Clio-online Guide Italien

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Archive

In seinem immer noch lesenswerten Artikel über die zeitgeschichtlich relevanten Archive Italiens wies Dr. Jens Petersen im Jahre 1989 darauf hin, wie zerklüftet die italienische Archivlandschaft ist und wie mühsam die Suche nach Aktenbeständen auf der Halbinsel ausfallen kann[1]. Wenngleich viele der von ihm geschilderten Probleme noch aktuell sind und ein ganz Italien umfassendes Verzeichnis der nichtstaatlichen Archive weiterhin aussteht, so ist doch festzustellen, dass einige Online-Kataloge die Eingangsrecherche inzwischen ungemein erleichtern.
 
 
Hervorzuheben ist in dieser Hinsicht die römische Datenbank Archivi del Novecento – la memoria in rete, die freien Zugang auf die Findbücher von über 72 historischen Instituten gewährt. Ziel des Projekts ist es, ein umfassendes Netzwerk öffentlicher und privater Archive zu schaffen, in welchem die verfügbaren Primärquellen zur politischen, kulturellen, sozialen und ökonomischen Geschichte des 20. Jahrhunderts identifiziert und katalogisiert werden. Im Jahre 1991 vom Konsortium BAICR Sistema Culturale ins Leben gerufen und seitdem ständig aktualisiert, liefert die Suchmaschine schon jetzt umfangreiche Ergebnisse. Sowohl Texte, Bilder, Zeichnungen und Drucke wie auch Videofilme werden von der Datenbank erfasst. Thematisch zusammengehörende Dokumente, die über verschiedene Archive verteilt sind, können mittels dieses Instruments gleichzeitig aufgespürt werden. Die Recherche in fragmentierten Beständen wird somit erheblich vereinfacht.

Abb.4: Clio-Icon zum
Archivguide


Dem italienischen Kultusministerium unterstellt ist die Seite Archivi: Sistema Archivistico Nazionale, die einen guten Ausgangspunkt für die Erkundung staatlicher Archive bildet. So erschließt die unter der Rubrik „Gli strumenti“ auffindbare Datenbank „Guida Generale degli Archivi di Stato“ eine erste Übersicht über den Bestand aller italienischen Staatsarchive. In der Sektion „Il patrimonio documentario“ kann die Recherche in über fünfzig dieser Archive vertieft werden; die anvisierte Digitalisierung der meisten Findbücher steht allerdings noch aus. Weiterführende Informationen zu den einzelnen Archiven bietet überraschenderweise der Link „Conservare“ in der Rubrik „L’amministrazione archivistica“. Wie an diesem Beispiel deutlich wird, sollte man sich für die Seite Zeit nehmen, um ihre Vielfalt und Nützlichkeit wirklich schätzen zu lernen. Neben Auskünften zu Organisation und Verwaltung der italienischen Archivlandschaft finden sich dann auch Informationen zu Rechtslage und der Geschichte der einzelnen Institute[2]. Bei der Planung eines Forschungsaufenthaltes kann dieses Portal wertvolle Hilfe leisten.



[1] Jens Petersen, „Die zeitgeschichtlich wichtigen Archive in Italien: ein Überblick“, in: QFIAB 69/1989, S. 312-378; vgl. auch: Brunello Mantelli, „Im Reich der Unsicherheit? Italienische Archive und die Erforschung des Faschismus“, in: VfZ 53.4/2005, S. 601-614.
[2] Vgl. Gregor Horstkemper in: historicum.net <www.sfn.historicum.net/links/2002/liwi2002-39.htm> (04.11.2005).

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