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Darstellungen und Thematische Portale

Da viele Portale noch in den Anfängen stecken oder sich strukturell und inhaltlich nicht auf einem 
wissenschaftlichen Niveau bewegen, sind die Online-Angebote weit davon entfernt, die historischen Gegenstände 
und Fragen des 19. und 20. Jahrhunderts homogen abzubilden. Um aber wenigstens einen Eindruck von der Fülle
der elektronischen Informationsmöglichkeiten in Italien zu geben, werden im Folgenden einige thematische Portale 
vorgestellt, die aufgrund ihrer jeweiligen Linksammlung zugleich als Sprungbrett in angrenzende Bereiche 
dienen können.

Einen ausgezeichneten Zugang zur Epoche der italienischen Nationalstaats- und Nationsbildung (1796-1915) bietet das deutsche Risorgimento-Portal - eine Initiative von Dr. Werner Daum, welche dieser in Zusammenarbeit mit dem NFH, der VL Geschichte und historicum.net aufgebaut hat und seit Juni 2003 kontinuierlich aktualisiert. Neben einer Einführung ins Thema, der Vorstellung von Studien und Projekten und den Hinweisen auf wissenschaftliche Tagungen und Ausstellungen, findet man auf der Seite eine ausführlich kommentierte Link-Sammlung zu Forschung und Lehre sowie Medien und Ressourcen im Internet. Hilfreich ist zudem der Pressespiegel, in dem eine Auswahl italienischer Artikel zur Neueren Geschichte und Zeitgeschichte Italiens getroffen und dokumentiert wird. Ziel der Seite ist es, eine Plattform zu erstellen, welche die Forschungsinitiativen und -tendenzen zum Risorgimento bündelt.

Das Projekt Museo virtuale delle intolleranze e delle stermini, realisiert vom Kulturverein Amis in Zusammenarbeit mit der Region Lazio und der Stadt Rom, beschäftigt sich mit zeitgeschichtlichen Zusammenhängen und Konzepten, die zu Rassismus, Deportation und Vernichtung führten. Die Themenspanne der im Mittelpunkt stehenden Artikel reicht vom italienischen Kolonialismus über die Geschichte der Eugenik bis zu den Völkermorden an Sinti und Roma und Armeniern. Jeder Text wird von einer Chronologie, einer guten Bibliografie und vielfach auch von Dokumenten, Filmverzeichnissen und weiterführenden Links begleitet. Das gesamte Angebot ist übersichtlich strukturiert und auch in englischer Sprache verfügbar. Schon die Tatsache, dass sich die Seite einem von Historikern lange Zeit gemiedenen Thema wie dem italienischen Kolonialismus zuwendet, macht sie interessant.

In Form von Darstellungen, Zeitzeugenberichten und einer umfangreichen Bibliografie informiert das deutsche Portal resistenza.de über den Widerstand in Italien unter deutscher Besatzung. Ursprünglich Begleitprogramm zur Ausstellung „Partigiani – Gegen Faschismus und Besatzung“, wurde die Seite vom Erlangener „Verein zur Förderung alternativer Medien“ seit 2001 auf ehrenamtlicher Basis ausgebaut und bietet mittlerweile viel Material zur Thematik. Kombiniert mit der Link- und Adressenliste der italienischen Partisanen-Vereinigung Anpi findet man hier einen guten Einstieg in die Resistenza-Forschung, die seit Anfang der 60er Jahre mehr als fünfzig historische Institute und zahlreiche Zeitschriften ins Leben rief und somit entscheidende Anstöße zur Gründung der zeitgeschichtlichen Forschung in Italien gab.

Den italienischen Auswanderern und ihrer Geschichte ist die Seite Altre Italie: portale di studi sulle migrazioni italiane der Stiftung „Giovanni Agnelli“ gewidmet. Reich ausgestattet bietet das Portal dem Besucher Primär- und Sekundärmaterial sowie landesspezifische Statistiken und Suchhilfen zur Erleichterung der eigenen Recherche. Die Seite erlaubt freien Zugriff auf alle Nummern der Zeitschrift „Altre Italie“, die seit 1989 Studien zur italienischen Emigration und dem Leben der Emigranten im Ausland veröffentlicht. Unter der Rubrik „Cerca le tue radici“ (Suche Deine Wurzeln) findet sich eine Datenbank, die anhand von Passagierlisten über eine Millionen Italiener identifizieren kann, die zwischen 1858 und 1920 nach Argentinien, Brasilien oder in die Vereinigten Staaten aufbrachen. Der Abruf der Daten ist auch in Englisch, Spanisch oder Portugiesisch möglich. Weiterhin kann auf den Online-Katalog des zugehörigen Dokumentationszentrums in Turin zugegriffen werden. Bibliografien, Links zu relevanten Institutionen, Forschungseinrichtungen und elektronischen Zeitschriften runden das Bild ab.

Multimedial präsentiert sich das Portal Alcide De Gasperi (1881-1954), in welchem das Istituto Luigi Sturzo das Leben des ehemaligen Staatsmannes 50 Jahre nach seinem Tod ausführlich beleuchtet. Neben einer detaillierten, umfangreichen Biografie werden dem Nutzer zahlreiche Dokumente, Fotos, Plakate, Film- und Tonaufnahmen zugänglich gemacht; auf Sekundärliteratur, weiterführende Links, nicht-digitalisierte Quellen und relevante Archive wird verwiesen. Die Seite dient dem neugierigen Laien ebenso wie dem Forscher, der Neues über einen der Gründungsväter der Europäischen Gemeinschaft, die Democrazia Cristiana oder Italien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts herausfinden möchte.



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