| | Clio-online Guide Umweltgeschichte Einführende Texte und ArtikelAls weiteres interessantes Angebot findet sich auf H-Environment eine Reihe von historiografischen Überblicken ( Historiography Series), die in artikellänge die Entwicklung der Umweltgeschichte in ausgewählten Regionen, Ländern und entlang bestimmter Themenfelder vorstellen. Begrüßenswert ist, dass dabei nicht nur die Interdisziplinarität, sondern auch die Internationalität umwelthistorischer Forschung zum Ausdruck kommt. Auf diese Weise werden hier Aspekte beleuchtet, die in traditionellen umweltgeschichtlichen Darstellungen eher selten auftauchen. So befassen sich gleich drei Beiträge mit der Umweltgeschichte Afrikas (James C. McCann über Klimageschichte, Phia Steyn über die Umweltgeschichtsschreibung in Südafrika und William Beinart über die ökologischen Auswirkungen des europäischen Kolonialismus). Vier weitere Beiträge beleuchten die Entstehung der Umweltgeschichte in Australien (Don Garden), Lateinamerika (Guillermo Castro Herrera), Großbritannien (Matt Osborn) und Finnland (Timo Myllyntaus). Darüber hinaus finden sich hier Beiträge, die den engen Zusammenhang der Umweltgeschichte mit der Stadtgeschichte (Joel A. Tarr), der Technikgeschichte (Jeffrey K. Stine) und den gender studies (Elizabeth D. Blum) beschreiben. Wünschenswert wäre darüber hinaus eine Einführung in die asiatische Umweltgeschichte gewesen. Da allerdings die letzte Ergänzung bereits drei Jahre zurück liegt, muss wohl davon ausgegangen werden, dass dieses Angebot in naher Zukunft keine Erweiterung erfahren wird. Wer über solche einführenden Texte hinaus Artikel zu konkreten umwelthistorischen Thematiken sucht, sollte unbedingt Environmental History, die Zeitschrift der ASEH, zu Rate ziehen, von der die letzten beiden Jahrgänge im Volltext online verfügbar sind. Zudem bietet Jan Oosthoeks Seite einige von ihm selbst verfasste Texte, die auf hohem Niveau über den theoretischen Hintergrund der Umweltgeschichte, über Forst- und Holzgeschichte sowie über schottische Umweltgeschichte Auskunft geben. Seminarpläne und StudienangeboteDie umfangreichste Syllabus Library, also ein Überblick über Seminarentwürfe und Lehrpläne, findet sich ebenfalls bei H-Environment. Gegliedert ist die Übersicht nach Kontinenten, wenn auch Asien hier erneut fehlt, und nach inhaltlichen Kategorien - von der Umweltpolitik über vergleichende Umweltgeschichte bis hin zu Kolonialismus. Enttäuschend ist dagegen die unvollständige und nicht aktualisierte Seite zu den umwelthistorischen Studiengängen. Hier bietet, zumindest für Europa, Jan Oosthoeks Student Page einen besseren Ausgangspunkt. Für ein deutschsprachiges Angebot lohnt sich insbesondere ein Blick auf die Webseiten des Göttinger Graduiertenkollegs Interdisziplinäre Umweltgeschichte: Naturale Umwelt und gesellschaftliches Handeln in Mitteleuropa. Archive und DigitalisierungDokumente zur Umweltgeschichte finden sich in den unterschiedlichsten Beständen staatlicher und privater Archive. Dementsprechend schwierig gestaltet sich oft die Suche nach relevantem Quellenmaterial. Zwar gibt es einige Institutionen, die sich um die Sammlung von historischem Material zu Umweltthemen bemühen, wie etwa das Eco-Archiv zur “Erforschung der Ideen- und Sozialgeschichte der Natur-, Umwelt- und Heimatschutzbewegungen sowie der sanften Alternativen in Tourismus und Sport seit Ende des 19. Jahrhunderts” (Selbstbeschreibung unter Wir über uns) bemüht, oder das Studienarchiv Umweltgeschichte der Fachhochschule Neubrandenburg. Deren Bestände sind aber in der Regel auf bestimmte Themenbereiche konzentriert (allen voran die Geschichte des Naturschutzes und der Umweltbewegungen) und nicht digitalisiert.  Eine interessante archivübergreifende Recherchemöglichkeit im Internet bietet der Guide to Environmental History Archival Collections der “Forest History Society”, eine Datenbank, die Beschreibungen von mehr als 7.000 Verzeichniseinheiten zur Umweltgeschichte aus über 450 Archiven enthält. Stichproben machen allerdings schnell klar, dass dieser Guide bestenfalls einen ersten Überblick verschaffen, aber keineswegs die Suche in einzelnen Archiven ersetzen kann. So bringen selbst Abfragen von zentralen Begriffen wie “soil” oder “flood”, die in jedem Archiv mit umweltgeschichtlichen Beständen in aller Regel gut dokumentiert sind, erstaunlich wenig Treffer (fünf bzw. sechs, Stand: Nov. 2005). Die “Forest History Society” zeigt jedoch auch, wie die Online-Präsentation eines umwelthistorischen Bestandes aussehen kann. Seit 2000 werden ausgewählte Bilddokumente aus dem eigenen Archiv digitalisiert und über das Internet zugänglich gemacht. Über eine Suchmaske kann der Online-Bestand, der ständig ergänzt wird und der am Ende insgesamt 25.000 Bilder, Dias, Negative und Filme umfassen wird, leicht erschlossen werden. Thematisch finden sich hier vor allem Abbildungen aus dem Bereich der Forstgeschichte, zeitlich liegt der Schwerpunkt auf dem Zeitraum zwischen den 1920er und den 1960er Jahren. Ärgerlich ist allerdings, dass die Bilder letztlich nur in einer völlig unzureichenden Auflösung zu sehen sind, die den Betrachter keine Details erkennen lässt. Dies ist insbesondere dann nicht verständlich, wenn keine Rechte auf den Bildern liegen. Wer höhere Auflösung will, kann diese allerdings gegen eine Gebühr bestellen.
|