Noch bleiben dem Historiker mühselige Reisen nach Rom oder Florenz nicht „erspart“, doch weisen auch in Italien zahlreiche Digitalisierungsprojekte bereits in eine Zukunft, in der Primärquellen bequem am eigenen Computer abgerufen werden können.
So stellt das „Istituto Gramsci“ in der Emilia-Romagna mit der Seite manifestipolitici.it die erste Datenbank ins Netz, in der tausende von politischen Plakaten, Flugschriften und Handzettel in zitierbarer Form eingesehen werden können. Vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit reicht der Bestand, in dem die Anfänge des Faschismus, nationale Wahlkämpfe und die Proteste um den Vietnamkrieg ebenso dokumentiert werden wie die Frauen-, Studenten- und Arbeiterbewegung. Die Datenbank, die seit Juni 2000 freigeschaltet ist, wird kontinuierlich ausgebaut und inzwischen auch durch Material anderer Institute und privater Sammlungen bereichert. Obwohl der Online-Katalog alternativ in englischer oder französischer Sprache aufgerufen werden kann, sollte der Nutzer darauf achten, dass die Stichwort- und Schlagwortsuche trotzdem nur auf italienische Begriffe reagiert.