Clio-online Guide Umweltgeschichte

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Dienste und Angebote

Mailinglisten

Zentrale Diskussionsplattform und eine Art schwarzes Brett für Umweltgeschichte im Internet ist H-Environment. Hier können eingetragene Mitglieder bzw. Subskribenten, wie auf anderen H-Net-Listen auch, über einen E-Mail-Verteiler über verschiedene Themen der Umweltgeschichte debattieren und Informationen austauschen. Über diese moderierte Liste werden Konferenzankündigungen ebenso wie Stellenangebote, Anfragen und Rezensionen versandt. Diskutiert wird jeder denkbare umwelthistorische Themenbereich – von der Geschichte der Everglades über die Entwicklung von Messgeräten zur Bestimmung der Wasserqualität bis hin zu den Ursachen und Folgen von Hurrikan Katrina. Dominant sind auch hier allerdings eindeutig Themen der US-amerikanischen Umweltgeschichte. Ältere Debatten und Beiträge sind archiviert und über die Webseite von H-Environment in der Form von “threads” und “logs” erreichbar. Der Link zu den threads  führt jedoch zu lediglich 30 willkürlich ausgewählten, keineswegs repräsentativen und zum Teil unergiebigen Diskussionssträngen (z.B. über die Vorbereitung einer Sektion für eine Tagung im Jahr 1997). Empfehlenswerter ist daher der Zugang über die discussion logs, der den Zugriff auf alle Beiträge seit Januar 1996 erlaubt. Zwar erscheint zunächst nur eine drop-down-Liste, die lediglich die Auswahl eines bestimmten Monats gestattet; von hier aus lässt sich aber auch eine “advanced search” starten, mit der man den gesamten H-Net-Bereich, oder auch nur ausgewählte Listen, nach den üblichen Kriterien durchsuchen kann.
 
Aufgrund des interdisziplinären Charakters der Umweltgeschichte ist es unbedingt empfehlenswert, auch andere Listen zu konsultieren. Zwar bemühen sich die Herausgeber von H-Environment um cross-postings, also um die Duplikation umwelthistorisch relevanter Beiträge aus anderen Listen, aber Vollständigkeit kann auf diese Weise natürlich nicht garantiert werden. Je nach Themenschwerpunkt, Spezialisierungsgrad und Interesse können zum Beispiel Listen für die Geschichte von Wasser, über Demografie, Historische Geografie oder über Agrargeschichte sowie etliche Foren mit regionalem Schwerpunkt, die natürlich auch umwelthistorische Aspekte beinhalten, von Interesse sein.

Rezensionen

Auf H-Environment finden sich ca. 140 Rezensionen, die in der Regel umfangreich, informativ und von kompetenten Autorinnen und Autoren geschrieben sind und die sich nach Verfasser und Verfasserin, Titel des besprochenen Buches, Datum, Rezensent und Rezensentin und weiteren Kriterien anordnen lassen. Wer allerdings nach nicht-englischsprachigen Titeln sucht, wird hier  – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht fündig werden. Internet-Rezensionen zu deutschsprachigen Werken der Umweltgeschichte sucht man daher besser bei sehepunkte und vor allem bei H-Soz-u-Kult, wo sich archivierte umwelthistorische Besprechungen separat anzeigen lassen, was zu einer Liste mit immerhin 27 Ergebnissen führt (Stand Dez. 2005).

Bibliografien

Unter Bibliographies finden sich auf H-Environment Links zu zwei Datenbanken und vier Literaturlisten zur Umweltgeschichte. Mit über 35.000 Einträgen ist die Environmental History Bibliography der amerikanischen Forest History Society dabei die mit Abstand größte und nützlichste Unternehmung dieser Art. Diese Sammlung geht zurück auf eine ursprünglich forstgeschichtlich ausgerichtete Bibliografie, die vor über 50 Jahren begonnen und zunächst auf Karteikarten gesammelt wurde, seit den frühen 1980er Jahren aber auch als elektronische Datensammlung vorhanden ist. Diese Daten sind über eine differenzierte Suchmaske leicht zu erschließen, wobei die einzelnen Titel in der Regel mit einer kurzen Inhaltsbeschreibung versehen sind.
 
Mit ca. 2.000 Einträgen ungleich kleiner ist die Bibliografie der ESEH. Zweck des Unternehmens ist es nicht, eine eigene Literatursammlung zur Umweltgeschichte Europas zu erstellen (und dementsprechend benutzerunfreundlich ist auch die Bedienung), sondern vielmehr, die umfangreiche bibliografische Datenbank der „Forest History Society“ mit Titeln zur europäischen Umweltgeschichte zu ergänzen. Insbesondere Publikationen, die nicht in Englisch abgefasst wurden, können so - versehen mit einem englischen Abstract - auf eine breitere Aufmerksamkeit hoffen. Zwei Punkte sind aber kritisch anzumerken. Zum einen tauchen längst nicht alle Titel aus der europäischen in der amerikanischen Datenbank auf, zum anderen - und das ist das Hauptproblem - basiert die Bibliografie der ESEH nicht auf einer systematischen Auswertung der Literatur, sondern ist auf Ergänzungen durch die Nutzer angewiesen. Dies hat zur Folge, dass sie – wie die Organisatoren einräumen und wie aus Stichproben schnell ersichtlich wird – alles andere als vollständig ist.
 
Desweiteren finden sich auf H-Environment vier Spezialbibliografien, von denen drei einen geografischen und eine einen inhaltlichen Schwerpunkt aufweisen. Diese Bibliografien sind von sehr unterschiedlichem Umfang und Qualität. Während die Literatursammlung zum Thema Naturkatastrophen kaum mehr als einen ersten Einstieg in die Thematik darstellt, bieten die Bibliografien zur US-amerikanischen, australischen und lateinamerikanischen Umweltgeschichte sinnvoll untergliederte und gehaltvolle Aufstellungen. Letztere weist über 600 Einträge auf, die zum Teil mit Abstracts versehen sind, und beinhaltet darüber hinaus auch Webseiten, Filme und Rezensionen. Zudem lässt sich das bibliografische Material über Schaltflächen am linken Bildschirmrand leicht nach Regionen aufschlüsseln. Eine bibliografische Datenbank zur südostasischen Umweltgeschichte fehlt hier zwar, findet sich aber auf den Seiten der Forest History Society.
 
Wer an österreichischer Umweltgeschichte interessiert ist, findet auf den Seiten des Zentrums für Umweltgeschichte in Wien die Environmental History Database Austria mit etwa 1.200 Datensätzen, deren Wert nicht zuletzt darin besteht, dass sie auch unveröffentlichte Qualifikationsarbeiten aufnimmt.
 

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