuigkeiten aus dem Fach bereit. Neben den Fachgesellschaften besteht seit 1999 das europäische Netzwerk Tensions of Europe, in dem sich HistorikerInnen aus inzwischen über 20 Ländern organisiert haben, um die Geschichte Europas des 20. Jahrhunderts aus technikhistorischer Perspektive zu schreiben. Die Homepage dieses Projekts wird als exemplarische Site unter Punkt 7 vorgestellt. Die wichtigste internationale Mailingliste der technikhistorischen Community ist H-Sci-Med-Tech. An den wissenschaftlichen Nachwuchs im Feld der so genannten Science and Technology Studies richtet sich STS GradListserv, eine Mailingliste, die von der Society for Social Studies of Science getragen wird. Im deutschsprachigen Raum steht die Mailingliste der GTG zur Verfügung.

 

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Portale

 

Eine deutschsprachige Portalseite, die Inhalte und Methoden der Technikgeschichte kompakt vorstellen und wissenschaftlichen Standards genügen würde, ist ein Desiderat. Neben der bereits erwähnten Homepage der Gesellschaft für Technikgeschichte bietet die Linksammlung  der Ruhr-Universität Bochum, Technik- und Umweltgeschichte, einen ersten Überblick über technikhistorische Institutionen und Gesellschaften, Universitätslehrstühle und Technikmuseen. Für technikhistorische Netz-Ressourcen entsteht derzeit am Sammelschwerpunkt „Technikgeschichte“ der Sächsischen Landesbibliothek / Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) eine Portalseite, die bibliographische Hilfsmittel und digitalisierte Quellen ordnet und zusammenfasst. Der Ansatz, hier auch eine virtuelle Geschichte der Technikhistoriografie ins Netz zu stellen, ist unterstützenswert. Die Texte und Datenbanken haben derzeit jedoch noch sehr provisorischen Charakter.

Für den Bereich der Industriekultur sind auf der privat gepflegten Homepage Industriearchäologie Links zusammengestellt, hinter denen sich so unterschiedliche Daten wie die Webseiten von regionalen Stiftungen der Industriedenkmalpflege und nationalen sowie internationalen Vereinigungen der Industriearchäologie finden lassen, aber auch Bilddokumente zu stillgelegten Zechen und Kokereien des Ruhrgebiets und historische Arbeiterfotografien aus der amerikanischen Massenproduktion.

Als Startpunkt in die angloamerikanische Internetwelt der Technikgeschichte bietet sich die SHOT-Homepage an. Hier finden sich wertvolle Informationen wie Stellenausschreibungen und Stipendienmöglichkeiten, eine Übersicht über US-amerikanische Graduiertenstudiengänge zur Technikgeschichte und weitere Links zu technikhistorischen Webressourcen. Außerdem sind die Special Interest Groups der Gesellschaft aufgelistet, wie zum Beispiel die Envirotech-Gruppe oder das Netzwerk Women in Technological History (WITH), die auch eigene Mailinglisten und Homepages unterhalten.

 

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Bibliographien und Rezensionen

 

Für eine technikhistorische Literaturrecherche sind neben den üblichen Bibliothekskatalogen sowie der Clio-Rezensionsdatenbank der Katalog der Bibliothek des Deutschen Museums und die Rechercheangebote der Technischen Informationsbibliothek (TIB) / Universitätsbibliothek Hannover zu empfehlen; letztere ist die zentrale Fachbibliothek für Technik in Deutschland. Die SLUB in Dresden bietet eine Online-Recherche im Fachkatalog Technikgeschichte, mit dem die zuvor von der SLUB erstellte Bibliographie Geschichte der Technik (BGT) fortgesetzt wird. In der digitalen Variante enthält die BGT Titel von 1992 bis 2006; im Fachkatalog wiederum sind technikhistorische Bücher ab 1998 und Aufsätze ab Erscheinungsjahr 2006 enthalten. Das Einpflegen der älteren Literaturtitel in diesen aktuellen, digitalen Fachkatalog ist schrittweise geplant; allerdings ist die Datenbank derzeit durch die bestehende Zersplitterung nicht gerade nutzerfreundlich. Der Zugang zur wesentlich übersichtlicheren bibliographischen History of Science, Technology and Medicine Database ist leider beschränkt; er steht allerdings SHOT-Mitgliedern offen. Die Zeitschrift Technikgeschichte erarbeitet zurzeit ein Online-Register für den Inhalt der – mit Unterbrechungen – seit 1909 erschienen Zeitschrift, in dem die dort publizierten Aufsätze und Rezensionen erfasst sind und dem bald ein Personen- und Sachwortregister folgen soll.

Als Bibliographie von Internetsites kann das Projekt Echo: exploring & collecting history online – science, technology, and industry der George Mason University herangezogen werden. Das dortige Center for History and New Media hat sich zur Aufgabe gesetzt, das Internet konsequent für eine Demokratisierung der (Online-) Geschichtsschreibung zu nutzen: Unterschiedliche Stimmen sollen in der Präsentation der Vergangenheit zu Worte kommen. ECHO stellt eine Datenbank von derzeit über 5000 Sites dar, die knapp annotiert wurden. Diese Datenbank ist über Suchwörter abfragbar und zudem nach Zeitperioden und Themen (Aviation/Space Exploration, Engineering, Consumer Technology, Industrial/Military Technology, etc.) geordnet einzusehen.

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Museen

 

Für die objektorientierte Technikgeschichte stellen Museen einen wichtigen Bereich der Vermittlung technikhistorischen Wissens, aber auch der Forschung (Sammlungsbestände an Schriftquellen, Objekten und Bildern) dar. Systematische Suchmöglichkeiten nach Museen bieten die Linksammlung Museen der GTG sowie die Seiten der Virtual Library-Museen zu Technik- und Industriemuseen und zu Freilichtmuseen. Der Deutsche Museumsbund unterhält eine eigene Fachgruppe Technikhistorische Museen mit Online-Veröffentlichungsplattform.

Das verdienstvolle Portal European Route of Industrial Heritage verlinkt Technik- und Industriemuseen in ganz Europa, die sich nach gewerblichen Branchen, Sachthemen – so breit gefächert wie Energiequellen und Wohnkultur –, nach laufenden Ausstellungen und aktuellen Veranstaltungen sowie nach Routen in einzelnen (westeuropäischen) Regionen, Ländern und Kulturlandschaften abfragen lassen. Derzeit überwiegen deutsche und britische Beiträge, vereinzelt kommen auch holländische, belgische, französische vor. Es ist zu hoffen, dass diese in Zukunft noch um süd- und osteuropäische Museen und Themenrouten ergänzt werden.

 

Die Internetpräsentationen der deutschsprachigen Museen selbst unterscheiden sich je nach ihrer Größe und Finanzkraft. Die meisten bieten einen Überblick über ihre Geschichte und Ziele, die Ausstellungen sowie über ihre museumspädagogische Arbeit. Nicht nur die großen Häuser wie das Deutsche Museum in München, das Deutsche Technikmuseum Berlin, das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum, das Museum der Arbeit in Hamburg und das Technische Museum Wien, sondern auch viele kleinere Museen bieten zudem virtuelle Rundgänge durch ihre Häuser an und machen auch frühere Ausstellungen in digitaler Form zugänglich.

 

Im Hinblick auf die Digitalisierung der Sammlungen ist das Deutsche Historische Museum in Berlin mit seiner Objektdatenbank bedeutend weiter als das Deutsche Museum in München oder das Deutsche Technikmuseum in Berlin. Diese wohl größte Online-Datenbank zur historischen Materialkultur in Deutschland wird ständig erweitert und umfasst derzeit 350 000 Datensätze (Stand: November 2008). Über die Hälfte der Einträge sind mit einer Abbildung versehen. An Artefakten wie z.B. Alltagsgegenständen, Werkzeugen unterschiedlichster Handwerke, aber auch zur Waffentechnik ist diese Datenbank eine Fundgrube.

Erwähnenswert ist auch eine Initiative des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum, die in der Datenbank montan.dok sowohl Dokumente des Bergbau-Archivs als auch der Bibliothek mit ihrer angeschlossenen Fotothek und den Sammlungen vereint. Allerdings sind die rund 100.000 Datensätze nur begrenzt im Internet zugänglich. Das Deutsche Museum in München, das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum sowie das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven informieren im Netz außerdem über die Arbeiten ihrer Forschungsabteilungen. Eine Online-Recherchemöglichkeit in den Bibliotheken der Museen ist im Deutschen Museum München, im Landesmuseum für Technik und Arbeit, im Deutschen Schiffahrtsmuseum und im Technischen Museum Wien möglich. Die Archive sind allerdings auch bei den großen Häusern nicht online recherchierbar. Eine Ausnahme stellt das Deutsche Museum in München dar, worauf im folgenden Abschnitt eingegangen wird.

 

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Archive und digitalisierte Quellen


Aufgrund ihrer Verflochtenheit mit verschiedenen historischen Disziplinen sind für die technikgeschichtliche Forschung unterschiedlichste staatliche und private Archive relevant. Einen Überblick über die Wirtschaftsarchive im Internet hat die Marburger Archivschule zusammengestellt. Darin sind die regionalen Wirtschaftsarchive ebenso wie die Branchenarchive, die Unternehmensarchive und universitäre Wirtschaftsarchive aufgeführt. Die aufgelisteten Links leiten zu den Homepages der jeweiligen Einrichtungen, auf denen Auskünfte über die Nutzungsbedingungen, die Bestände oder auch online erhältliche Findbücher gegeben werden.

Um digitalisierte historische Textquellen aufzufinden, sei angesichts der zunehmenden Vielzahl an Digitalisierungsvorhaben zunächst das Zentrale Verzeichnis Digitalisierter Drucke empfohlen. Als ambitioniertes, zukunftsweisendes Projekt innerhalb der Wissenschafts- und Technikgeschichte ist an erster Stelle ECHO (European Cultural Heritage Online) zu nennen. Diese von der EU geförderte internetbasierte und englischsprachige Infrastruktur hat sich nichts Geringeres zum Ziel gesetzt, als das „europäische Kulturerbe“ online zu dokumentieren, zu vermitteln und der Forschung damit, laut Jürgen Renn, „thoughtware“ zur Verfügung zu stellen. Der Begriff des Kulturerbes bezieht sich im weitesten Sinne auf die europäische Hochkultur und deren Wissenstraditionen. ECHO will den Geistes- und Sozialwissenschaften eine technisch versierte, dem Informationszeitalter gemäße Plattform für interdisziplinäre Forschungen bieten und tritt ausdrücklich gegen die zunehmende Monopolisierung und Kommerzialisierung im Zuge der Digitalisierung des Kulturerbes an, so etwa mit Empfehlungen für eine freie Nutzung von digitalisiertem historischem Bildmaterial. Maßgeblicher Initiator ist das Max-Planck-Institut (MPI) für Wissenschaftsgeschichte in Berlin; weitere Mitwirkende sind Forschungsinstitute, Museen, Archive, Bibliotheken, etc. Im November 2008 verkündete ECHO, mehr als „350,000 high resolution images of cultural heritage objects“ frei zugänglich zur Verfügung zu stellen. Aufgebaut wurden bzw. weiterhin im Aufbau begriffen sind unter anderem Forschungsdatenbanken zur Architekturgeschichte, zu historischen Wörterbüchern und Kartenwerken, weiterhin zur Geschichte der Mechanik, der optischen Instrumente und der „Wissenschaftlichen Revolution“. Letztere enthalten hauptsächlich Schlüsseltexte bedeutender Autoren wie Agricola, Boyle, Galileo, Heron, Newton oder Vitruv.

Für die Technikgeschichte von besonderer Relevanz ist die Database Machine Drawings. Sie stellt Maschinenzeichnungen des späten Mittelalters bis um ca. 1650 zusammen und deckt damit die Zeitspanne früher Bildmanuskripte von technischen Zeichnungen bis hin zum ersten Boom der so genannten „Theatra machinarum“ ab. Über den Suchmodus lassen sich darin gezielt Bilddokumente zu einzelnen Techniken oder zu ganz bestimmten „Maschinen“ auffinden. Die Database Machine Drawings ist im Kontext des Archimedes Project zur Geschichte der Mechanik am MPI für Wissenschaftsgeschichte entstanden. Dieses wiederum hält weitere digitalisierte Quellen von technikhistorischem Interesse wie etwa Abhandlungen zur antiken Mechanik oder Werke von Renaissance-Ingenieuren bereit. So lässt sich Vitruvs „De Architectura libri decem“ in einer Edition von 1567 nachlesen; Georg Agricolas „De re metallica“ von 1556 ist als abgescannte Buchansicht sowie als transkribierter Text einzusehen.

Darüber hinaus finden sich in ECHO aber auch eine Datenbank etwa zu historischer Reiseliteratur – zur Zeit noch auf Reiseführer nach Florenz aus dem 17. und 18. Jahrhundert begrenzt– oder zu Werken des 18. und 19. Jahrhunderts, die sich mit der Problematik der Demographie beschäftigen. Die Bandbreite des Kulturerbes ist mithin weit gefasst, und die einzelnen Datenbanken werden kontinuierlich weiter bereichert. Hier entsteht eine exzellente Forschungsgrundlage für zahlreiche Themen der europäischen Kultur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte, zumal Erweiterungen wie etwa die Verknüpfung mit historischen Wörterbüchern angedacht und teils bereits realisiert sind. Allerdings besitzen die jeweiligen Forschungsdatenbanken einen hohen Eigencharakter. Und auch ob der Komplexität des Gesamtprojektes erfordert ECHO etwas Einarbeitungszeit. Beim ersten Einstieg hilft eine Übersicht, welche die unterschiedlichen Forschungsdatenbanken bzw. das jeweilige Schwerpunktthema auf einer Zeitleiste anordnet; außerdem erlaubt ein „search“-Button auf der Startseite die übergeordnete Suche.

Seit Anfang 2007 ist außerdem die SLUB Dresden damit beauftragt, technikhistorische Schlüsselwerke des 16. und 17. Jahrhunderts zu digitalisieren. Als Digitale Sammlung Technikgeschichte können zurzeit über 1.100 und bald wohl über 1.400 wissenschafts- und technikhistorische Werke in Form von seitenweise durchzublätternden Scans eingesehen werden. Ein Inhaltsverzeichnis des jeweiligen Buchtitels erleichtert das Navigieren durch die einzelnen Seiten, die man sich als PDF oder als Bilddatei herunterladen kann; befindet man sich in der „Werkansicht“, so kann über den Button „Werkzeuge“ außerdem sogar das Gesamtwerk als PDF herunter geladen werden. Problematisch ist jedoch, dass die Titel von unterschiedlichem technik- bzw. wissenschaftshistorischen Wert sind, es aber keinerlei editorische Notizen oder weiterhelfende Kommentare gibt, die bei der Einordnung der Werke behilflich wären.

Als weitere Digitalisierungsprojekte sind zwei DFG-finanzierte Vorhaben zu nennen, die den Volltextzugriff zu technikhistorisch relevanten Enzyklopädien ermöglichen. Das Johann Heinrich Zedler Universal-Lexikon (1731-1754) wurde von der Bayerischen Staatsbibliothek in Zusammenarbeit mit der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel digitalisiert und katalogisiert; in seiner Online-Form sind die rund 284.000 Artikel des historischen Lexikons abrufbar. Vorteil gegenüber der Printversion ist, dass nicht nur die aufgenommenen Begriffe sowie die rund 276.000 Verweisungen einsehbar sind. Vielmehr wurden die Artikel auch sachlich geordnet, so dass der Leser nun auch in vorgegebenen, an der Wissensordnung der Zeit orientierten Themenbereichensuchen kann. Unter der Rubrik „Zedleriana“ sind ergänzende Materialien zur Lexikonentstehung zusammengefasst wie beispielsweise biographische Informationen zu den drei bekannten, hauptverantwortlichen Lexikon-Redakteuren. 

Digitalisiert ist gleichfalls der Krünitz, eine seit 1773 in über zweihundert Bänden und über Jahrzehnte hinweg herausgegebene Enzyklopädie mit dem Untertitel „Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft“. Dabei handelt es sich um eine der umfangreichsten Enzyklopädien des deutschen Sprachraums. Sie wurde von der Universitätsbibliothek Trier als elektronische Volltextversion zugänglich gemacht. Es lässt sich also ein Begriff in sämtlichen Beiträgen und nicht nur als potentieller Lexikon-Eintrag ausfindig machen. Während diese Volltextsuche ein Vorteil gegenüber dem digitalen Zedler ist, fehlen allerdings Sortier- und Filtermöglichkeiten entlang von Sachkategorien. Die Seite informiert zudem über den Entstehungskontext und bietet weitere Literaturhinweise sowie zeitgenössische Rezensionen zu der Enzyklopädie. Praktisch ist die Rubrik „Enzyklopädisches Umfeld“: Hier sind - in Schritten von je zwei Jahrzehnten geordnet – die jeweils erschienenen technologisch-ökonomische Lexika benannt.

Wer sich mit der Zeit der Industrialisierung und Hochindustrialisierung beschäftigt, findet in HGIS Germany, einem historisch-geografischen Informationssystem zu den Staaten Deutschlands und Mitteleuropas seit 1820, ein Hilfsmittel. Erarbeitet vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), bietet HGIS multimedial aufbereitete Kartenwerke, in denen statistische Daten etwa zur Steinkohleförderung, zur Roheisen-, zur Stahlproduktion oder zur Maschinenspinnerei visuell umgesetzt worden sind und leider direkt nicht mehr konsultierbar sind. Die Online-Version, die auch in Museen getestet wird, verspricht allerdings derzeit noch mehr, als die bisher verfügbaren interaktiven Kartenwerke einhalten können. So hielt beispielsweise der Punkt „Roheisenproduktion (1850-1914)“ Anfang 2009 nur Karten zur Roheisenproduktion von 1850 für unterschiedliche deutsche Staaten bereit.

Digitalisierte Fotografien und Archivalien sind auf der Homepage des Archivs des Deutschen Museums einzusehen, darunter etwa die Geheimdokumente über das deutsche Atomprogramm 1938-1945 sowie der Bildbestand aus dem Nachlass Ernst Machs.

Die Startseite zu den Geheimdokumenten des deutschen Atomprogramms 1938 bis 1945 bietet eine sehr knappe Einführung zur Geschichte der hier überlieferten Dokumente des Atomprogramms im nationalsozialistischen Deutschland. Im Netz ist mit 470 Dokumenten nur ein kleiner Teil jener Unterlagen zugänglich, die die die amerikanische ALSOS-Mission 1944 in Deutschland zu sammeln begann. Sie sind nach den Forschergruppen in Heidelberg, Leipzig, Berlin, Gottow, Hamburg, usw. geordnet und so ausgewählt, dass sie auch deren Forschungsschwerpunkte erkennen lassen. Desweiteren finden sich Berichte zur Beurteilung des deutschen Atomprojekts.

Komplett digitalisiert ist der Fotobestand des Nachlasses Ernst Mach. Die Seite bietet eine kurze Biografie des Physikers und Philosophen sowie Informationen zum Gesamtnachlass. Für seine optischen, gasdynamischen und ballistischen Versuche setzte Mach in für seine Zeit ungewöhnlicher Art die Fotografie als Dokumentationsmedium und Erkenntnismittel ein. Der Schwerpunkt des Fotobestandes, der eine Grundlage seines theoretischen Schaffens bildete, liegt auf den Aufnahmen von Überschall fliegenden Gewehrgeschossen. Im Jahr 2002 wurden sämtliche Aufnahmen im Nachlass digitalisiert. Damit wurde ein umfangreicher, zuvor kaum zugänglicher Fotobestand erschlossen. Die Online-Recherche geschieht über vorgegebene Schlagworte, die anzuklicken sind.

Mit dem zunehmenden Interesse an bildlichen Quellen stellt sich die Frage nach deren Zugänglichkeit im Internet. Zu nennen ist hier das technikgeschichtliche Online-Angebot der Fotothek der SLUB, die in mehreren Einzelsammlungen rund 90.000 Bilddokumente umfasst. Diese reichen von Aufnahmen von Objekten aus dem Zeitraum von der Antike bis in das ausgehende 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt zwischen 1500 und 1990. Enthalten sind sowohl Reproduktionen von Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken als auch fotografische Dokumentationen von Herstellungsprozessen in Handwerk und Industrie einschließlich der dazu benötigten Werkzeuge, Gerätschaften und Maschinen sowie der Architektur der Produktionsstätten. Zusätzlich stehen Spezialsammlungen zur Verkehrsgeschichte, zur Industriefotografie und zum Möbeldesign in der DDR digital zur Vefügung.

 



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Exemplarische Sites

Ein Beispiel, wie das Internet als ausgezeichnete Dokumentations- und Informationsplattform von TechnikhistorikerInnen genutzt wird, ist die Homepage von Tensions of Europe. Technology and the Making of Europe. Tension of Europe ist ein ForscherInnen-Netzwerk, das Forschungsprogramme bearbeitet, Tagungen, Workshops, summerschools etc. organisiert und gemeinsam publiziert. In der Vergangenheit trafen sich rund 200 WissenschaftlerInnen aus Westeuropa, den USA und vermehrt auch aus Ost- und Südosteuropa in unterschiedlichen Gruppierungen. Die Seiten zeigen, wie das Internet für die internationale Netzwerkarbeit und eine dezentral zugängliche Dokumentation dieser Arbeit eingesetzt werden kann. Wünschenswert wären allerdings gezielte Suchmöglichkeiten nach Themen oder ForscherInnen, das heißt, eine Suchfunktion würde die Nutzbarkeit der Homepage erheblich erhöhen. Die Homepage informiert über die Entstehung des Netzwerks, über die unterschiedlichen Forschungsprogramme, dokumentiert bereits veranstaltete Tagungen und workshops und informiert über geplante Workshops, Tagungen und summerschools. Eine alphabetische „Who is Who“-Liste nennt alle Mitglieder des Forschungsnetzwerkes. Besonders interessant sind die online zugänglichen Arbeitspapiere sowie die Hinweise auf Publikationen. Bemerkenswert ist die Integration von Videoclips, die jeweils eine anschauliche Einführung in die unterschiedlichen Forschungsprojekte geben. So stellt Johan Schot das Tension of Europe zugrunde liegende Forschungskonzept für eine europäische Technikgeschichte vor. Weiter finden sich zu jedem einzelnen Forschungsprogramm jeweils Videoclips, die dessen Ziele erläutern, z.B. erklärt Ruth Oldenziel das „Projekt European 'Ways of Life' in the American Century. Mediating Consumption and Technology in the Twentieth Century” oder  Arne Kaijser das Forschungsprojekt zu Infrastrukturen.

 

Der Technikgeschichte aus Perspektive der Werkstoffe und den daraus gefertigten Konsumgütern nähern sich die Webseiten des industriefinanzierten Kunststoff-Museums in Düsseldorf. Hier werden in übersichtlicher Form die wichtigsten Kunststoffgattungen und –arten nach der Chronologie ihrer Entstehung vorgestellt und einige chemo-technische Fachbegriffe definiert. Kleine Videofilme über Syntheseprozesse sind herunterladbar. Die Reihe reicht von Vorläufern wie den Naturharzen und dem Asphalt über die frühen Phenolharze und ersten Thermoplaste bis hin zu den neuesten Verbundwerkstoffen. In einer Datenbank , die hoffentlich in Zukunft noch erweitert wird, werden einige Konsumgüter aus Plastik mit ausführlicher Produktbeschreibung dargestellt und chronologisch eingeordnet. Es wird auf Art und Umfang der Sammlungsbestände des Museums hingewiesen. In einem weiteren Modul, das auf einer vom Museum konzipierten Wanderausstellung basiert, werden einige Biografien von Persönlichkeiten der Chemiegeschichte von Hermann Staudinger, dem Polymerchemiker, bis zu Fritz Stastny, dem Entwickler des Styropors, sowie deren Forschungen erläutert.

Am Beispiel dieser Seite werden jedoch auch zwei häufige Engführungen populärwissenschaftlicher Technikgeschichtsschreibung im Internet deutlich: die oft einseitige Konzentration auf Erfinderpersönlichkeiten sowie auf die Errungenschaften der Technik bei gleichzeitiger Vernachlässigung z. B. der umweltschädlichen Folgen der Chlorchemie und des Massenkonsums von Kunststoffprodukten. Ausgeblendet werden gesamtgesellschaftliche, ja bereits wirtschaftliche Zusammenhänge der Technikentwicklung, was viele der bestehenden technikhistorischen Internetangebote von wünschenswerten Beiträgen auf der Höhe des derzeitigen Standards der Printveröffentlichungen unterscheidet.

 

Ein gelungenes Beispiel für die nach wissenschaftlichen Maßstäben ausgewogene Internet-Darstellung industrie- und produktgeschichtlicher Zusammenhänge bildet das Fotoarchiv des Zigarettenkonzerns Reemtsma des Museums der Arbeit in Hamburg. Vorbildlich wurden hier neben verschiedenen Aspekten der Rohstoffwirtschaft des Tabaks, der industriellen Zigarettenherstellung, der allgemeinen Unternehmensgeschichte und der betrieblichen Sozialpolitik auch die „Erfolgsgeschichte“ des Konzerns im Nationalsozialismus und die Ausbeute von Rohtabak in den Anbaugebieten der Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs in die Darstellung aufgenommen. Die zahlreichen Fotobeispiele, die allerdings nur einen kleinen Teil des gesamten Archivbestands von insgesamt 70.000 Bildern darstellen, können sogar nutzerfreundlich in zwei Größen heruntergeladen werden.

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Fazit


Das Internetangebot für TechnikhistorikerInnen bietet einen guten Überblick über deutsche und internationale Fachgesellschaften und deren Aktivitäten, über die Museenlandschaft sowie Portale, auf denen sich umfangreiche Linklisten zu Zeitschriften, Bibliografien, Archiven und Universitäts- und Forschungsinstituten finden. Auch im Hinblick auf Digitalisierungsprojekte von technikhistorischen Quellen ist, bei ECHO oder auch bei der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek in Dresden, ein wichtiger Anfang gemacht. Nur spärliche Informationen erhalten TechnikhistorikerInnen allerdings, sobald sie inhaltliche Sites auf wissenschaftlichem Niveau suchen. Ein Portal zur Technikgeschichte, das einen inhaltlichen Einstieg ins Fach oder gar eine wissenschaftliche Diskussionsplattform bietet, ist weiterhin ein Desiderat.

 
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